Ludwig-Maximilians-Universität München
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Studie zu familiärem Darmkrebs

Neues Kooperationsprojekt soll Angehörige schützen

München, 06.03.2012

Darmkrebs entwickelt sich oft über lange Jahre – ohne Symptome zu zeigen. Ein Warnzeichen ist die Erkrankung enger Familienangehöriger. Der genetische Hintergrund spielt bei Darmkrebs eine wichtige Rolle. Eine neue Studie untersucht das familiäre Risiko. Sie wird gemeinsam vom Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE) der LMU, dem Tumorregister München (TRM), der Psycho-Onkologie des CCCLMU des Klinikums der Universität München, dem Netzwerk gegen Darmkrebs und der Felix Burda-Stiftung durchgeführt. Die Studie wird vom Bundesministerium für Familie, Jugend, Frauen und Senioren mit 850.000 Euro gefördert. „Krebs wird oft nur als Einzelschicksal gesehen“, sagt Professor Ulrich Mansmann, Direktor des IBE und Koordinator der Studie. „Wir wissen aber, dass das Risiko auch für enge Verwandte eines Darmkrebs-Patienten erhöht ist. Sie erkranken vor allem oft schon in jüngeren Jahren. Diese Menschen sollen künftig durch gezielte Aufklärung und Beratung über geeignete Vorsorgemaßnahmen geschützt werden.“

In Deutschland sind im Jahr 2008 etwa 65.000 Personen neu an Darmkrebs erkrankt  und mehr als 26.000 an den Folgen der Erkrankung verstorben. „Internationale Studien zeigen eine genetische Komponente bei Darmkrebs“, sagt Professor Jutta Engel vom Tumorregister München. „Wir gehen davon aus, dass sich etwa 20 Prozent aller kolorektalen Karzinomerkrankungen in Familien mit einem erhöhten Risiko ereignen.“ In der Studie werden die Familien von Neuerkrankten erfasst. Wie häufig treten familiäre Risikokonstellationen auf? Wie gut können diese mit einem einfachen, vom Netzwerk gegen Darmkrebs entwickelten Fragebogen erkannt werden?

Auch die psychosozialen Auswirkungen werden untersucht. „Wir wollen verstehen, was Familien durchleben und wie sie damit umgehen, wenn Vater oder Mutter in der aktiven Familienphase von der Diagnose Darmkrebs betroffen sind“, sagt Dr. Pia Heußner, Leiterin der Psycho-Onkologie des Krebszentrums (CCCLMU) am Klinikum Großhadern. „Der Datenschutz liegt uns bei dieser Studie ganz besonders am Herzen“, betont Jürgen Stausberg, Professor für Medizinische Informatik am IBE. “Wir stellen sicher, dass die Informationen zu Erkrankungen in den Familien anonym bleiben.“

„Eine entscheidene Frage ist, wie die betroffenen Familien sicher erkannt werden können, und wie wir sie am besten ansprechen“, sagt Mansmann. „Bei familiärem Darmkrebs wird heute empfohlen, sich bereits vor dem 50. Lebensjahr regelmäßig untersuchen zu lassen. Die Ergebnisse der Studie helfen bei der Entscheidung, ob diese Untersuchungen regulär in die Darmkrebsvorsorge der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen werden sollten. Wir können die Betroffenen nur dann umfassend schützen, wenn wir Ihnen auch die passende Früherkennung ermöglichen.“ (suwe)

Ansprechpartner:
Professor Dr. Ulrich Mansmann
Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE) der LMU
Tel.: 089 / 7095 – 4491
Fax: 089 / 7095 – 7491
E-Mail: mansmann@ibe.med.uni-muenchen.de
Web: www.ibe.med.uni-muenchen.de

 

 

 

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