Ludwig-Maximilians-Universität München
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Protestantismus in der BRD

Neue Datenbank nun öffentlich

München, 22.12.2015

Die DFG-Forschergruppe „Der Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik Deutschland 1949-1989“ bereitet ihre Forschungsergebnisse auch in einer nun öffentlich zugänglichen Datenbank auf.

Ein Symbol für die Kirche in der BRD: Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. (Foto: ArTo / Fotolia.com)

Die DFG-Forschergruppe „Der Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik Deutschland 1949-1989“ analysiert den Einfluss protestantischer Kirchen und Persönlichkeiten auf gesellschaftspolitische Entwicklungen in der Bonner Republik. Im Rahmen des seit Juni 2013 laufenden Projekts wird eine umfangreiche Datenbank erarbeitet, die eine Übersicht über den westdeutschen Protestantismus bietet. Sie ist ab sofort öffentlich zugänglich.

„Zu vielen Persönlichkeiten liegen erstmals verlässliche Daten vor“, sagt Philipp Stoltz, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschergruppe, die an der LMU und an den Universitäten in Göttingen und Erfurt arbeitet. In der Datenbank werden biographische, institutionelle, thematische und bibliographische Informationen erfasst und miteinander verlinkt. „So entsteht eine EDV-gestützte Kartierung des Protestantismus und seiner gesellschaftlichen Bezüge, die auch Querverbindungen aufzeigt“, sagt Stoltz.

Momentan umfasst die Datenbank 280 Einträge zu protestantischen Persönlichkeiten in Deutschland, darunter etwa über Dietrich Bonhoeffer oder auch den Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker. Zudem werden Datensätze zu relevanten Gruppierungen und Institutionen angelegt wie zum Beispiel über die Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen.

Die Datenbank wird laufend aktualisiert. Sie ist Teil des EU-Projekts „Dariah“, das die langfristige Sicherung und Bereitstellung von Forschungsdaten zum Ziel hat.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat das Großprojekt zum Protestantismus jetzt im Übrigen verlängert. Von Oktober 2016 an geht die Forschergruppe, die in München und Göttingen angesiedelt ist, in eine zweite dreijährige Arbeitsphase. Die Bewilligung hat ein Gesamtvolumen von rund 2,5 Millionen Euro. An der LMU werden Teilprojekte „Protestantische Kommunikationsformen“, „Individualisierungsprozesse als Referenzpunkt theologisch-ethischer Theoriebildung“ und „Der Protestantismus und die Fragen nach gesellschaftlicher Integration und nationaler Identität“ bearbeitet.

 

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Neue Forschergruppe: Protestantismus in ethischen Debatten (vom 12.12.2012)