Ludwig-Maximilians-Universität München
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Internationale Tagung

Was machen wir mit dem Müll?

München, 23.10.2014

Verbrennen, deponieren, recyceln: Bisher gilt Müll oft nur als technisches Problem. Auf einer Tagung an der LMU beleuchten Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen „Abfall“ als kulturelles Phänomen.

(Foto: airArt - Fotolia.com)

500 Kilo Müll pro Kopf im Jahr – diese Zahlen sind für Deutschland seit Jahren einigermaßen stabil, die Recyclingquoten für die kommunalen Abfälle indes sind deutlich gestiegen. Wie hat sich die Situation in München entwickelt? Lassen sich die Müllmengen noch reduzieren? Und wenn ja, welche Veränderungen sind dafür nötig? Ist, wenn man so will, eine Stadt ohne Müll denkbar? Darüber diskutieren Wissenschaftler und Praktiker aus der Verwaltung auf einer Veranstaltung des Center for Advanced Studies der LMU und des Rachel Carson Center für Umwelt und Gesellschaft.

Die Diskussion ist Teil der internationalen Tagung „Whose Waste, Whose Problem?“ am CAS, in der sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen den unterschiedlichsten Facetten des Phänomens widmen. Bislang hat man Abfall hauptsächlich als ein technisches Problem gesehen, das sich mit technischen Lösungen in den Griff bekommen lässt, mit Deponien, Verbrennungs- und Recyclinganlagen. Aber „Abfall“ ist ein vielschichtiges Phänomen, sagen die Veranstalter, das sich in ganzem Umfang nur verstehen lässt, wenn man die kulturellen Zuschreibungen und die sozialen Praktiken in den Blick nimmt, die in den verschiedenen Gesellschaften mit der Abfallbeseitigung verbunden waren und sind. Diese erweiterte Forschungsperspektive nehmen auf der Tagung Anthropologen, Kunsthistoriker und Umweltgeschichtler, Soziologen und Abfallingenieure aus aller Welt ein, um die sozialen, rechtlichen und politischen Diskussionen zu beleuchten, die sich an den Begriff „Abfall“ knüpfen. Die Tagung findet im Rahmen des CAS-Schwerpunkts „Abfall in Umwelt und Gesellschaft“ statt.

Mehr zum CAS-Schwerpunkt: Die Kehrseite des Konsums – LMU-Wissenschaftler diskutieren über Recycling und Rhetorik, über die Grenzen der Gesetzgebung und den Einfluss der Zivilgesellschaft.