Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Wissenschaftliche Tagung

Das Universum aus dem Dunkel holen

München, 27.09.2017

Was ist die Natur von Dunkler Energie und Dunkler Materie? Das untersuchen Wissenschaftler der LMU sowie der Universitäten Heidelberg und Bonn. Auf einem Kongress ziehen sie eine vorläufige Bilanz.

Eine Karte der Dunklen Materie. Sie zeigt etwa ein Dreißigstel des gesamten Himmels. Rote Bereiche deuten eine hohe Dichte Dunkler Materie an, blaue Bereiche eine geringere. Abbildung: Chihway Chang, Kavli Institute for Cosmological Physics, University of Chicago, und die DES-Kollaboration

Die Materie, so wie wir sie kennen, ist nur ein Bruchteil des Universums. Die sogenannte baryonische Materie, die aus bekannten Elementarteilchen besteht, macht nur knapp fünf Prozent des Energieinhaltes im Universum aus. Der große Rest: unsichtbar, im Dunkel. Rund 27 Prozent davon sind Dunkle Materie, dazu kommen noch rund 68 Prozent Dunkle Energie. Sie haben massiven Einfluss auf die Gestalt des Kosmos: Während die Dunkle Materie die kosmischen Strukturen wie Galaxien entstehen lässt, beschleunigt die gleichförmig verteilte Dunkle Energie die Expansion des Universums. Doch welche Natur und Zusammensetzung haben sie? Diese Frage gehört zu den elementaren Rätseln der Physik.

Seit 2006 arbeiten Wissenschaftler der LMU mit Kollegen der Universitäten Heidelberg und Bonn in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Sonderforschungsbereich (SFB) zusammen. Der Verbund unter dem Kürzel TR33, an dem zusätzlich auch Forscher der Max-Planck-Institute für Astrophysik und extraterrestrische Physik sowie des European Southern Observatory (ESO) beteiligt sind, vereint Theoretiker und Vertreter der beobachtenden Astronomie und soll klären helfen, was das Wesen des „Dunklen Universums“ ausmacht. Im kommenden Jahr läuft das Großprojekt aus. Auf einer letzten ihrer Jahrestagungen wollen die beteiligten Wissenschaftler nun eine vorläufige Bilanz ziehen. Der Kongress findet zwischen dem 9. und dem 13. Oktober an der LMU statt. Die Veranstalter haben Vortragende aus aller Welt eingeladen und erwarten weit über 100 Teilnehmer.

Das gesamte Feld habe immense Fortschritte gemacht, um die Phänomene beobachten, simulieren und berechnen zu können, wenngleich sich die Grundfrage weiterhin nicht eindeutig beantworten lässt, sagt der wissenschaftliche Organisator Jochen Weller, Professor für Physikalische Kosmologie an der LMU. Zu den Highlights des Kongresses zählt Weller die Präsentationen zur Theorie und Messung Dunkler Materie, zum Dark Energy Survey, der auf der Basis des sogenannten Gravitationslinseneffektes die Menge und Verteilung Dunkler Materie im Universum kartiert, sowie zur Theoriebildung zur Beschaffenheit der Dunklen Energie.