Ludwig-Maximilians-Universität München
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Anorganische Chemie

Neue hochenergetische Materialien

München, 25.11.2016

LMU Chemiker haben zwei neue sekundäre Explosivstoffe entwickelt, die potenter sind als bisher gängige Verbindungen.

Schnappschüsse aus dem high-speed Video der Laser-Anregung eines der Sprengstoffe. Bild: Klapötke

LMU-Chemiker um Professor Thomas M. Klapötke haben zwei neue Verbindungen synthetisiert, die die Leistungsfähigkeit bisher gängiger Sprengstoffe deutlich übertreffen. „Die neuen Explosivstoffe auf der Basis des sogenannten Bispyrazolylmethan gehören zu einer Gruppe von dessen Derivaten, die bisher noch nicht als hochenergetische Materialen beschrieben worden waren“, sagt Klapötke. Die neuen Verbindungen, die nicht nur für den militärischen Einsatz, sondern auch für zivile Nutzungen etwa bei der Erdölexploration entwickelt werden könnten, gehören zu den sekundären Sprengstoffen, die erst durch die Schockwelle primärer Sprengstoffe gezündet werden. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler im Journal Angewandte Chemie.

Ein wichtiges Beispiel für häufig eingesetzte Sekundärsprengstoffe ist das hitzebeständige HNS (Hexanitrolstilben), das besonders bei Sprengungen in sehr heißen Erdöllagerstätten verwendet wird. Einer der stärksten bekannten sekundären Sprengstoffe ist CL-20, der wegen der aufwendigen Synthese sehr teuer ist. Die zwei neuen Sprengstoffe, die Klapötke in Zusammenarbeit mit Dr. Jennifer Gottfried vom US Army Research Laboratory synthetisiert hat, sind für eine kommerzielle Nutzung geeignet. Sie sind ähnlich thermostabil wie HNS und deutlich leistungsfähiger, in der Sprengkraft kommt einer der beiden neuen Stoffe fast an CL-20 heran.
Angewandte Chemie 2016