Ludwig-Maximilians-Universität München
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Forschungspreis

Neue Alexander von Humboldt-Professorin für LMU

München, 23.10.2014

Die Altorientalistin Karen Radner wird mit dem renommierten internationalen Forschungspreis ausgezeichnet. Für die LMU ist es die fünfte Alexander von Humboldt-Professur.

Professor Karen Radner (Foto: University College London)

Die LMU ist erneut erfolgreich im Wettbewerb um eine Alexander von Humboldt-Professur: Karen Radner wurde von der LMU nominiert und durch den von der Humboldt-Stiftung eingesetzten Ausschuss für die Auszeichnung ausgewählt.

Karen Radner, derzeit Professor of Ancient Near Eastern History am University College London (UCL), gehört zu den international führenden Expertinnen und Experten auf dem Gebiet der Alten Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens, insbesondere des Assyrischen Reichs. „Die Auszeichnung macht deutlich, dass die LMU ein international wettbewerbsfähiges Forschungsumfeld bietet“, sagt LMU-Präsident Bernd Huber. „Durch die Berufung von Karen Radner stärken wir das Profil der LMU in der geisteswissenschaftlichen Forschung, insbesondere in den Kultur- und Geschichtswissenschaften.“

Neue Perspektiven für die Geschichtswissenschaften

Karen Radner hat Schlüsselwerke zur sozialen, kulturellen, rechtlichen und politischen Geschichte des Assyrischen Reichs verfasst und Wesentliches zur Geschichtsschreibung Mesopotamiens und der Alten Welt vom Mittelmeerraum bis zum Iran beigetragen. Ihre Forschung zeichnet sich dadurch aus, dass sie verschiedene Zugänge kombiniert und textliche Quellen ebenso wie archäologische und umweltbezogene Informationen auswertet. Dabei gelingt es Karen Radner, die Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens in Bezug zur Weltgeschichte zu setzen. Auch bei der Publikation ihrer Arbeiten geht sie ungewohnte Wege: Radner gilt als Anhängerin der Digital Humanities, der digitalen Geisteswissenschaften. Ihre Arbeiten und Editionen macht sie zum Teil im Internet öffentlich zugänglich.

Mit ihrer Humboldt-Professur „Alte Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens“ an der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU wird Karen Radner entscheidend dazu beitragen, einen Paradigmenwechsel in der deutschen Geschichtswissenschaft anzustoßen: Durch die Einrichtung dieses neuen Lehrstuhls am Historischen Seminar der LMU wird das Studium der klassischen Antike mit der Geschichte des frühen Mittleren Ostens beginnend 3000 vor Christus in einem Institut verbunden – erstmals, seit sich die traditionellen Fächergrenzen an deutschen Universitäten vor 100 Jahren etabliert hatten. Dadurch wird die Forschung des Instituts weit über die römisch-griechische Antike hinaus erweitert.

Zur Vita
Karen Radner wurde 1972 geboren. Sie studierte an den Universitäten Wien und Berlin und promovierte 1997 mit 25 Jahren an der Universität Wien im Fach Assyriologie. Für ihre Promotion erhielt sie die „Promotio sub auspiciis praesidentis rei publicae Austriae“, die höchstmögliche Auszeichnung für Studienleistungen in Österreich. Anschließend forschte sie unter anderem an der Universität in Helsinki sowie an der LMU, wo sie sich im Jahr 2004 am Institut für Assyriologie und Hethitologie habilitierte. 2005 wechselte sie an das UCL und dessen Department of History, wo sie 2008 zum Reader und 2010 zum Professor of Ancient Near Eastern History befördert wurde. Karen Radner hat als führende Expertin für Keilschriften bei Ausgrabungen unter anderem in Syrien, dem Irak und der Türkei mitgearbeitet. Zuletzt hat sie das Forschungsgroßprojekt „Mechanisms of communication in an ancient empire: the correspondence between the king of Assyria and his magnates“ geleitet.

Weitere Humboldt-Professuren an der LMU haben die Systembiologin Ulrike Gaul, der Astrophysiker Georgi Dvali sowie die Philosophen Hannes Leitgeb und Stephan Hartmann.