Ludwig-Maximilians-Universität München
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Physik auf dem Prüfstand

Why trust a theory?

München, 30.11.2015

Weltweit führende Philosophen und Physiker, darunter der US-Nobelpreisträger David Gross, debattieren an der LMU über eine Herausforderung der modernen Physik: die Arbeit mit Theorien, denen die empirische Bestätigung fehlt.

Das Weltraumteleskop Hubble sichtete einige der Galaxien in einem Stadium, als das All noch sehr jung war. Ist die Theorie des quantenmechanischen Ursprungs von Galaxien widerlegbar? So fragt LMU-Kosmologe Viatcheslav Mukhanov. Foto: NASA/ESA/R. Windhorst (Arizona State University) / H. Yan (Spitzer Science Center, Caltech)

Unter dem Titel „Why trust a theory? Reconsidering Methodology in Light of Modern Physics“ treffen am 7. und 8. Dezember 2015 an der LMU weltweit führende Philosophen und Physiker zusammen. Der Workshop wird gemeinsam vom Munich Center for Mathematical Philosophy (MCMP) und dem Arnold Sommerfeld Center for Theoretical Physics der LMU organisiert.

„Viele der Theorien in der aktuellen fundamentalen Physik lassen sich empirisch derzeit nicht bestätigen“, sagt Dr. Richard Dawid vom MCMP. Auf dem Workshop soll unter anderem diskutiert werden, welchen Status diese Theorien in der Wissenschaft haben, wie die Perspektiven für zukünftige empirische Bestätigung aussehen und welche andere Form der Bestätigung es geben könnte. „In der fundamentalen Physik wird das derzeit sehr stark diskutiert“, sagt Dawid.

Zu den Sprechern zählt der amerikanische Physiker und Nobelpreisträger David Gross, der den Workshop mit seinem Vortrag „What is a theory?“ eröffnet. Vonseiten der LMU sind als Referenten unter anderem der Physiker und Humboldt-Professor Georgi Dvali sowie der Kosmologe Professor Viatcheslav Mukhanov dabei. Viatcheslav Mukhanov wird darüber sprechen, ob sich die Theorie des quantenmechanischen Ursprungs von Galaxien widerlegen lässt. Humboldt-Professor Stephan Hartmann, Leiter des MCMP, wird am 7. Dezember eine Podiumsdiskussion zum Thema “Why trust a theory?” leiten.

„Es gibt Ansätze, Vertrauen in Theorien zu erzeugen, auch wenn diese sich nicht empirisch bestätigen lassen. Das wird teilweise sehr kritisch gesehen“, sagt Dawid. Der Workshop soll auch eine Gelegenheit bieten, Vertreter beider Seiten zusammenzubringen, und ein Anstoß sein, „Philosophie und Physik in einen befruchtenden Austausch zu bringen.“

Mehr Informationen zum Workshop unter:
Why trust a theory? Reconsidering Methodology in Light of Modern Physics