Ludwig-Maximilians-Universität München
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Archäologie

Alter der Porta Nigra festgestellt

München, 22.01.2018

Naturwissenschaftliche Untersuchungen verraten erstmals, wann das römische Stadttor in Trier erbaut wurde.

Die Porta Nigra gilt als eines der best erhaltenen römischen Bauwerke nördlich der Alpen (Foto: Rheinisches Landesmuseum Trier)

LMU-Archäologen haben ein wissenschaftliches Rätsel um das römische Stadttor in Trier gelöst, das zum UNESCO-Welterbe zählt. Ihnen ist es erstmals gelungen, das Alter des Baus genau zu datieren. Die Porta Nigra, wie das Tor genannt wird, und die Mauer wurden um 170 nach Christus erbaut, wie Grabungen und anschließende Untersuchungen unter der Leitung von Christoph Lindner, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Provinzialrömische Archäologie von Salvatore Ortisi zeigen.

Die Stadtmauer wurde damals auf einem sumpfigen Gelände nahe der Mosel errichtet. „Die römischen Bautrupps hatten große Schwierigkeiten beim Errichten der Anlage und mussten die Baugrube mithilfe von Hölzern trockenlegen“, sagt Christoph Lindner. Die Forscher haben für ihre Grabungen gezielt eine Stelle ausgesucht, an der sie infolge hoher Feuchtigkeit noch Überreste der Hölzer vermuteten. Tatsächlich konnten sie Holzreste der Spundwand der Baugrube bergen. Dendrochronologische Untersuchungen am Rheinischen Landesmuseum Trier ergaben, dass die Bäume im Winterhalbjahr 169/170 nach Christus gefällt wurden. „Das ist der erste naturwissenschaftliche Beweis für die Errichtung dieses Bauwerks“, sagt Lindner. Zuvor konnte die Entstehungszeit der Welterbestätte nur anhand archäologischer und bauhistorischer Forschungen geschätzt werden.