Ludwig-Maximilians-Universität München
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Kommunikationswissenschaft

Von Werten und ihrem Wandel

München, 24.06.2014

Nachwuchsforscherinnen untersuchen im Rahmen eines neuen DFG-Netzwerkes, welche Werte und Normen in der Kommunikationswissenschaft bestimmend sind.

Foto: grafikplusfoto / Fotolia.com

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert für drei Jahre das Netzwerk „Werte und Normen als Forschungsgegenstände und Leitbilder in der Kommunikationswissenschaft“. Das Netzwerk wird von Dr. Claudia Riesmeyer vom Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der LMU und Dr. Arne Freya Zillich von der Universität Jena geleitet.

„Im Rahmen des Netzwerks wollen wir herausfinden, welche Werte und Normen in der Kommunikationswissenschaft zentral sind und wie sie verhandelt werden“, sagt Claudia Riesmeyer. Das soll sowohl für die Journalismus-, als auch die Medieninhalts- sowie Rezeptions- und Wirkungsforschung analysiert werden. Die DFG unterstützt das Netzwerk in den nächsten Jahren mit 50.000 Euro. „Das ermöglicht uns, Entwicklungen langfristig zu untersuchen und Trends aufzuzeigen. Wir hoffen, damit einen innovativen Beitrag zur kommunikationswissenschaftlichen Grundlagenforschung zu leisten.“

Wie eine Vorstudie des Netzwerks zeigt, ist Objektivität eine der zentralen Normen in der Journalismusforschung, ebenso zählen Ausgewogenheit der Themen und Fairness der Berichterstattung dazu. Das hat eine Auswertung von kommunikationswissenschaftlichen Publikationen der vergangenen zehn Jahre ergeben. Die Ergebnisse wurden erst kürzlich auf der Fachtagung „The 64th Annual Conference of the International Communication Association“ in Seattle vorgestellt.

Auch der Medienwandel ist Thema des Netzwerks. „Die Rolle des Journalisten hat sich verändert. Früher hatten sie die Hoheit darüber, welche Nachrichten an die Öffentlichkeit gelangen. Heute kann jeder im Internet Nachrichten veröffentlichen“, erklärt Riesmeyer. „Das könnte Auswirkungen auf die Kommunikationswissenschaft und den Fachdiskurs haben.“ Wie die Vorstudie des Netzwerks zeigt, sind beispielsweise die Themen Datenschutzbestimmungen und Copyright-Vorschriften seit dem Jahr 2002 wichtiger für das Fach geworden.

Das Projekt vernetzt Nachwuchswissenschaftlerinnen von zehn Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit renommierten Seniorforschern.