Ludwig-Maximilians-Universität München
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Auszeichnung

Christian Haass erhält MetLife Award

München, 21.07.2015

Die MetLife Foundation zeichnet den Biochemiker Haass für seine Erkenntnisse in der Alzheimerforschung aus.

Professor Christian Haass (Foto: Jan Greune / LMU)

Christian Haass, Inhaber des Lehrstuhls für Stoffwechselbiochemie an der LMU und Sprecher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen in München, wird mit dem Preis der US-amerikanischen MetLife Foundation geehrt. Die Auszeichnung wird Christian Haass auf der Jahrestagung der Internationalen Alzheimer Gesellschaft in Washington DC für seine molekularbiologischen Erkenntnisse in der Alzheimerforschung verliehen.

Haass erkannte, dass das Amyloid-β-Protein der zentrale Schlüsselfaktor für die Entstehung von Alzheimer ist. 1992 machte der Biochemiker die Beobachtung, dass Amyloid-β-Protein – wichtigster Bestandteil der bei Alzheimer typischen Ablagerungen – lebenslang von allen Menschen produziert wird. Bei Alzheimerpatienten jedoch lagert es sich zunehmend im Gehirn ab und schädigt hierdurch die Nervenzellen. Die Ablagerungen, auch Plaques genannt, führen zu typischen Demenzerscheinungen, darunter Verwirrtheitszustände, zurückgehende Gedächtnisleistung und Orientierungsschwierigkeiten.

Durchbruch in der Alzheimerforschung

Seine damalige Entdeckung veränderte die allgemeine Auffassung von Alzheimer: Amyloid-β-Protein wird nicht nur von Alzheimerpatienten, sondern von uns allen gebildet. Dies erklärt, warum wir alle ein enormes Risiko haben, an Alzheimer zu erkranken. Diese überraschende Erkenntnis verhalf der gesamten Alzheimerforschung zu einem enormen Durchbruch und lieferte gleichzeitig ein simples Zellkultursystem mit dem Medikamente gefunden wurden, die gegenwärtig in der Therapie im Menschen erprobt werden. Darüber hinaus zeigte Haass als erster, wie die scherenartigen Enzyme, die das Amyloid-β-Protein bilden, arbeiten und wozu sie eigentlich gebraucht werden – wichtige Erkenntnisse, die Klinikern erlauben, bei Therapieversuchen, die diese Enzyme blockieren, Nebenwirkungen zu vermeiden.

In jüngster Zeit zeigte Haass in seinen Forschungsarbeiten, dass eine Genveränderung des sogenannten TREM2-Proteins Fresszellen im Gehirn schädigt und so vermutlich nicht nur bei Alzheimer, sondern auch vielen anderen neurodegenerativen Erkrankungen zum Nervenzellverlust beiträgt, da totes und damit giftiges Zellmaterial aufläuft.

Der 1986 ins Leben gerufene MetLife Award for Medical Research wird an Forscherinnen und Forscher verliehen, die herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Alzheimerforschung geleistet haben. Der Preis wird von der American Federation for Aging Research verliehen. Haass teilt sich das Preisgeld von 400.000 US-Dollar zu gleichen Teilen mit dem Neurowissenschaftler Randall Bateman von der Washington University School of Medicine, St. Louis, Missouri. Die Erkenntnisse beider Hirnforscher bilden die Grundlage für realistische Therapieansätze bei der Behandlung von Demenz.
(LMU/DZNE)