Ludwig-Maximilians-Universität München
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Wichtige Auszeichnung

Bessel-Preisträger an der LMU

München, 14.09.2017

Der Materialwissenschaftler Omar Saleh hat einen Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis erhalten – für einen Arbeitsaufenthalt im Team des LMU-Physikers und DNA-Origami-Spezialisten Tim Liedl.

Foto: Courtesy Image

Der Materialforscher Omar Saleh ist neuer Gastwissenschaftler am Physik-Department der LMU. Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat den Professor von der University of California in Santa Barbara (UCSB) mit dem angesehenen Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis ausgezeichnet – auf Vorschlag des Physikers Tim Liedl, Professor in der Soft Condensed Matter Group der LMU. Nun wird Saleh in dessen Team als Gastwissenschaftler arbeiten. Außerdem wird der US-Forscher Visiting Fellow am Center for Advanced Studies (CAS) der LMU sein.

Omar Saleh untersucht die Physik weicher und biologischer Materie. So analysiert er vor allem die Eigenschaften von Polymeren, also langen, kettenartigen Molekülen. Unser Erbmaterial besteht in der Regel aus zwei DNA Einzelsträngen, die sich um einander winden und so die bekannte Doppelhelix bilden. Als Einzelstrang hingegen ist DNA ein langes Polymer, in dem die vier verschiedenen Basen die Bausteine sind. An diesem Molekül lassen sich, erklärt Saleh, Eigenschaften und Kräfte studieren, die biologischen Systemen zum Beispiel Elastizität und Beweglichkeit geben. „Seit Kurzem arbeiten wir daran, eine Art künstlichen Zellkern zu schaffen“, berichtet der Wissenschaftler aus Santa Barbara. Von seinem Münchner Aufenthalt verspricht er sich dabei entscheidende Fortschritte, insbesondere durch die Zusammenarbeit mit den hiesigen Fachleuten für DNA-Selbstorganisation und Synthetische Biologie.

Saleh ist Professor im Materials Department der UCSB und Direktor des dortigen Biomolecular Science and Engineering Programms. Er studierte Physik am Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge, USA, machte seinen Ph.D. an der Princeton University, USA, und war Postdoktorand an der Ecole Normale Supérieure in Paris, bevor er nach Santa Barbara ging.

Für den Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis können „in ihrem Fachgebiet bereits international anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland, die ihre Promotion vor nicht mehr als 18 Jahren abgeschlossen haben, nominiert werden“, heißt es in den Förderungsstatuten der Alexander von Humboldt-Stiftung. Die Preisträger werden für ihre herausragenden Forschungsleistungen ausgezeichnet. Sie sind eingeladen, selbst gewählte Forschungsvorhaben in Deutschland in Kooperation mit Fachkollegen für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr durchzuführen. Die Humboldt-Stiftung verleiht jährlich etwa 20 der mit jeweils 45.000 Euro dotierten Preise.