Ludwig-Maximilians-Universität München
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LMU Forscherpreis für exzellente Studierende

Bisher wurden mit dem im Rahmen von Lehre@LMU vergebenen LMU Forscherpreis für exzellente Studierende folgende Projekte ausgezeichnet:

2017:

Bachelorphase/Grundstudium

  • Veronika Böhm (Juristische Fakultät), „Fördern und Fordern“ - Ein Integrationskonzept auf dem verfassungsrechtlichen Prüfstand: Das Projekt zeigt exemplarisch, dass viele unserer Alltagserfahrungen eine wissenschaftliche Tiefendimension aufweisen, die der Laie nur selten durchschaut. Dass sich hinter der Debatte um die Integration von Migranten eine verfassungsrechtliche Problematik verbirgt, zeigt auf eindrucksvolle Weise die Arbeit von Veronika Böhm, die mittlerweile prominent veröffentlicht wurde. Böhm hat sich bereits in ihren Anfangssemestern intensiv in das Ausländergesetz und in das Asylbewerberleistungsgesetz eingearbeitet, obwohl diese Rechtsmaterien weit jenseits dessen liegen, was im juristischen Studium gelehrt und vermittelt wird. Trotz der trocken-technischen Materie dieser Spezialrechtsgebiete gelingt es, mit Hilfe der auf den Soziologen Lockwood zurückgeführten Unterscheidung von Sozialintegration und Systemintegration das Thema schlüssig einzugrenzen und nicht zuletzt für den hochaktuellen Diskurs zum Thema der Geflüchteten mit nüchtern rechtsstaatlichem Blick juristische Grenzen (womöglich zu weit gehender) Integrationsanforderungen aufzuzeigen.
  • Maria Waldleitner (Fakultät für Psychologie und Pädagogik), "Erfassung von mathematischer Argumentationskompetenz: Überprüfung von Kompetenzstrukturmodellen in der Teilbarkeitslehre": Maria Waldleitner hat sich in ihrer Zulassungsarbeit für das Erste Staatsexamen (Lehramt Gymnasium Mathematik/Schulpsychologie) mit der mathematischen Argumentationskompetenz – konkret mit einem Test dazu – bei Studienanfängerinnen und -anfängern befasst. Die Arbeit war in ein größeres Projekt eingebettet. Daher hatte die Studentin die Möglichkeit, die Tests vorheriger Jahrgänge zusammenzufassen und in ihrer Zulassungsarbeit zu überprüfen, ob sich die anfangs angenommene theoretische Kompetenzstruktur des mathematischen Argumentierens tatsächlich in den Daten finden lässt. Sie hat dabei die Schwierigkeit überwunden, ursprünglich unabhängige Studien so zusammenzuführen, dass eine bemerkenswerte Stichprobengröße von über 1000 Studierenden entstand. Nach einem herausragenden theoretischen Teil überprüfte sie im empirischen Teil der Arbeit anhand von Faktorenanalysen, welches Modell die Struktur mathematischen Argumentierens am besten abbildet. Die LMU-Studentin kommt zu dem Schluss, dass das Modell zwei unabhängige Teilfähigkeiten darstellen könnte, beim Argumentieren Definitionen oder aber mathematische Sätze anzuwenden. Diese Zulassungsarbeit ist auf einem außergewöhnlichen Niveau. Ihre Ergebnisse bilden einen neuartigen und relevanten Beitrag zur Forschung über die Struktur mathematischer Argumentationskompetenz, der die Erwartungen an eine Abschlussarbeit weit übertrifft.
  • Erik Daxberger (Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik), "Distributed Batch Gaussian Process Optimization": In seiner Bachelorarbeit beschäftigt sich Erik Daxberger mit Optimierungsproblemen: Für eine gegebene Funktion f sollen diejenigen x1, ..., xn aus einem diskreten Eingabebereich gefunden werden, für die der Wert f(x1,…,xn) maximiert oder minimiert wird. Dazu hat er einen neuen Algorithmus entwickelt und implementiert, der in einer empirischen Evaluation besser abschneidet als bisher bekannte Verfahren. Außerdem nahm der Student die Eigenschaften seines Algorithmus unter die Lupe. Er hat theoretische Garantien für die Performanz seines Algorithmus bewiesen und gezeigt, dass dessen Ausführung durch Parallelisierung weiter beschleunigt werden kann. Seine herausragende Arbeit wurde in einem hochkompetitiven Verfahren zur Veröffentlichung auf der weltbesten Konferenz zum Maschinellen Lernen, der 34th International Conference on Machine Learning (ICML 2017) in Sydney, angenommen. Dank der Förderung von Lehre@LMU konnte er seine Ergebnisse auch dort vorstellen.
  • Sophie Gutenthaler (Fakultät für Chemie und Pharmazie), "Studien zur Reaktivität von Perfluorpinakolatomanganverbindungen": Sophie Gutenthaler beschäftigt sich in ihrer herausragenden Arbeit mit Stickstoffmonoxid (NO), einem derzeit viel diskutierten gesundheitsschädigenden Luftschadstoff, der vor allem in Zusammenhang mit Dieselmotoren gebracht wird. Dazu wollte sie zunächst eine mögliche Komplexbildung des NO näher untersuchen. Im Laufe dieser Experimente eröffnete sich dann jedoch ein vollkommen neues Feld: Sie konnte zeigen, dass in einer Reaktion NO oxidiert als Nitrit vorliegen kann, was bisher so noch nie beschrieben wurde. Die LMU-Studentin konnte dieses erstaunliche Ergebnis schließlich durch Kristallisation und Röntgenstrukturanalysen weiter belegen. Die Arbeit trägt nun wesentlich dazu bei, dass völlig neue Wege und Möglichkeiten in ihrem Feld erschlossen werden können.
  • Lisa Ketzer (Fakultät für Geowissenschaften), "Agricultural Risk Management: Climate Change and Socio-economic Risks of Smallholder Coffee Production at Mt. Kilimanjaro and Tea Production as an Adoption Strategy": Lisa Ketzer befasst sich in ihrer ausgezeichneten und durch Lehre@LMU geförderten Bachelorarbeit mit den Bedingungen der Kaffee- und Teeproduktion in Tansania. Ihre Arbeit ist aus einem interdisziplinären, vom DAAD geförderten Workshop zum Thema "Water, Food and Energy" hervorgegangen. Während des Workshops besuchte sie auch eine Reihe von Stakeholdern der Kaffee- und Teeproduktion vor Ort und konnte mit der Universität in Dar-es Salaam zusammenarbeiten. Mit einem hohen Maß an Eigeninitiative erarbeitete sie in einer mehrwöchigen Feldstudie ihre eindrucksvolle Bachelorarbeit. Die Arbeit besticht durch hervorragende konzeptionelle Planung und Durchführung einer ganzen Reihe von Interviews zur Wertschöpfungskette der Kaffee- und Teeproduktion und interessanten Ergebnissen zu diesem komplexen soziokulturellen und ökonomischen Thema.

Masterphase/Hauptstudium

  • Cordula Bauer (Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften), "Die diplomatische Karriere zwischen Selbstprofilierung und Organisationsselektion: Hubert de Folard als envoyé extraordinaire am Münchner Hof (1756-1776)": Cordula Bauer untersuchte in ihrer Masterarbeit des deutsch-französischen Masterstudiengangs Geschichte in Kooperation mit der Université Panthéon-Sorbonne (Paris I) die zwanzigjährige Dienstzeit (1756-1776) des französischen Diplomaten Hubert de Folard am Münchner Hof. Dabei nimmt sie vor allem die Karrierebestrebungen des Gesandten ins Visier und widmet sich den sich daraus ergebenden Allianzen, Spannungen und Interaktionen innerhalb des Staatsdienstes. Der LMU-Studentin gelingt es anhand der Aufzeichnungen und Schreiben Hubert de Folards, die Funktionsweise einer frühneuzeitlichen Organisation zu durchdringen und anschaulich darzustellen. Ihre Erkenntnisse basieren auf außerordentlich intensiven Archivrecherchen in Deutschland und Frankreich sowie Auswertungen, in deren Verlauf disparate Quellenmaterialien erkenntnisfördernd zueinander in Beziehung gesetzt wurden. Die Arbeit leistet wesentliche Beiträge zur Erforschung der Sozial- und Alltagsgeschichte des Politischen, insbesondere zur Erforschung frühneuzeitlicher Einrichtungen und Behörden sowie der Karrierewege und -planungen einzelner Amtsträger. Ein Anschlussprojekt zum Thema ist bereits in Planung. Cordula hat in einem hochkompetitiven Auswahlverfahren einen contrat doctoral an der Sorbonne (Paris I) erhalten.
  • Sarah Akgül (Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft), "Who is a Poverty Migrant?": Sarah Akgül hat sich in ihrer exzellenten Arbeit mit der hochaktuellen Frage, wer als Armutsmigrant angesehen werden kann, auf philosophischer Basis auseinandergesetzt. Die Arbeit zeichnet sich durch Kreativität aus, da sie sich einem klassischen Thema der Ethik der Migration – nämlich der Frage, wer das Recht auf Asyl haben sollte – mit den Mitteln der conceptual ethics nähert. Dadurch bezieht sie nicht nur zur genannten Frage Stellung, sondern macht gleichzeitig deutlich, dass unser gegenwärtiger politischer Diskurs eine bestimmte unterprivilegierte Personengruppe – nämlich Armutsmigrantinnen und -migranten – systematisch verdeckt, so dass dieser kaum Gerechtigkeit widerfahren kann. Die Relevanz der Themenstellung zeigt sich im politischen Diskurs auf europäischer Ebene, zu dem ihre Arbeit einen informativen und neuen Beitrag leistet.
  • Laura Kuen (Fakultät für Kulturwissenschaften), "Unsere Freiheit – Ein ethnologischer Film über Selbstbestimmung, Umweltbeziehungen und Gemeinschaft im ländlichen Russland": Auf der Suche nach der Freiheit im postsozialistischen Russland verschlug es Laura Kuen zu einer Feldstudie nach Kirov, das sich ungefähr 900 Kilometer nordöstlich von Moskau befindet. Weitab von ihrem herkömmlichen Alltag lernte sie für anderthalb Monate das relativ einfache, aber dennoch erfüllende Leben der Bewohner Kirovs kennen. Von der Arbeit auf dem Feld bis hin zur mehrtägigen Jagd im Wald begleitete sie ihre Gastfamilie durch das tägliche Leben und erforschte so eine autarke Lebensweise, in der die Verbundenheit zu Geld eine geringere Rolle spielt, der Einklang mit der Natur aber umso mehr in den Vordergrund rückt. Die Selbstversorgung ist daher nicht nur überlebenswichtig, sondern auch eine Form von Freiheit, die von den Einheimischen gelebt wird. Während der gesamten Feldstudie dokumentierte die Studentin ihre Erlebnisse mit einer Kamera und produzierte in Eigenregie den Film „Unsere Freiheit“. In Do-it-yourself-Manier wurde so der Inhalt ihrer Forschung jenseits des wissenschaftlichen Diskurses verständlich dargestellt. Zudem entstand aus dem Feldtagebuch auch ein lesenswerter Artikel im Forschungsjournal 2016 des Instituts für Ethnologie.
  • Rong Yang (Fakultät für Physik), "Development of an Energy Spectrometer based on Thermoacoustics for Laser Accelerated Ions (I-BEAT)": Rong Yang stammt aus China und hat den Masterstudiengang Physik mit sehr guten Studienleistungen abgeschlossen. Derzeit studiert sie als eine der ersten Doktorandinnen im neu etablierten Graduiertenkolleg „Fortgeschrittene Medizinische Physik für bildgeführte Krebstherapie" an der LMU München. In ihrer ausgezeichneten Masterarbeit entwickelte Rong einen komplett neuartigen Ansatz zur Bestimmung der Energieverteilung eines Protonenpulses. Das Verfahren gelingt bereits mit einem überraschend einfachen Versuchsaufbau und konnte von ihr an einer Laser-getriebenen Ionen-Quelle erfolgreich demonstriert werden. Die Ergebnisse ihrer herausragenden Abschlussarbeit sind für die Veröffentlichung in der Zeitschrift Nature Physics vorbereitet. Sie bieten Anlass zu weiteren Forschungsarbeiten und haben in der Ionentomographie eine zukunftsweisende Anwendung. Für die patientenschonende Strahlentherapie von Krebspatienten mit Ionen erhofft man sich kompaktere und potenziell kostengünstigere Beschleunigertechnologien.
  • Anže Žerdoner Čalasan (Fakultät für Biologie), "Epitypification of selected dinoflagellate species – a promising method to get us out of this taxonomic mess": In der Arbeit mit dem Titel „Epitypification of selected dinoflagellate species – a promising method to get us out of this taxonomic mess“ verbindet Anže Žerdoner Čalasan verschiedene Teilbereiche der Biologie, um einige bisher wenig untersuchte und nicht näher miteinander verwandte Algenarten näher zu untersuchen. Dazu musste er die Taxonomie, Morphologie, Ökologie, Evolution und Phylogenie dieser Arten charakterisieren und vergleichen, was mit einem hohen methodischen Aufwand einherging. So hat er mit seinen Arbeiten maßgeblich zur Diversität und Evolution von Dinoflagellaten und Eugleniden beigetragen. Diese methodische Vielfalt von molekularen bis hin zu bioinformatischen Methoden meisterte der LMU-Student mit beeindruckendem Engagement und außergewöhnlicher wissenschaftlicher Selbstständigkeit hervorragend. Dies wird nicht zuletzt deutlich an einer, für dieses junge Stadium der wissenschaftlichen Karriere, beeindruckenden Publikationsliste.




Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre

2016

  • Tilman Graff, Felix Samy Soliman, Fabio Schmidt-Fischbach und Maximilian Wühr (Volkswirtschaftliche Fakultät), "Can Reciprocity Endure Everyday Toil? Evidence from a Real Effort Experiment": Zahlt sich gute Arbeit aus? Diese hervorragende Forschungsarbeit und die darin durchgeführten Experimente gehen dieser Frage nach und bestätigen die Bedeutung der Reziprozität im Arbeitsmarktkontext. Reziprozität ist im Rahmen der Arbeit so zu verstehen, dass Individuen das Bedürfnis haben, Menschen zu bestrafen, die unfair zu ihnen waren (negative Reziprozität), und Menschen zu belohnen, die großzügig waren oder sich „fair” verhalten haben. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts: arbeitsame Arbeitnehmer werden tatsächlich auch mit höheren Löhnen belohnt. Diese Lohnerhöhungen fallen jedoch, verglichen mit dem größeren Arbeitseinsatz der Arbeitnehmer, offenbar deutlich bescheidener aus. Arbeitnehmer müssen also möglicherweise einen hohen Aufwand auf sich nehmen, um dem Arbeitgeber ihre Leistungsbereitschaft zu signalisieren.
  • Anitha Pitchika (Medizinische Fakultät), "Long-Term Effects of Objective and Subjective Measures of Exposure to Air Pollution and Noise at Residence on Prevalent Hypertension and Blood Pressure": Dicke Luft und viel Lärm: Straßenverkehr als Quelle sowohl der Luftschadstoffbelastung als auch der Lärmbelastung ist eine wichtige Ursache kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität. Nur wenige Studien bezogen sich bisher auf die Wahrnehmung der Luftqualität und die Belästigung durch intensive Verkehrsbelastung. Hier setzt die hervorragende Arbeit von Anitha Pitchika an: Sie untersucht Langzeiteffekte subjektiver und objektiver Luftschadstoffbelastungen und der verkehrsbedingten Lärmbelastung auf den Blutdruck. Kernerkenntnisse der Arbeit sind, dass innerstädtische, großenteils verkehrsbedingte Partikel- und Lärmbelastung die Häufigkeit von Bluthochdruck erhöht. Damit trägt die Arbeit inhaltlich zur Beantwortung zentraler Public Health Fragestellungen bei und weist zudem eine hohe methodische Qualität auf. Zudem soll die Arbeit in einem umweltmedizinischen Journal publiziert werden.
  • Juliane Schrott (Tierärztliche Fakultät), "Vergleichende Erfassung der Knochenmineralisierung beim Schwein": Schwein gehabt: Frau Schrott hat als Studentin im 5. Semester eine hervorragende Forschungsarbeit zur Knochenmineralisierung beim Schwein vergleichend für diverse Körperregionen und vier Geschlechtervarianten (Eber, „Immunokastrat“, Kastrat und Sau) an über 3000 Proben ausgewertet, wodurch die Entwicklung der Knochenmineralisierung während der Mast besser nachvollzogen werden konnte. Insbesondere der Vergleich der Geschlechtervarianten ist von großem wissenschaftlichem Interesse: Die Arbeit trägt grundlegend dazu bei, wichtige Rückschlüsse für die Verbesserung der Tierhaltung und damit auch des Tierwohls zu gewinnen. Die Arbeit weist eine hohe methodische Kompetenz und forscherische Eigenleistung auf – eine Publikation ist in Vorbereitung.
  • Hannes Pichler (Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften), "Freundschaft der mutigen Tat: Franz Josef Strauß und Israel. Eine biographische Studie zur Frühphase der deutsch-israelischen Beziehungen": 1957 kam es in der bayerischen Provinz zu einem geheimen Aufeinandertreffen zweier Persönlichkeiten, das die Beziehung der Bundesrepublik Deutschland zum Staat Israel entscheidend verändern sollte. Shimon Peres (1923 – 2016) war an den damaligen Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß (1915-1988) herangetreten, um Hilfe für den jungen israelischen Staat zu erbitten. Hannes Pichler gelingt es in seiner herausragenden Abschlussarbeit, neue Aspekte der deutsch-israelischen Beziehungen und der bundesdeutschen Israel- und Nahostpolitik aufzuzeigen. Die Erkenntnisse basieren vorwiegend auf ehemals klassifizierten Dokumenten, im Zuge von durch Lehre@LMU geförderten, mehrwöchigen Archivaufenthalten in Berlin und Freiburg im Breisgau. Die Sperrfrist der Akten lief exakt zu Beginn der Recherchen ab, was bahnbrechende neue Erkenntnisse ermöglichte. Hannes Pichler erhielt auf der Grundlage seiner mit diesem Projekt gewonnen Erkenntnisse bereits ein Anschlussstipendium des Israel Institute, Washington D.C., welches ihm gegenwärtig einen einjährigen Forschungsaufenthalt am Institute for National Security Studies (INSS) in Tel Aviv ermöglicht.
  • Ricarda Lübke (Fakultät für Psychologie und Pädagogik), "Motives and Personality Traits as Antecedents of Intercultural Competence": Interkulturelle Kompetenz transparent gemacht: Ricarda Lübke hat in ihrer ausgezeichneten Arbeit untersucht, welche Persönlichkeitseigenschaften die interkulturelle Kompetenz von Arbeitnehmern fördern oder behindern. Sie erhob eine Stichprobe von über 400 Probanden zu deren tatsächlichen Auslandserfahrungen. Ihre Ergebnisse haben praktische Implikationen für das Training und die Auswahl von Mitarbeitern in internationalen Kontexten. Ricarda Lübke hat die Forschung zum Thema interkulturelle Kompetenz um eine völlig neue Facette ergänzt, indem sie die Rolle der Motive der Arbeitnehmer beleuchtet hat. Eine Publikation ihrer Arbeit ist in Vorbereitung.
  • Annette Antoniol, Debora Francione, Stefanie Gorzolka, Eva Kaesbauer, Anne Faßbender, Pia Scheiblhuber, Sandra Stickler und Stephanie Wagner (Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften), "Pasolini-Alphabet": Italienisch-mediales Alphabet: Im Rahmen eines Seminars näherte sich die ausgezeichnete Studierendengruppe mit ihren Hausarbeiten Pier Paolo Pasolinis Werk. Die Studierenden haben auf einer multimedialen Webseite Hörbeispiele, Filmausschnitte und Interviews bereitgestellt. Diese Webseite, die wissenschaftliche Vertiefung mit breitenwirksamer Vermittlung verbindet, ist zugleich künstlerisch gestaltet. Besonderen Wert legte die Gruppe dabei auf die öffentliche Wirksamkeit, die Internationalisierung und die Vermittlung von Theorie und Wissenschaft durch künstlerische und gestalterische Arbeit. Für jeden Beitrag haben die Studentinnen aus dem komplexen Werk des italienischen Schriftstellers, Regisseurs und Künstlers Pier Paolo Pasolini einen Begriff ausgewählt – aus diesen Begriffen entstand dann das Pasolini Alphabet. Beeindruckend ist die Vielzahl an Themen, die über das Seminar hinaus von den Studierenden in ihren Beiträgen eingebracht wurden. Geplant ist, die Website mit möglichst vielen Institutionen zu vernetzen. Aus dem Projekt sind sehr gute wissenschaftliche Hausarbeiten hervorgegangen, die Erweiterungen zur Masterarbeit erwarten lassen.
  • Pauline Kolbeck (Fakultät für Physik), "DNA Branching and Its Effects on Retroviral Integration Kinetics": Unwillkommene Gäste: Pauline Kolbeck wurde für ihre hervorragende Arbeit zu grundlegenden Fragen der Topologie von DNA und dem Prozess der viralen Integration ausgezeichnet. Virale Integration beschreibt den Prozess, bei dem ein Virus seine genetische Information in das DNA-Erbgut des Wirtes einbaut. Dies ist ein kritischer Schritt im viralen Lebenszyklus, da sich der Virus ohne Integration in das Wirtsgenom nicht vervielfältigen kann. Gleichzeitig hat dieser Schritt auch für den Wirt einschneidende Konsequenzen; so ist etwa die Tatsache, dass das virale Genom in die DNA des humanen Wirts eingebaut wird der Grund, warum sich HIV zwar behandeln, aber aktuell nicht heilen lässt. Die grundlegende Fragestellung der Arbeit war, ob und wie die Topologie der Wirts-DNA einen Einfluss auf die Effizienz und Kinetik der Integration des Virusgenoms hat. Mit ihren methodisch sehr aufwändig gewonnenen Ergebnissen konnte sie eine anspruchsvolle biophysikalische Fragestellung beantworten und hat dabei alle Schritte von der molekularbiologischen Probeherstellung über biophysikalische Messungen, bis hin zur quantitativen Analyse und Auswertung der Daten gemeistert. Ihre Ergebnisse sind durchweg von hoher Qualität und werden Teil mehrerer Publikationen sein.
  • Carla Zoe Cremer (Fakultät für Biologie), "Investigations into Hippocampal Memory Formation in Behaving Mice Using Electrochemical Biosensor Detection of Nanoscale Cholinergic Dynamics": Erleuchtete Mäuse: Carla Cremer wird für eine hervorragende neurowissenschaftliche Forschungsarbeit im Bachelorstudium ausgezeichnet. Sie beschäftigte sich anhand komplexer in vivo-Experimente am Gehirn von Mäusen mit der Untersuchung grundlegender Prozesse bei der Gedächtnisausbildung. Die Untersuchungen fanden im Bereich des Hippocampus statt, einer Gehirnregion, der fundamentale Bedeutung für die Gedächtnisfunktion beim Menschen und anderen Vertebraten zukommt. Der Hippocampus ist von sogenannten cholinergen Neuronen innerviert, die den Neuromodulator Acetylcholin u.a. für die Regulation der Gedächtnisformierung freisetzen. Cholinerge Dysfunktionen spielen nach heutigem Kenntnisstand eine wichtige Rolle bei der Entstehung psychiatrischer Störungen und Demenzerkrankungen wie z.B. Alzheimer. Über die Mechanismen der Regulierung der Gedächtnisformierung und der Beeinflussung anderer Neuromodulatoren durch Acetylcholin bestehen bisher nur begrenzte Kenntnisse. Das Forschungsprojekt setzte genau an dieser Stelle an: Carla Cremer will zum besseren Verständnis der funktionellen Dynamik von Acetylcholin beitragen und neue Ansätze zur parallelen Messung von Neuromodulatoren testen. Dabei wurde erfolgreich ein Modell entwickelt, das das Messen spontaner Veränderungen in der cholinergen Aktivität im Gehirn der Maus in Abhängigkeit vom jeweiligen Verhalten erlaubt. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für eine spätere Publikation bilden.
  • Felix Fürgut (Fakultät für Geowissenschaften), "Geological Mapping on the Basis of Multispectral Remote Sensing Data in Olorgesailie, Kenya": Wegweiser an der Wiege der Menschheit: Felix Fürgut brauchte für sein ausgezeichnetes Projekt Kenntnisse aus Geologie, Tektonik, Bodenkunde und Fernerkundung sowie ein hohes Maß an interkultureller Kompetenz und Sorgfalt, um neue geologischer Karten im kenianischen Rift Valley zu erstellen. Diese Region ist durch ein hohes Maß an geologischer Komplexität durch zahlreiche Vulkanausbrüche gekennzeichnet. Herr Fürgut hat Daten eines Erdbeobachtungssatelliten ausgewertet, um die Zusammenhänge zwischen der Verfügbarkeit von Nährstoffen, den Wanderbewegungen von Tieren auf der Suche nach diesen Nährstoffen und anthropologischen Fundstellen an den Nadelöhren der historischen Migrationsrouten aufzuzeigen. Mithilfe moderner Software konnten Inkonsistenzen der bisherigen geologischen Karten aufgedeckt und die Verteilung spezifischer Mineralien dargestellt werden. Diese neuen geologischen Karten bilden u.a. die Voraussetzung für die gezielte Sammlung von Bodenproben. Felix Fürgut wird seine Ergebnisse auf einer internationalen Konferenz in Addis Abeba im März 2017 präsentieren und seine Forschung als PhD fortsetzen.

2015

  • Barbara Baum, Florian Büttner, Christine Hauptkorn, Claudia Mühlbacher, Christine Müller, Juliane Muth-Schultz, Marie-Christin Noller, Ann-Kathrin Schaub, Thomas Schultheiß und Lena Wilckens (Evangelisch-Theologische Fakultät), "Die Maxvorstadt - protestantisch gesehen": Die Studierenden haben mit ihrer Arbeit eine ganze Reihe von relevanten Themen der Kirchengeschichte dargestellt. Diese wurden schließlich in einer Ausstellung in der "U-Bahn-Galerie" des Bezirksausschusses Maxvorstadt präsentiert. Das Projekt ist in hohem Ausmaß anschlussfähig an weitere Projekte der praktischen Theologie und darüber hinaus. Insgesamt geht die Ausstellung weit über das hinaus, was durchschnittlich von Studierenden an Engagement, Kreativität und erarbeitetem Wissen erwartet werden kann. Zugleich ist die Ausstellung ein Musterbeispiel für kompetenzorientiertes Lehren und Forschen. Inzwischen liegt die Ausstellung der Studierenden zusammen mit Begleitvorträgen der LMU-Reihe "Maxvorstädter Vorlesungen" auch als Buch vor (K. Bäumler u.a., Die Maxvorstadt, München 2014).
  • Sarah Bischof, Maria Holbl, Johanna Hympendahl, Matthäus Koik, Anna Mayer-Köbel, Laura Mokrohs, Lisa Scherbaum, Ursula Skusa und Stefanie Schwanzer (Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften), ",Literarisches Leben in der Maxvorstadt'; Studierende der deutschen Philologie erforschen die Literaturgeschichte in der Maxvorstadt": Die Studierenden haben ihren Preis für das Projekt "Literarisches Leben in der Maxvorstadt" erhalten. Zwölf Themen des Forschungsprojektes wurden ebenfalls in der oben bereits erwähnten Ausstellung der Studierenden der Evangelisch-Theologischen Fakultät präsentiert. Zu den wichtigsten Ergebnissen zählen Präzisierungen im kolportierten Bild der Münchner Literaturgeschichte. Vieles von dem, was zur Schwabinger Bohème gezählt wird, hat sich in der Maxvorstadt ereignet; die Rolle der Maxvorstadt ist aber in diesem Punkt kaum ins kulturelle Gedächtnis der Stadt eingegangen, obwohl sie allgemein als der "Geist Münchens"gilt. Aufschlussreich ist auch die anti-universitäre Geste der Bohème.
  • Lisa Marie Orgeldinger (Juristische Fakultät), "Willensfreiheit und Verantwortung: Das Prinzip des Andershandelnkönnens": Die herausragende Seminararbeit beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Willensfreiheit und moralischer wie rechtlicher Freiheit - einem der schwierigsten und komplexesten Probleme der Moral- und Rechtsphilosophie. Im Mittelpunkt steht dabei das Prinzip des Andershandelnkönnens (PAP) als Bedingung der Verantwortungszuschreibung. Die Arbeit wurde auf eine sehr überzeugende, informative und klug argumentierende Weise zu einem außerordentlich schwierigen und komplexen Thema verfasst und bewegt sich auf hohem sprachlichem Niveau.
  • Kilian Wolf (Juristische Fakultät), "Gewalt gegen alte Menschen in Pflegebeziehungen: Forschung, Befunde, Erklärungsansätze": Kilian Wolf erhält den Preis für seine Seminararbeit zum brisanten Thema "Gewalt gegen alte Menschen in Pflegebeziehungen", die er mit hoher Sorgfalt und Qualität angefertigt hat. Die Arbeit fokussiert auf die Prävalenz des Gewaltphänomens und thematisiert Täter-Opfer-Beziehungen und Risikofaktoren. Bemerkenswert ist die Argumentation und Anwendung einiger allgemeiner kriminologischer Theorien und die präzise Zusammenfassung der Befunde mit Vorschlägen für Präventionsmaßnahmen.
  • Dr. med. Florian E. M. Herrmann, Markus Lenski und Julius Steffen (Medizinische Fakultät), "A survey study on student preferences regarding pathology teaching in Germany: a call for curricular modernization": Florian Herrmann und seine Kollegen erhalten den Preis für ein Projekt zur medizinischen Curriculumsverbesserung in der pathologischen Lehre im Rahmen des MeCuM StEP - Studierenden Exzellenz Programm, aus dem die Publikation "A survey study on student preferences regarding pathology teaching in Germany: a call for curricular modernization" in BMC Medical Education hervorgegangen ist. In der insgesamt elfköpfigen studentischen StEP-Gruppe wurden die Fragestellungen zur Analyse der Lehrsituation in der Pathologie an der LMU und in Brisbane ´(Australien) ausgearbeitet, die durch die Studie beantwortet werden sollten. Nach einer Fokusgruppenanalyse wurde eine Online-Umfrage unter Medizinstudierenden der LMU durchgeführt. Anhand der so gewonnenen Daten wurde schließlich, unter Einbeziehung von Pathologen und Medizindidaktikern aus Australien, Deutschland und den USA, ein konkretes Konzept zur Verbesserung der Lehre entwickelt. Die Arbeit ist aufgrund der internationalen Perspektive und dem hohen Engagement bei der Sammlung und Aufbereitung der Daten bemerkenswert.
  • Magdalena März (Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften), "(Bau-)Geschichte von Schloss Zellereit bei Wasserburg am Inn": Die Arbeit wurde als Bachelorarbeit im Fach Kunstgeschichte verfasst und behandelt die Baugeschichte und Geschichte von Schloss Zellereit bei Wasserburg am Inn mit einem besonderen Fokus auf der Epoche der Spätrenaissance. Die Arbeit glänzt mit einer in diesem Rahmen leider sonst eher unüblichen interdisziplinären Breite unter Einbeziehung vor allem geschichtswissenschaftlicher und bauarchäologischer Kontexte und wurde mit dem Geschichtspreis der Stadt Wasserburg ausgezeichnet. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse in der renommierten fachrelevanten Zeitschrift "Burgen und Schlösser" wurde angeregt, weitere Veröffentlichungen sind geplant.
  • Timo Loewe und Lukas Ziegler (Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik), "LMU Navigator": Wo geht es lang an der LMU? Die beiden Studierenden haben im Rahmen eines Forschungsprojekts mit Unterstützung des Dezernates für Liegenschaften und Technik eine App entwickelt, die unter Nutzung des jeweiligen Standortes das Auffinden von Räumen erleichtert. Dazu wurden die Raumpläne der LMU erfasst und in die App integriert – ebenso wie Fotos von Gebäuden und Räumen. Der Applikation liegt eine umfangreiche und erweiterbare Datenbank zugrunde, die sich jederzeit erweitern lässt. Die Arbeit zeichnet sich durch großes Engagement und solide informatische Umsetzung aus.
  • Matthias Würl (Fakultät für Physik), "PET activation studies at a cyclotron-based proton therapy facility - Experiments and Monte Carlo simulations": Die innovative und herausragende Masterarbeit beschäftigt sich mit der akkuraten Modellierung der Strahlführung des "Munich Proton Therapy Center". Matthias Würl konnte mit einem originellen Ansatz zeigen, dass das analytische Instrument zur klinischen Behandlungsplanung zu akkuraten und korrekten Resultaten führt. Das Resultat seiner Arbeit hat zu weiteren studentischen Qualifizierungsarbeiten geführt. Ebenso wurde die Arbeit ins Verlagsprogramm von Springer Spektrum als "BestMaster"-Titel aufgenommen. Ein Artikel zu seiner Arbeit wurde kürzlich bei "Physics in Medicine and Biology" eingereicht.
  • Mathias Turberg (Fakultät für Chemie und Pharmazie), "Synthese von Kupfer-Komplexen und Untersuchung des Elektronentransfers von Kupfer-Guanidinochinolin-Systemen": Matthias Turberg hat für seine ausgezeichnete Bachelorarbeit äußerst selbstständig und sorgfältig gearbeitet und eigenständig neue chemische Synthesewege gesucht und gefunden. Die Arbeit gibt eine gelungene Einführung in die Thematik des Elektronentransfers und die Bestimmung der Selbstaustauschkonstante. Sie dient als Ausgangspunkt weiterer Studien zum Elektronentransfer und wurde bereits als Poster auf einer internationalen Konferenz präsentiert. Eine Publikation ist in Vorbereitung.
  • Helena Hager (Fakultät für Biologie), "The Effects of Sunscreen on the Microphytobenthos": Helena Hager wird für ihre umfangreichen Forschungsarbeiten an aquatischen Ökosystemen ausgezeichnet. Im Rahmen ihres mit dem Lehre@LMU-Förderpreis der Fakultät für Biologie unterstützten Forschungsprojektes beschäftigte sie sich dabei in Labor- und Freilandexperimenten mit den Effekten von Sonnencreme auf das Mikrophytobenthos, also auf Mikroalgen in der Grenzschicht zwischen Sediment und Wasser. Zum Schutz vor schädlicher UV-Strahlung ist der Griff zur Sonnencreme beim Strandbesuch mittlerweile zur Routine geworden. In küstennahen Zonen und in Strandnähe sind die Mikroalgen des Sandlückensystems für den Großteil der Primärproduktion verantwortlich. Gerade dort ist der Eintrag von Sonnencreme ins Wasser erheblich. Mit Laborkulturen von benthischen Kieselalgen konnte Helena Hager nachweisen, dass die Beweglichkeit und das Wachstum der Algen durch die Verschmutzung des Wassers mit Sonnencreme verändert werden. Dabei zeigten sich – überraschenderweise – vor allem wachstumsfördernde Effekte! Die Originalität der Arbeiten von Helena Hager liegt in der Kombination einer toxikologischen Fragestellung mit einer ökologischen Herangehensweise anhand der Untersuchung des komplexen Umweltschadstoffes Sonnencreme. Die Ergebnisse der Forschung bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte zu weiteren Arbeiten über die Auswirkungen von komplexen Schadstoffen in der aquatischen Umwelt und zur Funktion von Lebensgemeinschaften an der Basis des wichtigen Ökosystems Meer.

2014

  • Juliane Eckstein (Katholisch-Theologische Fakultät), "Kurz- oder Langvorlage? Anwendung des Idiolekttest auf die in der griechischen Textüberlieferung asterisierten Passagen des Ijobbuches": Juliane Eckstein hat in innovativer Weise die hebräische und deutlich kürzere griechische Fassung der Ijobexegese miteinander verglichen. Ergebnis dieser Analyse ist, dass die griechische Fassung nicht die ältere, sondern eine nachträglich gekürzte Fassung ist. Ihre Diplomarbeit wurde zur Veröffentlichung angenommen und befindet sich im Druck, was eine höchst seltene Auszeichnung in der Theologie ist.
  • Markus Alexander Gerz (Juristische Fakultät), "Verfassungsfragen vor dem Reichskammergericht": Markus Gerz hat im Rahmen des Seminars "Verfassungsgeschichte der Frühen Neuzeit – zwischen Reichsrechtspraxis und Wissenschaft vom öffentlichen Recht" eine herausragende Schwerpunktseminararbeit zum Thema "Verfassungsfragen vor dem Reichskammergericht" angefertigt, die in überarbeiteter Form auch in der studentischen Rechts-Zeitschrift "Rescriptum" erschienen ist.
  • Hannah Braun, Xueqian Chen, Carl-Christian Groh, Jonas Sommer und Malte Welling (Volkswirtschaftliche Fakultät), "Peer Effects under Time Pressure - An Experimental Approach": Die Arbeit entstand im Rahmen eines Lehre@LMU-Projektes als Teil der Veranstaltung "Colloquium: Research in Experimental Economics". Die Studierenden beschäftigten sich damit, wie sich Zeitdruck und Informationen über die Entscheidungen anderer auf Entscheidungen unter Risiko auswirken, also wie sich Menschen beim Abwägen zwischen zwei Möglichkeiten verhalten, die in unterschiedlichem Maße vom Zufall abhängen. Sie wandten dabei experimentelle Methoden in innovativer Weise an.
  • Laura Busert (Medizinische Fakultät), "Dietary diversity is associated with child conditional growth in rural Nepal": Laura Busert führte ihr Forschungsprojekt im Rahmen des Masters of Public Health weitgehend selbstständig in Zusammenarbeit mit dem University College London und einer nepalesischen Forschungsorganisation vor Ort in Jumla, Nepal, durch. Sie bearbeitete die Forschungsfrage, welche Faktoren bestimmen, ob Kinder mit chronischer Unterernährung im Wachstum aufholen können, eigenständig und mit großer Sorgfalt. Für ihre Masterthese erhielt sie bereits den Global Public Health Award der Else Kröner-Fresenius-Stiftung 2014.
  • Lilly Maier (Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften), "Ein Leben nach dem Kindertransport - Eine Betrachtung von längerfristigen Nachwirkungen der Kindertransporte unter Einsatz von Zeitzeugen-Interviews mit amerikanischen Holocaust-Überlebenden": Die Bachelorarbeit von Lilly Maier beschäftigt sich mit den Kindertransporten, die in der Holocaust-Forschung lange unbeachtet geblieben sind. Sie stellt die Folgen und Nachwirkungen dieser Transporte in den Mittelpunkt ihrer Arbeit und hat dazu 13 Zeitzeugen interviewt. Sie konnte dabei bis heute nachwirkende Loyalitätskonflikte zwischen Pflegefamilien und leiblichen Familienmitgliedern finden sowie eine „Traumaübertragung“ von den Eltern auf ihre Kinder feststellen.
  • Ferdinand Heimerl (Fakultät für Kulturwissenschaften), "Nordafrikanische Sigillata, Küchenkeramik und Lampen aus Augusta Vindelicum/Augsburg": Ferdinand Heimerl hat in seiner Magisterarbeit die ausgewählte Keramik sehr systematisch und effizient dokumentiert, katalogisiert und untersucht. Die vorliegende Untersuchung stellt erstmals einen vollständigen wissenschaftlichen Katalog mit Darstellung und Dokumentation von wichtigen mediterranen Keramikgruppen wie die nordafrikanische Sigillata, Küchenkeramik und Lampen dar. Er hat die Arbeit mit einem hohen Maß an Selbstständigkeit erstellt. Sie wurde in "Münchner Beiträge zur Provinzialrömischen Archäologie" publiziert.
  • Aeneas Rekkas (Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik), "Serlo": Aeneas Rekkas studiert im Bachelorstudium Medieninformatik und ist maßgeblich an der Entwicklung einer der inzwischen größten kostenlosen Mathematiklernseiten für Schüler in Deutschland beteiligt (www.serlo.org). Es gibt darin inzwischen über 8.500 Lerninhalte, die Seite verzeichnet bis zu 350.000 Besucher im Monat. Das durch Lehre@LMU unterstützte technische Konzept hat er eigenständig ausgearbeitet, implementiert und dokumentiert.
  • Juliane Kretschmann (Fakultät für Biologie), "Taxonomic clarification of Gymnodium limnecticum WOŁOSZ. and resurrection of Melodinium KENT (Gymnodiniaceae, Dinophyceae)": Juliane Kretschmann beschäftigt sich in ihrer Masterarbeit mit Taxonomie, Morphologie, Ökologie, Evolution und Phylogenie einzelliger Dinoflagellaten (Panzergeißlern) – einer eigenständigen, in limnischen und marinen Ökosystemen weit verbreiteten Entwicklungslinie der Algen, die in der Ökosystem-Modellierung von großer Bedeutung sind. Methodisch ist sie dabei äußerst vielseitig und innovativ. Sie hat aus Ihrer Masterarbeit drei Publikationen auf den Weg gebracht und setzt ihre wissenschaftliche Arbeit zu diesem Themenbereich in einer Promotion fort.
  • Patricia Velado Lobato (Fakultät für Biologie), "Frequency of deception in the spider Pisaura mirabilis in a natural population": Patricia Velado Lobato studiert im Rahmen des Erasmus Mundus-Programms im Masterstudiengang Ecology, Evolution and Systematics. Ihre im Rahmen von Lehre@LMU geförderte Forschungsarbeit aus dem Bereich der Verhaltensökologie beschäftigt sich mit den ökologischen Faktoren, die die Paarungsstrategien bei Männchen von Pisaura mirabilis beeinflussen – einer Spinnenart, die für ihre Brautgeschenke bekannt ist. Ihre Ergebnisse zeigen, dass das beschriebene Täuschungsverhalten bei Pisaura mirabilis möglicherweise eine Strategie der Männchen ist, die in Konkurrenz um zur Paarung zur Verfügung stehende Weibchen stehen. Die Arbeit ist sehr innovativ und eröffnet neue Forschungsperspektiven. Sie wird als Poster auf dem European Congress of Arachnology präsentiert.

2013

  • Lena Welbergen (Medizinische Fakultät): Im Projekt „Das FacharztDuell – innovative Karriereplanung durch moderierte Diskussionsrunden“ birgt die agonistische Konfrontation von Positionen in elementaren Fragen der Medizinerausbildung einen erheblichen Lern- und Erkenntnisgewinn.
  • Katharina Kistler (Tierärztliche Fakultät): Das Projekt „Immunhistochemische und histologische Untersuchungen zum Einfluss einer anti-inflammatorischen Strategie auf die zellulären Konsequenzen eines Status epilepticus“ erklärt die Ausgangslage der Forschungsfrage in der Epilepsieforschung sehr anschaulich und macht somit seinen eigenen Lösungsansatz besonders deutlich.
  • Lea Himmer (Fakultät für Psychologie und Pädagogik): Dass der Schlaf nicht nur Passivität bedeutet, ist eine Binsenweisheit. Doch welche aktiven Prozesse der Erkenntnis tatsächlich ablaufen und inwiefern sie in den situativen Kontext des Schlafs eingebettet sind, zeigte das Projekt „Einfluss des Schlafs auf Erkenntnisprozesse“ sehr anschaulich.
  • Sebastian Balmes (Fakultät für Kulturwissenschaften): Im Projekt „Ein Opferritual zur Rettung von Murasaki Shikibu und seine Spuren in der japanischen Kulturgeschichte“ wurde an einem konkreten kulturellen Prozess, der Literatur und Religion, Fiktionalität und Buddhismus ins Verhältnis setzt, gezeigt, dass der Preisträger eine genuine Forschungsfrage in der Japanologie entwickeln kann.
  • Alena Mikhaylova (Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften): Im Projekt „Automatische Alignierung verschiedener deutscher Übersetzungen von ‚Verbrechen und Strafe‘ mit dem russischen Originalwerk von F.M. Dostjewskij“ wurden slawistische Literaturwissenschaft und Computerphilologie, philologische Sensibilität und literaturwissenschaftliche Kompetenz verbunden. Zudem wurde gezeigt, welche Parameter Übersetzungen von Literatur (hier: Übersetzungen von Dostojewski ins Deutsche) auszeichnet.
  • Benjamin Lipp (Sozialwissenschaftliche Fakultät): Das Projekt „Wenn Liebe zum Leiden wird. Pädophilie im Kontext sexualmedizinischer Primärprävention“ ist hochaktuell und gesellschaftspolitisch brisant, gleichzeitig wurde bei der Bearbeitung sehr darauf geachtet, eine wissenschaftliche Forschungsfrage zu konzipieren und zu beantworten.
  • Hannes Erdmann (Fakultät für Chemie und Pharmazie): Das Thema „Katalytische Aktivität der Substanzklasse der Pyrrolidine“ ist für die Organische Chemie von grundlegender Bedeutung. Dieses Themenfeld wurde hier eigenständig erschlossen und entwickelt, und die Ergebnisse wurden bereits prominent publiziert.
  • Elisabeth Schmidtmann (Fakultät für Biologie): Im Projekt „Untersuchung der Redoxregulation der mitochondriellen Citrat-Synthase aus Arabidopsis thaliana“ wurde gezeigt, wie, indem wichtige Bausteine und Parameter in hochkomplexen Prozessen identifiziert wurden, ein lebenswichtiges, beispielsweise für die Atmung entscheidendes Enzym reguliert wird.

2012

  • Tanya Reymann (Tierärztliche Fakultät) erhielt den LMU Forscherpreis für exzellente Studierende für ihr Projekt „Spielend Lernen. Immunologie leicht gemacht“. Für das Fach Immunologie wurde ein Spiel entwickelt, das spielerisch über verschiedene Frageformen aus allen Themengebieten der Immunologie Wissen vermittelt. Es soll schließlich auf dem Studienportal allen Studierenden zur Verfügung gestellt werden. Das studentische Konzept wurde ausgewählt, da es über eine sehr originelle didaktische Ausrichtung verfügt.
  • Yvette Michelfelder (Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften) wurde für ihr Projekt „Im ewigen Kreislauf. Differenz, Wiederholung, Simulacrum. Evolutionsbiologische und philosophische Aspekte in René Polleschs Ping Pong d‘Amour“ ausgezeichnet. Mit ihrem interdisziplinären Ansatz in dieser Bachelorarbeit wagt sich die Studentin über tradierte Konzepte und Analysemethoden in der Theaterwissenschaft hinaus. Ein originelles Thema wurde so mit innovativen Methoden behandelt, zudem können interdisziplinäre Anschlussprojekte avisiert werden.
  • Christina Reimer (Fakultät für Psychologie und Pädagogik) bekam den LMU Forscherpreis für exzellente Studierende für ihr Projekt „Investigating capacity limitations in visual attention and action selection in a multi-tasking situation using behavioral and psychophysiological methods“. Das Manuskript wurde bereits in einem Fachjournal eingereicht und in Poster-Präsentationen auf Konferenzen vorgestellt. Die Arbeit wurde in einem studentischen Praktikum erstellt, als konzeptionell überzeugend bewertet und erbrachte einen klaren Forschungsertrag.
  • Felix Bader (Sozialwissenschaftliche Fakultät) erhielt den LMU Forscherpreis für exzellente Studierende für sein Projekt „Die Auswirkungen von sozialer Ungleichheit auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine Paneldatenanalyse im internationalen Vergleich". Die Kombination von historischer und soziologischer Analyse zu einem gesellschaftspolitisch hochrelevanten Thema hat die Jury beeindruckt und stellt eine hohe Eigenleistung dar.
  • Fabian Gundlach (Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik) bekam den LMU Forscherpreis für exzellente Studierende für sein Projekt „Brauer-Manin obstructions for sums of two squares and a power". Die Forschungsarbeit soll in einer internationalen Fachzeitschrift publiziert werden. Besonders hervorgehoben wurde auch, dass das Projekt bereits sehr früh im Studium durchgeführt wurde.
  • Laura Sellmer (Fakultät für Chemie und Pharmazie) wurde für ihr Projekt „Salinomycin – A silver bullet against migrating colon cancer cells?“ mit dem LMU Forscherpreis für exzellente Studierende ausgezeichnet. Das Projekt stellt eine beeindruckende Forschungsleistung dar und soll auch publiziert werden. Die Experimente wurden eigenständig durchgeführt und mit großer Motivation umfassend analysiert.
  • Das iGEM-Team „LMU-Munich“ - Julia Bartels, Tamara Cikovic, Franziska Dürr, Jennifer Emenegger, Simon Kelterborn, Korinna Kraft und Jara Radeck (alle Fakultät für Biologie) - erhielt den LMU Forscherpreis für exzellente Studierende für das Projekt „Beadzillus“. Dieser Vorschlag stellt ein herausragendes Projekt dar, das bereits Preise erhalten hat. Das Team hat in seinem Projekt Überdauerungsstadien (sogenannte Endosporen) des Bodenbakteriums Bacillus subtilis zu funktionalen Nanopartikeln umgebaut, welche es ermöglichen, jedwedes Protein spezifisch, fest und funktional an der Oberfläche zu verankern und somit nutzbar zu machen. Herausragend ist insbesondere das erfolgreiche Abschneiden bei einem internationalen Studierenden-Wettbewerb. Positiv wurde außerdem bewertet, dass das Projekt in Teamwork und durch interdisziplinäres Arbeiten entstanden ist.