Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Symposium

Die Dynamik von Krebs verstehen

München, 15.01.2018

Vom 1. bis 3. März tauschen sich Forscher an der LMU über neueste Erkenntnisse zur Krebsentwicklung aus.

Peripheres Blut mit zum Teil granulierten Blasten bei akuter myeloischer Leukämie (AML). Bildnachweis: Labor für Leukämiediagnostik, Klinikum der Universität München

Die Diagnose Krebs ist für Betroffene ein Schock, auch wenn es inzwischen effiziente Therapien gibt. Der Erfolg einer Behandlung hängt jedoch auch von der Art der Krebserkrankung ab, zudem besteht immer die Gefahr eines Rückfalls. Warum das so ist und welche molekularen Mechanismen dazu führen, dass sich Tumorzellen bilden, die gegenüber jeglicher Therapie resistent sind, wird im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Genetische und epigenetische Evolution von hämatopoetischen Neoplasien“ erforscht, den die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Jahr 2016 an der LMU eingerichtet hat.

Die Münchner Forscher konzentrieren sich dabei auf die Evolution von Krebszellen, die sich schnell vermehren und verändern können. Diese Forschung liefert den Wissenschaftlern neuartige Hinweise auf die evolutionsbiologischen Vorgänge: „Wir können von diesen Krebszellen viel über die Evolution an sich lernen und mit diesem Wissen neue Ansätze für nachhaltige Krebstherapien entwickeln“, erläutert Professor Heinrich Leonhardt, der Sprecher des Sonderforschungsbereichs.

Um diese Mechanismen auf molekularer Ebene zu entschlüsseln, arbeiten im SFB Biologen, Chemiker, Bioinformatiker und klinische Forscher eng zusammen. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Arten von Blutkrebs, die sogenannte akute myeloische Leukämie und indolente Lymphome. Neue Technologien, die in den vergangenen Jahren entwickelt wurden, eröffnen ihnen dafür neue Möglichkeiten und Einblicke. So kann heute zum Beispiel mithilfe von Modellsystemen und der Sequenzierung von einzelnen Zellen eine Art molekularer Fingerabdruck erstellt werden, der Informationen über die Entstehung von Tumorzellen und die Entwicklung von Therapieresistenzen liefert.

Die neuesten Erkenntnisse zur Evolution von Krebs werden vom 1. bis 3. März 2018 auf einem internationalen Symposium an der LMU vorgestellt. Das Symposium wird von Wissenschaftlern aus dem Münchner Sonderforschungsbereich „Cancer Evolution“ organisiert, die die Entwicklung von Krebserkrankungen erforschen. Die renommierten Wissenschaftler Peter Campbell vom britischen Wellcome Trust Sanger Institute und Catherine J. Wu vom Dana-Farber Cancer Institute eröffnen das Symposium mit aktuellen Vorträgen zum Stand der Forschung.

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus aller Welt präsentieren und diskutieren auf diesem internationalen Symposium ihre neusten Forschungsergebnisse zur Entstehung und Therapie von Krebserkrankungen. Die Teilnahme ist kostenlos, aber eine Anmeldung bis zum 28. Januar 2018 ist erforderlich. (Vorschläge für Präsentationen können noch bis zum 21. Januar 2018 eingereicht werden.)

Die beiden Eröffnungsvorträge sind öffentlich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Mehr zur Veranstaltung:

Mehr zur Forschung am SFB: