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Auszeichnung

Vier Consolidator-Grants für LMU

München, 01.12.2017

Der Europäische Forschungsrat vergibt an vier Wissenschaftler je einen der hochdotierten Grants für ihre Forschung an der LMU.

Alexander Högele, Olaf Hohm, Konstantinos Panagiotou und Lode Pollet haben erfolgreich je einen ERC Consolidator Grant eingeworben. Für Alexander Högele und Lode Pollet ist es bereits der zweite ERC-Grant in ihrer Karriere. Die Auszeichnung ist mit einer Förderung von bis zu zwei Millionen Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren dotiert. Die Erfolgsquote der LMU bei dieser Ausschreibungsrunde ist mit 40 Prozent gegenüber dem europäischen Durchschnittswert von circa 13 Prozent überdurchschnittlich gut.

Mit Consolidator Grants unterstützt der ERC exzellente junge Wissenschaftler dabei, ihre innovative Forschung weiter auszubauen und zu konsolidieren. Grundlage für die Entscheidung des Europäischen Forschungsrats bei der Vergabe der hoch dotierten Grants ist die wissenschaftliche Exzellenz der Antragsteller sowie des beantragten Projekts.

Die vier neuen ERC-Projekte an der LMU im Überblick:

Dr. Alexander HögeleNeue Nanomaterialien sind aufgrund ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften für viele technologische Anwendungen interessant. Alexander Högele von der Fakultät für Physik der LMU hat sich auf die Entwicklung innovativer Nanomaterialien mit herausragenden optischen Eigenschaften spezialisiert. „Nanophotonics“ lautet der Titel seiner Arbeitsgruppe. Im Rahmen eines ERC Starting Grants, der ihm 2013 verliehen wurde, forschte der Physiker in den vergangenen Jahren über Nanoröhren aus Kohlenstoff, die beispielsweise einmal für abhörsichere Quantenkommunikation relevant werden könnten. Nun hat ihn der ERC auch mit einem Consolidator Grant ausgezeichnet. In seinem neuen Projekt mit dem Titel „Layered semiconductors and hybrid systems for quantum optics and opto-valleytronics” wird sich Alexander Högele intensiv mit ultradünnen Materialien aus sogenannten Übergangsmetall-Dichalkogeniden beschäftigen. Auch sie weisen besondere optische Eigenschaften auf, darunter eine besonders starke und polarisationsselektive Licht-Materie-Wechselwirkung, und haben daher ein großes Potenzial, für neuartige quantenoptische und opto-valleytronische Anwendungen genutzt zu werden.

Mehr zur Forschung von Alexander Högele:

 

Dr. Olaf Hohm

Was geschah in den ersten Momenten, als das Universum geboren wurde? Dieser Frage gehen Kosmologen experimentell nach sowie mithilfe theoretischer Berechnungen. Der Physiker Dr. Olaf Hohm, derzeit an der Stony Brook University in New York und Research Associate am Arnold Sommerfeld Center für theoretische Physik der LMU von 2011 bis 2013, setzt dabei auf die sogenannte Stringtheorie. Dieser physikalischen Theorie zufolge besteht – vereinfacht dargestellt – alle Materie aus sogenannten Strings, die wie die Saiten eines Instruments schwingen. In diesem Gedankengebäude hat das Universum neun Raumdimensionen und eine Zeitdimension. Olaf Hohm wird in einem Projekt, für das er nun mit einem Consolidator Grant ausgezeichnet wurde, einen stringtheoretischen Ansatz entwickeln, um Fragen über den Anfang des Universums rein rechnerisch beantworten zu können. Der Titel seines ERC-Projekts lautet „Duality Symmetries, Higher Derivatives, and their Applications in Cosmology”.

 

Professor Konstantinos PanagiotouKonstantinos Panagiotou ist Professor für Angewandte Mathematik an der Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik mit einem Schwerpunkt auf Diskreter Mathematik und Theoretischer Informatik. Der ERC hat ihm einen Consolidator Grant für seine Forschung auf dem Gebiet der sogenannten Graphentheorie verliehen. Ein Graph ist eine mathematische Struktur, die aus Knoten und ihren Verbindungen untereinander besteht. Mit ihrer Hilfe lassen sich Lösungen für Problemstellungen im Alltag berechnen, etwa zu realen oder sozialen Netzwerken oder zu Fragen der Logistik. In seinem ERC-Projekt „Phase Transitions in Random Constraint Satisfaction Problems” wird Konstantinos Panagiotou zum Verständnis von Phasenübergängen und zufällig diskreten Strukturen beitragen. Seine Ergebnisse werden auch für die Computerwissenschaften und Statistische Physik relevant sein.

Mehr zur Forschung von Konstantinos Panagiotou:

 

Professor Lode PolletIn sogenannten Quantensimulationen lassen sich komplexe physikalische Prozesse untersuchen, die für viele Technologien relevant sind. Es ist das Forschungsgebiet von Lode Pollet, Professor für Funktionale Nanosysteme an der Fakultät für Physik der LMU. Im Jahr 2012 wurde Lode Pollet bereits mit einem ERC Starting Grant für ein Projekt zur Quantensimulation ausgezeichnet. Dabei verwendet der Physiker ein System, bei dem ultrakalte Atome in einem optischen Gitter angeordnet werden. Nun hat ihm der ERC auch einen Consolidator Grant für sein Projekt „Quantum Simulation of Strongly-Correlated Systems” verliehen, mit dem er neue Methoden entwickeln wird, um das Verhalten ultrakalter Atome zu simulieren.

Mehr zur Forschung von Lode Pollet:

 

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