Ludwig-Maximilians-Universität München
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Vortragsveranstaltung

Bericht vom Gen-Gipfel

München, 11.12.2015

In Washington diskutierten hochrangige Experten über Chancen und Risiken genetischer Eingriffe beim Menschen. Professor Ernst-Ludwig Winnacker, früherer DFG-Präsident und Gründungsdirektor des Genzentrums, war dabei. Jetzt berichtet er von der Tagung.

Gene

Die Methode ist so bestechend wie effektiv: Auf der Basis eines bakteriellen Abwehrsystems haben Jennifer Doudna (Berkeley, USA) und Emmanuelle Charpentier (Berlin), letztere gerade mit dem hochrenommierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet, vor wenigen Jahren ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Erbgut präziser als jemals zuvor zerlegen lässt. Mit der sogenannten Crispr/Cas9-Technik lassen sich sehr gezielt DNA-Bruchstücke erzeugen – und genetische Informationen so neu zusammenfügen. Bei diesem Gene Editing handelt es sich sozusagen um Gentechnik auf einer höheren Stufe, die auch vielfältige genchirurgische Eingriffe in das menschliche Erbgut und die menschliche Keimbahn prinzipiell möglich macht.

In Washington diskutierten Anfang Dezember Experten verschiedenster Fachrichtungen die Chancen und Risiken des Human Gene Editing und damit letztlich auch die alte, mit der neuen Technik aber hochaktuelle Frage, ob und wie weit man in das menschliche Erbgut eingreifen darf. Eingeladen hatten gleich drei nationale Akademien: die Wissenschaftsakademien der USA und Chinas sowie die U.S. National Academy of Medicine.

Ernst-Ludwig Winnacker, Biochemie-Professor, früherer Präsident der DFG, Gründungsdirektor des Genzentrums der LMU und einer der Protagonisten der Gentechnikdebatten schon der 1980er-Jahre in Deutschland, gehörte dem Planungskomitee der Großtagung an. Am Montag, 14. Dezember 2015, um 16 Uhr, berichtet er im Biozentrum der LMU (Kleiner Hörsaal B01.019) über den Verlauf und die Ergebnisse des „International Summit on Human Gene Editing“.