Ludwig-Maximilians-Universität München
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Adaptives Immunsystem

Eine Frage der Uhrzeit

München, 02.02.2017

Lymphozyten zirkulieren in bestimmtem Rhythmus durch den Körper. Je nach Tageszeit regen sie die Immunantwort mal stärker, mal schwächer an. LMU-Forscher konnten diese Auswirkung über Wochen nachweisen.

Foto: arsdigita / fotolia.com

Lymphozyten spielen eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr. Ihre Aufgabe ist es, den Körper vor Erregern wie Bakterien und Viren zu schützen. Sie zirkulieren in einem sogenannten zirkadianen Rhythmus, der etwa 24 Stunden umfasst, durch den Körper. Die LMU-Physiologen Dr. Christoph Scheiermann und David Druzd berichten in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Immunity“, dass die adaptive Immunantwort zu bestimmten Zeitpunkten stärker ausfällt. Die Forscher sind Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereichs 914, der sich mit der Analyse der Wanderung von Leukozyten im Körper befasst.

Christoph Scheiermann forscht im Rahmen seiner mit einem ERC-Starting-Grant und dem Emmy-Noether-Programm geförderten Projekte darüber, wie weiße Blutkörperchen, zu denen die Lymphozyten gehören, im Blut zirkulieren und die Immunantwort regulieren.

Seine aktuelle Studie zeigt nun am Beispiel des Mausmodells, dass es von der Tageszeit abhängt, wo sich die Lymphozyten im Körper befinden, und dies nachhaltige Auswirkungen auf die Immunantwort hat. „Tagsüber zirkulieren die Lymphozyten stark im Blut, bei Anbruch der Nacht sammeln sie sich in Lymphknoten.“, sagt Scheiermann. Das hat wesentliche Folgen dafür, wie eine Impfung wirke. „Noch Wochen nach der Immunisierung lassen sich die Effekte des Tagesrhythmus nachweisen. Der Tageszeitpunkt der Immunisierung beeinflusst die Immunantwort nachhaltig“, sagt Scheiermann. Je nach Uhrzeit fiele die Immunantwort schwächer oder stärker aus.
(Immunity 2017)