Ludwig-Maximilians-Universität München
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Big Bell Test

Spielen für die Quantenphysik

München, 17.10.2016

LMU-Physiker um Harald Weinfurter beteiligen sich am internationalen Big Bell Test, der Grundlagen der Quantenphysik testen soll. Jeder ist eingeladen, am 30. November über ein Browser-Spiel Zufallseingaben zu machen und damit zu Experimenten beizutragen.

©ICFO/Kaitos & Maria Pascual

Quantenphysiker sind gespannt auf den 30. November. An diesem Tag findet der sogenannte Big Bell Test statt. Damit er funktioniert, werden mindestens 30.000 Freiwillige gesucht, die bei einem Online-Spiel mitmachen. Die dabei gewonnenen Daten werden für quantenphysikalische Experimente benötigt.

An der LMU nimmt das Team um Professor Harald Weinfurter und Wenjamin Rosenfeld am Big Bell Test teil. Die LMU-Physiker sind an den Zufallsdaten interessiert, die von den Spielern erzeugt werden. Damit wollen sie die sogenannte Bellsche Ungleichung testen. Sie wurde in den 1960er-Jahren von dem Physiker John Bell aufgestellt und erlaubt, die Gültigkeit von grundlegenden Annahmen der klassischen Physik gegenüber jenen der Quantenphysik experimentell zu überprüfen. Dazu werden die Physiker Messungen in zwei Laboren durchführen, die 400 Meter voneinander entfernt sind. Sie benutzen dabei zwei Atome, die sie in einen sogenannten verschränkten Zustand bringen. Zum Test der Bellschen Ungleichung muss dabei zwischen verschiedenen Messeinstellungen entschieden werden. Diese Entscheidungen sollen nun auf Grund der Zufallsdaten getroffen werden, die von Menschen über das Onlinespiel generiert werden.

Bislang wurden für solche wissenschaftlichen Experimente Eingaben mittels Zufallsgeneratoren erzeugt. Von der Teilnahme am Big Bell Test erhoffen sich Quantenphysiker nun eine möglichst neutrale Datenbasis. „Es ist eine völlig andere Art Zufall. Das macht es für uns interessant“, sagt Dr. Wenjamin Rosenfeld.

Der Big Bell Test wird koordiniert vom Institute of Photonic Science (ICFO) in Barcelona. Neben der LMU nehmen mehrere Institute auf der ganzen Welt teil, darunter die ETH Zürich und die australische University of Queensland.