Ludwig-Maximilians-Universität München
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Genomsequenzierung

Das Leben im Scanner

München, 30.01.2018

„Der gläserne Mensch“ – am Center for Advanced Studies der LMU diskutieren Experten „Versprechen und Risiko“ des technologischen Fortschritts: Was lässt sich aus den Genomen lesen?

Grafik: Forance / Fotolia.com

Die erste Sequenzierung eines menschlichen Genoms war ein milliardenschweres Großprojekt, an dem Hunderte Wissenschaftler über Jahre arbeiteten. Der immense technologische Fortschritt hat solche Arbeiten seitdem nicht nur extrem beschleunigt und erweitert, auch der Preis dafür ist dramatisch gefallen. Die Sequenzierung kompletter Genome kostet heute nur noch einen Bruchteil. Und von Tausenden Zellen gleichzeitig die unterschiedlichen Genexpressionsmuster auszulesen, ist eine Sache von wenigen Tagen.

Diese neuen technologischen Möglichkeiten haben die biologische und medizinische Forschung revolutioniert. Denn egal, um welche Zellverbände oder Lebewesen es geht, die neue Flut genetischer Daten, die so entsteht, schafft Erkenntnisse von sozusagen einer neuen genetischen Tiefenschärfe und ermöglicht Aussagen von großer Tragweite. Ein fundamentaler Wandel, sagen Experten.

Welche neuen Formen der Diagnostik also gibt es, um das menschliche Erbgut zu untersuchen? Welche Erkenntnisse lassen sich gewinnen, wenn Wissenschaftler Gensequenzen von immer mehr Individuen miteinander vergleichen können? Welche Auswirkungen können die neuen technologischen Errungenschaften auf die Gesellschaft haben, wenn heute theoretisch jeder seine Erbanlagen bei Spezialfirmen für deutlich unter 10.000 Euro scannen lassen kann – auf eine Vielzahl kleinster individueller Abweichungen von der Norm, die mit bestimmten Eigenschaften oder Krankheitsrisiken in Verbindung stehen?

Über solche Fragen diskutieren am Donnerstag, den 1. Februar 2018, um 18:30 Uhr im CAS (Seestraße 13, 80802 München) die Professorin für Ethik Angela Kallhoff von der Universität Wien, der Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Medizinrecht Henning Rosenau (Universität Halle) und Professor Ortrud Steinlein, die Direktorin des Instituts für Humangenetik an der LMU ist. Die Moderation hat Kathrin Zinkant, Wissenschaftsjournalistin der Süddeutschen Zeitung.

Für die Veranstaltung, die im Rahmen des CAS-Schwerpunktes „Biology of Genomes“ stattfindet, ist eine Anmeldung unter info@cas.lmu.de erforderlich.