Ludwig-Maximilians-Universität München
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Archäogenetik

Pest erreichte schon in der Steinzeit Deutschland

München, 23.11.2017

Das Pestbakterium gelangte infolge einer massiven Migration von Nomaden aus der pontisch-kaspischen Steppe nach Europa – und das Jahrtausende vor den ersten bekannten historischen Pestepidemien.

Ein männliches Individuum mit Dolch, Pfeilspitzen, Armband und Knochennadel von der Ausgrabungsstätte Haunstetten Postillionstraße. Foto: Stadtarchäologie Augsburg

Ein Forschungsteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte und unter Beteiligung von Philipp Stockhammer, Professor für Prähistorische Archäologie an der LMU, hat erstmals europäische Genome des Pesterregers Yersinia pestis sequenziert, die aus dem späten Neolithikum und der frühen Bronzezeit (vor 4.800 bis 3.700 Jahren) aus Mitteleuropa stammen. Dies gelang mithilfe von DNA, die aus menschlichen Skeletten gewonnen wurde, darunter auch zwei Skelette, die in Bayern im Raum Augsburg gefunden wurden. „Damit ist es uns gelungen, die frühesten Belege für die Pest im heutigen Deutschland zu erbringen“, sagt Stockhammer. Die Analyse dieser Proben, die jetzt in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlicht wurde, legt die Vermutung nahe, dass die steinzeitliche Pest im Neolithikum im Zusammenhang mit einer massiven Einwanderung von Menschen aus der kaspisch-pontischen Steppe nach Europa gelangte.
(Current Biology 2017)

 

Zur Meldung beim MPI für Menschheitsgeschichte:

Mehr zur Forschung von Philipp Stockhammer: