Ludwig-Maximilians-Universität München
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Impfstoffforschung

Impfstoffkandidat gegen Vogelgrippevirus getestet

München, 24.11.2014

LMU-Forscher entwickeln gemeinsam mit einem Team des Erasmus Medical Center Rotterdam einen möglichen Impfstoff gegen das Virus H5N1 und testen die Wirkung erstmals in einer klinischen Studie.

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Partikeln des Influenzavirus Typ A, zu welchem auch die Erreger der H5N1 Vogelgrippe gehören. (Foto: Fux, Lehrstuhl für Virologie)

Erstmals wurde ein Impfstoff gegen das Vogelgrippe Virus H5N1, der auf dem Modifizierten Vacciniavirus Ankara (MVA) basiert, in einer klinischen Studie getestet. Den Impfstoffkandidaten hat ein Forscherteam um Gerd Sutter, Professor am Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen der LMU, und Professor Albert Osterhaus vom Erasmus Medical Center Rotterdam entwickelt. Über die Ergebnisse der Impfstoff-Studie berichten die Forscher in der Dezember-Ausgabe der angesehenen Zeitschrift The Lancet Infectious Diseases.

Der neue Impfstoff ist auf Basis des Modifizierten Vacciniavirus Ankara (MVA) entwickelt worden. Das Impfvirus MVA wurde bereits vor mehr als 30 Jahren an der LMU als Impfstoff gegen Pocken generiert. Heute wird das MVA weltweit bei der Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen gegen Virusinfektionen und Krebs eingesetzt. Die MVA-Viren werden molekularbiologisch so modifiziert, dass sie Proteine von Krankheitserregern als Impfantigene herstellen können. Dabei wird die genetische Information des Krankheitserregers, in diesem Fall also des Vogelgrippevirus, in das Genom der MVA-Viren geschleust.

Der Impfstoffkandidat sorgt dafür, dass das Immunsystem eines Impflings Antikörper entwickeln kann, um eine Infektion mit dem Vogelgrippevirus zu verhindern. In der klinischen Studie konnten hierfür ausreichende Mengen an Antikörpern gegen das Virus nachgewiesen werden. Zudem konnten die Probanden ein Jahr nach der Erstimpfung erfolgreich wiedergeimpft werden. „Nach der Auffrischungsimpfung bildeten sich sogar deutlich mehr Antikörper als erwartet“, sagt Gerd Sutter.

An der Studie, die am Erasmus Medical Center in Rotterdam durchgeführt wurde, nahmen 80 Freiwillige im Alter von 18 bis 28 Jahren teil. Sie erhielten eine beziehungsweise zwei oder drei Impfungen in unterschiedlich hohen Dosierungen.
(Lancet Infect Dis ePub)             nh