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Marielle grillt … philippinische Fleischspieße

Eigentlich ist alles bereit für das philippinische Barbecue am Flaucher: Im Grill glüht die Holzkohle, die marinierten Fleischspieße liegen daneben, die Getränke hat Marielle in der Isar kühlgestellt. Nur die Gäste fehlen noch. „Ich weiß ja auch gar nicht, wer heute Abend kommt“, sagt Marielle lächelnd. „Die Einladung zum Grillen habe ich einfach bei Couchsurfing gepostet.“

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Die philippinischen Fleischspieße, die Marielle heute grillt, sind eigentlich ein typisches Straßenessen in Manila. „Zuhause kaufen wir diese Spieße eigentlich immer bei den Straßenhändlern um die Ecke“, erzählt sie. „Die Spieße werden einfach in einen Plastikbecher gesteckt, dann kommt noch die Soße dazu – und schon hat man ein perfektes philippinisches Fast Food.“

Nach und nach trudeln schließlich Marielles Gäste ein. Die meisten von ihnen müssen noch einmal nachfragen, wer sie überhaupt zum Grillen eingeladen hat. Für Marielle ist das aber kein Problem: „Das ist ja das Gute am Couchsurfing: Man lernt in einer fremden Stadt schnell neue Leute kennen.“ Marielle ist selbst erst vor zwei Jahren nach München gezogen und studiert nun „Learning Science“, einen interdisziplinären Masterstudiengang an der LMU, der Psychologie und Erziehungswissenschaft verbindet. „Ich interessiere mich einfach für Bildung und Unterricht“, erklärt sie. „E-Learning finde ich zum Beispiel total spannend, weil man so überall in der Welt guten Unterricht bekommt – egal wo man im Moment gerade lebt.“

Am Anfang sei es ihr auch nicht leicht gefallen, sich in München einzuleben. „Deutsche sind einfach sehr zurückhaltend“, findet Marielle. Gerade in der ersten Zeit habe sie daher viele Leute über das Couchsurfing-Netzwerk kennengelernt. Und auch ihr erstes WG-Zimmer hat sie über die Plattform, auf der man anderen Reisenden einen Schlafplatz in seiner Stadt anbieten kann, gefunden. „Das war wirklich das Beste, was ich machen konnte“, erzählt Marielle begeistert während die Spieße auf dem Grill brutzeln. „Meine Vermieterin hat mir am Anfang einfach bei allem geholfen: Sie hat für mich übersetzt, mir gezeigt, wo ich mein Monatsticket für die U-Bahn bekomme und wo man in München gut weggehen kann.“

Außerdem finde man über Couchsurfing auch immer jemanden, mit dem man etwas unternehmen kann. „Und eine Grill-Party ist ja auch lustiger, wenn viele mitfeiern.“ Mittlerweile sind die ersten Spieße fertig und Marielle reicht sie ihren Gästen im Plastikbecher – eben so, wie man sie auch in Manila bekommt. „Das Ungewöhnliche ist an Spießen ist aber eigentlich die Cola-Marinade“, findet die Studentin. „Auf dem Grill karamellisiert der Zucker an den Fleischstücken und das passt perfekt zu der Essig-Sauce.“

Als Beilage zu den philippinischen Fleischspießen gibt es heute Bananenbrot – aber das sei eigentlich nur ein Zugeständnis an ihre deutschen Gäste, verrät Marielle. „Deutsche finden es seltsam, wenn es beim Grillen nur Fleisch gibt.“ Auch das Bananenbrot sei zwar typisch philippinisch, aber man würde es in Manila vermutlich nie zu den gegrillten Spießen servieren. „Essen besteht auf den Philippinen eigentlich nur aus Fleisch“, erklärt sie. „Aber dafür schmeckt das auch wirklich immer!“
cdr

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