Ludwig-Maximilians-Universität München
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Laily kocht…Afghanisch

Schnelle, möglichst unkomplizierte Gerichte sind bei Studenten der Hit. Die Lehramtsstudentin Laily kann damit wenig anfangen. Bei ihr gibt es aufwendige Reisgerichte, frischgebackenes Brot und sogar selbstgemachten Käse.

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„Afghanisches Essen braucht Zeit“, erklärt die Studentin mit afghanischen Wurzeln, die jedoch in München aufgewachsen ist. Essen nehme dort einen ganz anderen Stellenwert ein: „Bei Afghanen dreht sich alles nur ums Kochen.“

Für ihr Menu, das sie heute Abend für ihre Familie und Freunde kocht, braucht man auch auf jeden Fall länger als eine halbe Stunde: Als Vorspeise gibt es Burani Kadoo – einen süß-scharfen Kürbis in Tomatensoße. In Afghanistan ein Festessen, wie Laily erklärt. Gewürzt wird der Kürbis mit frisch gemahlenem Kardamom, Koriander und Rosenwasser. Egal, was sie kocht: Immer wieder probiert Laily die Gerichte und würzt nach bis sie zufrieden ist. „Afghanische Gerichte sind oft nicht sehr genau beschrieben – wir kochen eher nach Gefühl“, sagt Laily.

Danach beginnt die Studentin mit der Zubereitung des Käses, den sie heute als Nachtisch servieren wird: In einem großen Topf bringt sie Milch, Sahne und Joghurt zum Kochen und gibt Zitrone dazu. „Dadurch trennt sich die Käsemasse vom Wasser – das lernt man ja schon im Biologieunterricht.“

Laily studiert an der LMU Grundschullehramt mit dem Fach Biologie und zusätzlich noch islamische Religionslehre an der Universität in Nürnberg. Gerade hat sie ein Urlaubssemester genommen und besucht trotzdem Vorlesungen an der Universität. Denn Laily hat drei Kinder – ihre älteste ist schon 16, der jüngste erst sechs. „Tagsüber bin ich mit drei Kindern vor allem Mutter“, erzählt Laily während sie in ihrer Küche hin und her flitzt. „Abends und nachts lerne ich für die Uni.“ Dafür kann sie sich jedoch etwas mehr Zeit für ihr Studium nehmen. Im Gegensatz zu anderen Studierenden, die sich beurlauben lassen, dürfen Studierenden mit Kind auch im Urlaubssemester Seminare belegen. „Bei mir dauert es halt ein wenig länger – aber da alle wissen, dass ich Kinder habe, ist das auch in Ordnung.“

Und auch fürs Kochen nimmt sich die 38-Jährige Zeit – für einen Reiseintopf mit Lammfleisch und Basmatireis mit Kreuzkümmel. Dazu gibt es Khorma Katschalu, Kartoffeln in Ingwer-Tomatensoße, und sogar frischgebackenes Brot. In einer großen Schüssel mischt sie dafür Mehl, Hefe, Salz und Wasser. Anschließend muss der Teig eineinhalb Stunden gehen bevor er gebacken wird. Doch die Mühe lohnt sich: Als Laily das Brot aus dem Ofen nimmt duftet die ganze Wohnung nach Sesam und schwarzem Kümmel, mit dem sie das Brot bestreut hat.

Und noch etwas ist Afghanen – und auch Laily – sehr wichtig: Gastfreundschaft. So wichtig, dass auch einmal schnell eine Freundin ihres Cousins zum Essen dazu kommen kann. „Es ist ohnehin genug da“, sagt die Studentin als sie mit allen gemeinsam am Tisch sitzt. „Und ich freue mich einfach, wenn allen mein Essen schmeckt.“
cdr

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