Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neue Forschergruppe

Krise im Theater

München, 28.09.2017

Die DFG fördert eine neue Forschergruppe über die Transformationsdynamiken der darstellenden Künste.

Foto: aerogondo / fotolia.com

An der LMU startet eine neue DFG-Forschergruppe am Institut für Theaterwissenschaft. Thema sind die darstellenden Künste in Zeiten der Krise. Angesichts der Hausbesetzung der Berliner Volksbühne in diesem September und öffentlicher Debatten über die Kosten von Theatern und ihrer Sanierung sagt Christopher Balme, Direktor des Instituts für Theaterwissenschaft an der LMU und Sprecher der neuen Forschergruppe: „Deutschlands darstellenden Künste stehen nicht erst in jüngster Zeit, aber momentan scheinbar verdichtet im Zeichen von Krisenphänomenen.“ So sehr ihre Vielfalt international bewundert würde, herrsche zugleich Unsicherheit über den gesellschaftlichen Wert sogenannter Hochkultur.

Um die Auswirkungen solcher Krisenphänomene und –zuschreibungen auf das Theater selbst zu untersuchen und sie in größere gesellschaftliche Zusammenhänge einzuordnen, ist die Forschergruppe interdisziplinär angelegt und auf mehrere Standorte verteilt. Beteiligt sind Theater- und Musikwissenschaften, Germanistik und Soziologie, Kulturmanagement sowie Arbeits- und Politikwissenschaft. Dabei sollen alle Darstellungsformen von Sprechtheater über Oper, Tanz und Orchester bis hin zu neuen experimentellen Darstellungsformen in den Blick genommen werden.

Das Ziel der Forschergruppe ist es, die Transformationsdynamiken zu ergründen, die mit solchen krisenhaften Entwicklungen und den Diskursen darüber für die darstellenden Künste einhergehen. Dabei sollen die demographische Entwicklung und regionale Unterschiede in den Blick genommen werden, aber auch öffentliche Bewertungen und neue ästhetische Formen der Darstellung. Zudem soll die Veränderung der Art der Beschäftigungsverhältnisse an Theatern thematisiert werden, die sich zunehmend am „Markt orientieren“. Mit diesem Ansatz wollen die Wissenschaftler ebenso empirische Erkenntnisse gewinnen als auch eine institutionenbezogene Theorie für die darstellenden Künste in ihren festen und freien Organisationsformen erarbeiten.

Die neue Forschergruppe mit dem Titel „Krisengefüge der Künste: Institutionelle Transformationsdynamiken in den darstellenden Künsten der Gegenwart“ wird zunächst über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. Mit Forschergruppen unterstützt die DFG Arbeitsbündnisse von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich gemeinsam einer Forschungsaufgabe widmen. Das soll Ergebnisse ermöglichen, die sich im Rahmen einer Einzelförderung in der Regel nicht erreichen lassen.

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