Ludwig-Maximilians-Universität München
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Einkommenseinbußen

Draufzahlen für einen Teilzeitjob

München, 28.04.2017

Frauen sind eher bereit, für kürzere Arbeitszeiten Gehaltseinbußen hinzunehmen, als Männer. Das liegt einer LMU-Studie zufolge jedoch nicht an unterschiedlichen Präferenzen, sondern an den Rahmenbedingungen in Deutschland.

Gender Pay Gap (Foto: yossarian6 / fotolia.com)

Hartnäckig hält sich der Gender Wage Gap in Deutschland, wonach Frauen im Schnitt weniger verdienen als Männer. Das liegt auch an unflexiblen Arbeitszeiten und der Pflicht zu Überstunden in hochdotierten Berufen, wie eine Studie um Katrin Auspurg von der LMU zeigt. „Frauen akzeptieren für kürzere Arbeitszeiten einen um bis zu 20 Prozent geringeren Stundenlohn“, sagt die Soziologieprofessorin mit Blick auf die Studie, die sie zusammen mit Thomas Hinz von der Universität Konstanz konzipiert hat. Dabei starten Frauen der Studie zufolge mit denselben Vorstellungen ins Berufsleben wie Männer: „Beide sind an einem höheren Gehalt interessiert, an guten Karriereaussichten, einer unbefristeten Stelle und möglichst geringer Pendelzeit.“ Bei Frauen in Partnerschaft und Müttern steigt jedoch die Zahlungsbereitschaft für Teilzeitkonditionen. „Restriktionen wie zeitliche Einschränkungen durch die Betreuung von Kindern geben vor, wie viel Arbeit überhaupt möglich ist und welche Gehaltsunterschiede akzeptiert werden.“

Die derzeitigen Strukturen auf dem Arbeitsmarkt führen demnach dazu, dass sich Stereotype verfestigen. Paare entscheiden früher oder später nach ökonomischen Kriterien, welche Karriere den Vorrang hat, wer zum Zweitverdiener mit Teilzeitjob wird. „Maßnahmen wie steuerliche Vergünstigungen für Unternehmen, die Teilzeitplätze schaffen, könnten einen starken Effekt auf die Lohnlücke haben“, sagt Auspurg.

 

Zum Interview:
In Stereotypen gefangen
Gute Karrierechancen, ein hohes Gehalt: Männer und Frauen starten mit denselben Wünschen ins Berufsleben. Warum Frauen dennoch im Durchschnitt weniger verdienen, untersucht LMU-Soziologin Katrin Auspurg.

Kontakt:
Professor Katrin Auspurg
Institut für Soziologie der LMU
Tel.: +49 (0) 89/2180-5938
E-Mail: katrin.auspurg@lmu.de