Ludwig-Maximilians-Universität München
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LMU Lehrinnovationspreis

Mit dem im Rahmen von Lehre@LMU vergebenen LMU Lehrinnovationspreis wurden bisher folgende Projekte ausgezeichnet:

2017

  • Prof. Dr. Martin Burgi und Prof. Dr. Ann-Katrin Kaufhold (Juristische Fakultät), "Gesetzgebungswerkstatt": Die „Gesetzgebungswerkstatt“ führt in die Theorie und Praxis der Rechtssetzung ein. Sie erweitert damit die Juristenausbildung um einen zusätzlichen Aspekt, der den Studierenden neben dem Erwerb praxisnahen Wissens auch erweiterte Berufsperspektiven ermöglicht. In vorbildlicher Weise leistet das Projekt eine Verbindung von akademischen Grundlagen und berufsorientierten Qualifikationen: Ein Paket aus Einführungsvorlesung, Exkursion und begleiteter Projektarbeit versetzt Studierende in einem zweimonatigen Planspiel in die Lage, unter den Augen von erfahrenen Praktikern und Wissenschaftlern eine kommunale Satzung beschlussreif vorzubereiten. Damit steht das Projekt modellhaft für ein zukunftsorientiertes und praxisnahes Jurastudium.
  • Prof. Dr. Dr. Markus Kipp (Medizinische Fakultät), "Blended 3D-Learning in der Medizin und den Lebenswissenschaften": Die topographische Anatomie des Gehirns zu verstehen stellt eine besondere Herausforderung für das räumliche Vorstellungsvermögen dar. Das hier ausgezeichnete Lehrprojekt bietet Studierenden eine effiziente und äußerst anschauliche Möglichkeit, unter eindrucksvoller Einbeziehung von neuen Medien dieses Verständnis zu erwerben. Mithilfe innovativer 3D-Beamer-Technologie können Präparate sowie präparatorische Schritte in Live-Demonstrationen für eine Vielzahl Studierender veranschaulicht werden. Der zusätzliche Einsatz von moderner bildgebender Technologie (MRT) bis hin zu plastischen Modellen ergänzt bestehende Materialien unter anderem durch virtuelle Datensätze und schult zudem den Umgang mit klinischer Bildgebung. Verwendbar in allen weiteren medizinischen Disziplinen besitzt dieses Projekt darüber hinaus auch in den Bereichen der Lebenswissenschaften eine hohe Relevanz. Die vielseitige Technologie kann somit in zahlreichen weiteren Veranstaltungen eingesetzt werden.
  • Regina Bäck, David Plecher und Matthias Tischler (Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften), "Augmented Reality II. Digitale Konzepte im Museum zwischen Kunst und Geschichtsdidaktik": Das Projekt überzeugt durch seine beispielhafte Verbindung von wissenschaftlicher Ausbildung und Praxisorientierung in den Lehramtsstudiengängen Geschichte und Kunstpädagogik sowie im Bachelorstudiengang Kunst und Multimedia. Es integriert dabei nicht nur in vorbildlicher Weise digitale Medien, sondern stellt auch ein gelungenes Modell interdisziplinärer Lehre dar, indem Lehramtsstudierende mit Bachelorstudierenden eines anderen Studiengangs kooperieren. Die Studierendengruppen entwickeln in Tandems gemeinsam mit der IT-Gruppe Geisteswissenschaften nach dem Vorbild der Museums- und Gedenkstättenpädagogik Unterrichtskonzepte zum Einsatz von Augmented-Reality an historisch bedeutsamen Orten. Die Konzepte wurden schließlich im Rahmen eines Projektes mit schulischen Kooperationsklassen erprobt. Überzeugend waren vor allem die Interdisziplinarität des Projektes, aber auch die praktische Anwendung theoretisch erworbener Inhalte an außerschulischen Lernorten. Weitere Lehrveranstaltungen nach diesem Modell sind bereits in Vorbereitung.
  • Prof. Dr. Henrike Rau, Michael Mögele, PD Dr. Monika Popp, Dr. Philipp Namberger (Fakultät für Geowissenschaften), Transdisziplinäres Projektseminar „Stadtentwicklung, unternehmerische Standortverlagerungen und Mobilität in München": Das Projekt zeigt exemplarisch, dass Transdisziplinarität und Praxisbezug bei innovativen Lehrmodellen Hand in Hand gehen. In dem Seminarprojekt geht es um die Frage, wie sich das Mobilitätsverhalten der Arbeitnehmer eines Münchner Unternehmens nach dessen Standortverlagerung innerhalb des Stadtgebiets verändert. Hier wird gezeigt, wie die Geowissenschaft in andere Wissenschaftsbereiche wie Volkswirtschaftslehre oder Soziologie ausstrahlen kann und dies wiederum in einem transdisziplinären Modell wissenschaftstheoretisch aufgefangen wird. Fragen der Mobilität werden mit Fragen nach der Bedeutung von Urbanität verbunden. Die Veranstaltung hat Modellcharakter und kann auf ideale Weise neue Medien integrieren. Sie erfordert ein hohes Engagement der Dozierenden, was wiederum auf ein begeistertes studentisches Publikum trifft.

Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre

2016

  • Professor Mark Hengerer (Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften), "Tulpen und Kanonen: Online- und Druck-Edition der Briefe Erzherzog Leopold Wilhelms an Kaiser Ferdinand III. aus dem Reichsarchiv Stockholm (1646/47)“: So alt und schwer leserlich und doch so neu: Das von Professor Hengerer entwickelte Lehrformat macht Masterstudierende mit den Praktiken der Berufs- und Arbeitsfelder Digital Humanities, digitales Edieren und Publizieren sowie Projektmanagement am Beispiel der Briefe Erzherzog Leopold Wilhelms an Kaiser Ferdinand III. aus den Jahren 1646/47 vertraut. Das Konzept überzeugt durch die beispielhafte Verbindung von wissenschaftlicher Ausbildung und Praxisorientierung. Der eigens für das Projekt entwickelt Editor ist vielseitig verwendbar, so dass er auch für Lehrveranstaltungen zu anderen Epochen und Themen eingesetzt werden kann. Damit erfüllt das Projekt in beispielhafter Weise die Kriterien für den Lehrinnovationspreis 2016.
  • Professor Christian Wahl-Schott und sein Team (Fakultät für Chemie und Pharmazie), „Patientenorientierte Pharmazie für Ärzte und Apotheker": Das Projekt ist Teil des durch Lehre@LMU finanzierten Multiplikatorenprogramms und verknüpft in vorbildlicher Weise Theorie und Praxis in der Pharmazieausbildung. Vor allem im Bereich der Kooperation mit der klinischen Medizin werden hier neue und innovative Wege gegangen. Im Rahmen des Projektes gehen Studierende der Pharmazie und der Medizin gemeinsam ans Krankenbett. Bei der Stationsvisite lernen sie, wie sich die jeweils andere Seite dem Patienten nähert. Dem Auswahlkomitee schien es als richtungsweisend, wie es dem Projekt gelingt, durch Interdisziplinarität aktuelle Veränderungen im Berufsfeld aufzugreifen. Die an der LMU entwickelte Veranstaltungsform kann sowohl auf andere Veranstaltungen innerhalb der LMU übertragen werden als auch Ausstrahlungskraft auf andere Pharmaziestudiengänge in Deutschland haben.

2015

  • Das CCD-Projektteam an der Medizinischen Fakultät, "Clinical Case Discussion": Das studentisch initiierte Projekt vereinigt eine ganze Reihe innovativer Aspekte. Es wurde eine Veranstaltung mit Modellcharakter etabliert, außerdem wurden neue Medien systematisch integriert. Die Studierenden haben dabei ein Höchstmaß an Engagement unter Beweis gestellt; sie arbeiten als Gruppe an der strukturierten Lösung eines komplexen Patienten-Falles aus dem New England Journal of Medicine (NEJM). Sie müssen dafür vorhandenes medizinisches Wissen auf diese echten Patientenfälle anwenden und üben dabei auch gleichzeitig die englische Fachsprache. Ebenso ist die Verwendung aktueller Publikationen und neuester Guidelines (z.B. durch die Harvard-Datenbank www.utdol.com) in den CCD-Prozess eingebettet. Gemeinsam mit erfahrenen Studierenden als Moderatoren und mit der Unterstützung einer klinisch tätigen Ärztin oder eines Arztes als Expertin oder Experte wird durch strukturiertes Vorgehen erlernt, Schritt für Schritt die vorhandene klinische Situation zu evaluieren und entsprechende Entscheidungen in der Diagnosefindung zu treffen. Schließlich ist auch eine spezifische Patientenperspektive berücksichtigt worden.
  • Simone Reuß M.A., Patrick Schenk M.A., Prof. Dr. Carola Metzner-Nebelsick (Fakultät für Kulturwissenschaften), "Archäologische Daten und Statistik: Statistische Grundlagen, Analysemethoden, grafische Darstellung": Die Lehrveranstaltung ist in besonderem Maße innovativ, weil sie zwei nicht auf den ersten Blick zusammenhängende Kompetenzen, die aber für ein modernes Fachverständnis der Archäologie unabdingbar sind, in genuiner Interdisziplinarität in der Lehre miteinander verknüpft: Statistik, Informatik und Archäologie. Die Lehrveranstaltung wurde aus diesem Grund völlig neu gestaltet. Sie vermittelt Grundlagen in der Erfassung von und Umgang mit archäologiebezogenen Daten sowie Grundlagen der Statistik – eine Schlüsselqualifikation für Arbeitsmarkt und Alltag, aber auch für die unterschiedlichen Aufgaben des wissenschaftlichen Arbeitens im Fach. Denn auch in primär kulturwissenschaftlich arbeitenden archäologischen Disziplinen sind heute aufgrund stark angewachsener Datenmengen statistische Analyseverfahren wesentliche Grundlage wissenschaftlichen Arbeitens und folglich als Lerninhalt von Studierenden aller Ausbildungsstufen sehr nachgefragt. Die Lehrveranstaltung bietet den Studierenden des Faches erstmals eine sehr fachspezifische Vermittlung relevanter statistischer Verfahren. Die Einbettung neuer Medien, insbesondere die Softwarekompetenz für statistische Datenanalyse, vor allem der Rückgriff auf das kostenlose Open Source Paket R, ist Grundprinzip der Veranstaltung.

2014

  • Professor Rudolf Streinz und Professor Ulrich Becker (Juristische Fakultät), "Praxismodul zum Flüchtlingsrecht": Der Umgang mit Flüchtlingen ist ein Testfall für den Rechtsstaat. Das Praxismodul vermittelt auch Fachfremden, wie komplex die Verfahren zwischen Jurisprudenz, staatlicher Administration und dem Schicksal der Betroffenen sind. Das integrative Modul zum Asylrecht, das Studierenden aller Fakultäten offensteht, die sich in diesem Bereich auch ehrenamtlich engagieren wollen, macht die Aktualität und den Alltagsbezug deutlich sichtbar. Besonders gelungen ist die Kombination aus theoretischen und praktischen Vorlseungsanteilen, Exkursionen, simulierten Beratungsgesprächen, Workshops und Rechtsberatung. Gleichzeitig findet im Rahmen dieses Projekts eine Vernetzung zwischen Universität, Ämtern und der Gesellschaft statt.
  • Regina Wohlfarth und Dana Kühnau (Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften), "Projekt 'Sommer am Gärtnerplatz. Veranstaltungsmanagement und Kommunikation für das Gärtnerplatz-Open Air 2014'": In diesem Projekt hatten Studierende die Aufgabe, eine Großveranstaltung in Kooperation mit externen Partnern zu planen und durchzuführen. Veranstaltungsmanagement ist ein wichtiger, praxisbezogener Bestandteil der Ausbildung. Trotz seines Charakters als Einzelereignis bietet das Projekt doch zahlreiche Möglichkeiten der Wiederholung und Institutionalisierung. Das Projekt macht auf völlig neue Weise das ausdifferenzierte Zusammenspiel unterschiedlicher kultureller Beteiligter und Institutionen für Studierende deutlich und zeigt nicht nur, wie komplex Kulturvermittlung heutzutage ist, sondern auch, dass hierbei ein vertiefter Kulturbegriff vermittelt werden muss. Für die Organisation wurde auch eine Kollaborationssoftware genutzt, die auch zukünftigen Projekten zur Verfügung steht.
  • Dr. Sabine Anselm, Professor Sven Hanuschek, Dr. Ute Hofmann, Dr. Marcel Schellong, Andreas Schöffmann und Dr. Anke Werani (Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften), "Projekt 'Brückensteine'": Das Modell verbindet drei zentrale Bereiche der Lehrerbildung aufs Engste: Die fachwissenschaftliche und fachdidaktische Ausbildung einerseits und die Praxiserprobung des Gelernten und Erarbeiteten in der Schule sowie dessen Reflexion andererseits. Überzeugt haben vor allem die interdisziplinäre Kooperation von Fachwissenschaft und Fachdidaktik und die sich daraus ergebenden Synergieeffekte. Das Modell kann Vorbild für andere Lehramts-Unterrichtsfächer sein. Die Einbindung neuer Medien erfolgt auf verschiedenen Ebenen: Als Thema der Veranstaltung, als Medieneinsatz in einem Portal sowie im Rahmen von Videofeedback.
  • Dr. Daniela Meilinger (Fakultät für Biologie), "Lehrmodul 'iRES hands-on research'": In diesem Projekt geht es darum, eine Brücke zwischen universitärer Grundausbildung und forschungsorientierter Weiterbildung zu schlagen, indem Studierende zwar fachspezifisch, aber durchaus mit einer überfachlichen Perspektive in die Grundstrukturen der Forschungspraxis eingeführt werden. Die Studierenden lernen, wie Forschung initiiert, entwickelt und gefördert wird. Im Blickpunkt stehen dabei sowohl theoretisch-konzeptionelle Grundlagen wie insbesondere der Umgang mit unterschiedlichen Methoden, aber auch praktische Perspektiven, wie Forschung methodisch überhaupt erst auf den Weg gebracht werden kann.

2013

  • Dr. Mirjam Zadoff und Dr. Gregor Pelger (Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften) erhielten den Lehrinnovationspreis 2013 für ihr Lehrangebot „Jüdische Geschichte im Unterricht – didaktische Konzepte und praktische Anwendungen“. Das fünfstufige Fortbildungskonzept, in dem Dozentinnen und Dozenten, Studierende, Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler an der Entwicklung von Unterrichtseinheiten ziel- und ergebnisorientiert zusammenarbeiten, hat zum Ziel, fachwissenschaftlich fundiertes Unterrichtsmaterial zu entwickeln. Themen der jüdischen Geschichte sollen auf diese Weise praxis- und forschungsnah sowie praktikabel – auch unter dem Einsatz neuer Medien - an Mittel- und Oberstufen vermittelt werden. Das fünfstufige Konzept dieses Projektes lässt sich auch auf andere Bereiche des Lehramtsstudiums ausdehnen. Besonders hervorgehoben wurde, dass ein schulisch eher unterrepräsentierter Stoff für das Lehramtsstudium und die Schulen exzellent aufbereitet wurde und damit auch die Zusammenarbeit zwischen Schule und Universität gefördert wird.
  • Professor Michael Mackensen (Fakultät für Kulturwissenschaften) wird für sein Lehrangebot „Wissenschaftliche Bearbeitung (inkl. Dokumentation) einer ausgewählten Keramikgattung“ ausgezeichnet. Zielsetzung des Angebotes ist die Erstellung eines wissenschaftlichen Bestandskatalogs glatter, appliken- und stempelverzierter nordafrikanischer Feinkeramik und die monografische Publikation. Die Gefäße in unterschiedlichster Form und Verzierung müssen unter anderem zeichnerisch als archäologische Primärquellen dokumentiert werden. Diese und weitere Kompetenzen, die im Lehrangebot erworben werden, sind für den Berufseinstieg unausweichlich und zudem eine hervorragende Referenz. Die Veranstaltung besticht zudem durch ihren internen systematischen Zusammenhang, der von der Vermittlung grundlegender wissenschaftlicher Arbeitsweisen der Archäologie über die konkrete Feldarbeit am konkret umrissenen Beispiel der Keramikgattung bis hin zu einer Dokumentation dieser Arbeit reicht.
  • Professor Helmut Küchenhoff und Professor Paul W. Thurner (Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik bzw. Sozialwissenschaftliche Fakultät) wurden für ihr Lehrangebot „Interdisziplinäre Wahlforschung/Wählerwanderung in München bei der Landtags und der Bundestagswahl 2013“ geehrt. Ziel dieses Lehrformats war die Verbindung von Forschung und Lehre mit gleichzeitigem Praxisbezug im Bereich der Wahl- und Wählerforschung. Zudem sollte ein interdisziplinäres Lehrangebot in einem Kernbereich der politikwissenschaftlichen Forschung entwickelt werden, der auf die permanente Rezeption von neuen statistischen Verfahren angewiesen ist. Herausgehoben wurde bei der Bewertung die Verknüpfung eines aktuellen Ereignisses mit den grundlegenden Fragen des jeweiligen Faches – zudem auf interdisziplinärer Basis.

2012

  • Das „MeCuM-SiGma-Team“ der Medizinischen Fakultät erhielt den LMU Lehrinnovationspreis für sein Lehrangebot „Simulation Gesundheitsmanagement“. „Simulation Gesundheitsmanagement“ ist ein Lehrangebot, das Medizinstudenten einen Blick über den Tellerrand ermöglicht. Sie sollen neben medizinischer Expertise auch einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen im Gesundheitssystem und wirtschaftswissenschaftliche Aspekte erlernen. Herausragend bewertet wurden das moderne didaktischen Konzept, die Verwendung einer Vielzahl neuer Medien sowie die starke Praxisorientierung. Zudem kann die Veranstaltung überfakultär und interdisziplinär gestalten werden.