Ludwig-Maximilians-Universität München
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Graduiertenkolleg

Wahrnehmen verstehen

München, 24.05.2016

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert ein neues Graduiertenkolleg, das es ermöglicht, fachübergreifend Prinzipien der Wahrnehmung zu erforschen.

Foto: tktyfy / fotolia.com

Wie nimmt der Mensch die Welt wahr und welche neuralen Aktivitäten spielen dabei eine Rolle? Diese Fragen werden künftig im Rahmen des neuen Graduiertenkollegs „Kontextabhängige Wahrnehmung und deren neurale Grundlagen“ erforscht, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. „Derselbe physikalische Stimulus wird je nach Kontext unterschiedlich wahrgenommen“, sagt Christian Leibold, Professor für Computational Neuroscience am Biozentrum der LMU und Sprecher des Kollegs. Erfahrungen, Handlungsintentionen und momentane Sinneseindrücke beeinflussen die Wahrnehmung. So wirken zum Beispiel die Farben eines Gemäldes auf den Betrachter anders, je nachdem, ob der umgebende Raum rot oder blau gestrichen ist.

Bislang gibt es in der Forschung kein kohärentes Bild des Zusammenspiels von Kontext und Wahrnehmung, da es so viele verschiedene Einflussfaktoren gibt. „Wir gehen jedoch davon aus, dass das Gehirn in unterschiedlichen Situationen ähnliche funktionale Ziele hat“, erläutert Leibold den neuen Forschungsansatz. Ein Ziel des Kollegs ist es, diese Ähnlichkeiten herauszufinden und unterschiedliche Einflussfaktoren zu gruppieren.

Um diese Prinzipien der Wahrnehmung zu entschlüsseln, arbeiten Forscherinnen und Forscher verschiedener Disziplinen zusammen: Neurobiologie, Psychologie, Medizin und Computational Neuroscience. Mit Hilfe elektrophysiologischer und bildgebender Verfahren sollen die neuronalen Prozesse beobachtet und interpretiert und theoretische Modelle entwickelt werden. Auch klinisch relevante Fragen, etwa wie Störungen der Gleichgewichtsorgane die visuelle Wahrnehmung beeinflussen, werden verfolgt.

Interdisziplinarität ist auch Teil des Ausbildungskonzepts: Die Doktoranden werden in sogenannten Tandem-Projekten von Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtung betreut. Strukturell ist das neue Graduiertenkolleg an die Graduate School of Systemic Neurosciences angebunden.