Ludwig-Maximilians-Universität München
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Frontiers of Knowledge Awards

LMU-Kosmologe Mukhanov ausgezeichnet

München, 20.01.2016

Viatcheslav Mukhanov berechnet, was unmittelbar nach dem Urknall geschah. Jetzt bekommt der LMU-Physiker für seine Arbeiten den Frontiers of Knowledge Award der spanischen BBVA-Stiftung – zusammen mit Stephen Hawking.

Foto: Jörg Koch

Was passierte bei der Geburt des Weltalls? Warum hat es sich in der Phase der sogenannten Inflation unmittelbar nach dem Urknall so schlagartig ausgebreitet? Und wie konnten sich Sterne, Planeten und ganze Galaxien überhaupt bilden? Das sind die Fragen, die Viatcheslav Mukhanov mit seinen Berechnungen zu beantworten versucht. Jetzt hat die spanische BBVA-Stiftung den Physik-Ordinarius an der LMU und Experten für Theoretische Quantenkosmologie mit einem ihrer diesjährigen mit jeweils 400.000 Euro dotierten Frontiers of Knowledge Awards ausgezeichnet. Mukhanov erhält den Preis in der Kategorie Basic Science, zusammen mit dem englischen Physiker Stephen Hawking. Damit würdige die Stiftung „bahnbrechenden Beiträge“ der beiden zur „fundamentalen Kosmologie“, heißt es in einer Erklärung der Jury.

Aus minimalen submikroskopischen Fluktuationen in der Startphase des Universums, besagt Viatcheslav Mukhanovs Idee der Quantenfluktuation, entstehen makroskopische Dichteschwankungen, mit denen sich die spätere Verteilung der Materie und letztlich die Bildung von Sternen, Planeten und Galaxien erklären lassen. Die genaue Ausprägung und die Größenordnung dieses Mechanismus berechnet der LMU-Physiker. Und dass schließlich auch die Quanten im frühen Universum gewissen Fluktuationen unterlegen haben müssen, ergibt sich für Mukhanov aus der Heisenbergschen Unschärferelation. Sie besagt, dass sich Ort und Impuls eines Teilchens nicht exakt angeben lassen.

In exakter Übereinstimmung mit den Messungen

Die Strahlung des kosmischen Mikrowellen-Hintergrundes, in dem sich die Auswirkungen der Quantenfluktuation als leichte Temperaturschwankungen wiederfinden ließen, sei in verschiedensten Satelliten-Missionen vermessen worden, heißt es in der Begründung der Jury weiter. Die endgültige spektaktuläre Bestätigung von Mukhanovs Arbeiten hätten die Daten des europäischen Weltraumteleskops Planck im Jahr 2013 gebracht. Sie stünden in erstaunlich exakter Übereinstimmung mit den theoretischen Vorhersagen.

Viatcheslav Mukhanov ist Inhaber des Lehrstuhls für Theoretische Astroteilchenphysik und Kosmologie an der LMU. Mukhanov, Jahrgang 1956, studierte am Moskauer Institut für Physik und Technologie und promovierte und habilitierte sich am Lebedew-Institut, Moskau, UdSSR/Russland. Von 1992 lehrte und forschte er an der ETH Zürich, Schweiz, bevor er 1997 an die LMU berufen wurde. Mukhanov erhielt zahlreiche Preise, unter anderem den Gruber-Preis für Kosmologie, die Chair Blaise Pascal, ENS, Paris, Frankreich, und zuletzt die Max-Planck-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

 

Weitere Informationen zu den Arbeiten von Viatcheslav Mukhanov: