Ludwig-Maximilians-Universität München
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Arteriosklerose

Schalter für Cholesterinspiegel identifiziert

München, 14.01.2014

Zu viel schädliches Cholesterin im Blut ist ein wichtiger Risikofaktor für Gefäßerkrankungen. LMU-Wissenschaftler identifizierten nun einen Schalter für den Cholesterinspiegel – möglicherweise werden so neue therapeutische Möglichkeiten eröffnet.

Atherosklerotisches GefäßHerzinfarkten geht oft eine entzündliche Gefäßerkrankung voraus: die Arteriosklerose. Dabei lagert sich schädliches Cholesterin in den Gefäßen ab und löst Entzündungen aus, die letztlich zu Verkalkungen und Verengungen der Blutgefäße führen. Diesen Verengungen wirken Mediziner entgegen, indem sie den Engpass weiten und dort einen sogenannten Stent einsetzen. Dabei kann es allerdings zu mechanischen Gefäßverletzungen kommen.

Bei der Regeneration verletzter Gefäßzellen spielt ein spezieller Lockstoff – das sogenannte Chemokin CXCL12 – eine wichtige Rolle, indem es im Blut zirkulierende Stammzellen an die verletzte Stelle leitet. Dieser Effekt wird über den Chemokin-Rezeptor CXCR4 vermittelt. „Zusätzlich gibt es aber auch einen anderen Rezeptor für CXCL12, und zwar den Rezeptor CXCR7, dessen Funktion bei Gefäßerkrankungen bisher unklar war“, erklärt der LMU-Mediziner Andreas Schober, der mit seinem Team nun die Rolle dieses Rezeptors aufklären konnte.

Fettgewebe wirkt als Cholesterin-Puffer
Zu diesem Zweck untersuchten die Wissenschaftler in verschiedenen Mausmodellen den Einfluss von CXCR7 auf Gefäßverletzungen und durch fettreiche Diät induzierte Arteriosklerose. Dabei zeigte sich zur Überraschung der Wissenschaftler, dass CXCR7 nicht zur Reparatur verletzter Gefäße beiträgt. Stattdessen reguliert CXCR7 die Aufnahme von Cholesterin in das Fettgewebe und steuert so den Cholesterinspiegel im Blut. Zu viel Cholesterin im Blut kann zu einer überschießenden Gefäßreparatur führen und erhöht das Arteriosklerose-Risiko.

„Eine Behandlung mit einem synthetischen Bindungspartner für CXCR7 verringerte den Cholesterin-Spiegel im Blut und wirkt somit diesen negativen Effekten entgegen“, sagt Schober. Umgekehrt war der Cholesterinspiegel im Blut erhöht, wenn der CXCR7-Rezeptor ausgeschaltet wurde. Dieser Effekt war auf die CXCR7-vermittlete Aufnahme von Cholesterin in Fettzellen zurückzuführen. Dies bedeutet, dass Fettgewebe eine Pufferfunktion für zirkulierendes Cholesterin hat und dass CXCR7 in Fettzellen für die effektive Cholesterin-Aufnahme wesentlich ist. Die Verwendung von synthetischen CXCR7-Reaktionspartnern könnte daher eine neue therapeutische Strategie bei zu hohen Cholesterin-Spiegeln im Blut darstellen, wie sie etwa im Rahmen des Metabolischen Syndroms vorkommen. (Circulation 2014) göd

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