Ludwig-Maximilians-Universität München
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Gesprächsreihe

Der Stoff der Wirklichkeit

München, 03.11.2014

Edgar Reitz, Heiner Goebbels, Mischa Kuball, Ulrike Draesner: Bekannte Kunstschaffende geben in einer Gesprächsreihe Auskunft über Mimesis und das Verhältnis von Abstraktion und Realismus in ihren Arbeiten.

MIMESISMimesis ist ein schillernder Begriff, einer, der das Kunstschaffen seit seinen Anfängen begleitet, die Literatur- und Kunstwissenschaften wie ein roter Faden durchzieht, mit Theorien, mit Konzepten und Gegenkonzepten. Stets geht es um Ur- und Abbild, die Nachformung des Natürlichen, die Anverwandlung an die Realität. Welche Bedeutung hatte der Begriff in der Kulturgeschichte – und welche Rolle spielt er heute noch, im Zeitalter der digitalen Reproduzierbarkeit? Das ist das große Thema des Internationalen Doktorandenkollegs (IDK) Mimesis (Elitenetzwerk Bayern). Und es ist das Thema der Künstlerreihe an der LMU, in der bekannte Kunstschaffende darüber Auskunft geben, was Mimesis mit ihrer eigenen Arbeit und deren Programmatik zu tun hat.

Den Anfang macht am Mittwoch, 5. November 2014, der Regisseur Edgar Reitz. Reitz ist vor allem durch seine dreiteilige Reihe Heimat bekannt geworden, die in einem großen Bogen das 20. Jahrhundert in einem Dorf im Hunsrück erzählt – eine Chronik deutscher Geschichte, die Geschichte einer Familie. Im vergangenen Jahr folgte Die andere Heimat über das Schicksal von Hunsrück-Dörflern, die Mitte des 19. Jahrhunderts nach Brasilien auswandern. Reitz wird sich im Gespräch mit Fabienne Liptay, Mitglied des IDK Mimesis und Professorin für Filmwissenschaft an der Universität Zürich, mit Mimesis in Bezug auf sein Schaffen auseinandersetzen. Der Regisseur wird die Bezüge zwischen Realität und Kunst thematisieren wie auch intermediale Ansätze im Film.

Am Mittwoch, 10. Dezember 2014, folgt der Komponist, Musiktheaterautor und -regisseur Heiner Goebbels, der das Mimesis-Thema im Gespräch mit Christopher Balme, Professor für Theaterwissenschaft an der LMU, beleuchten wird.

Weitere Termine: Der Medienkünstler Mischa Kuball, der mit seinen Projekten und Lichtinstallationen die gesellschaftlichen Funktionen des öffentlichen Raumes thematisiert, im Gespräch mit Ulrich Pfisterer, Professor für Kunstgeschichte an der LMU (14. Januar 2015), und die Schriftstellerin Ulrike Draesner, Autorin von Vorliebe (2010) und Sieben Sprünge vom Rand der Welt (2014), im Gespräch mit Christian Begemann, Professor für Neuere Deutsche Literatur an der LMU (21. Januar 2015).

Alle Veranstaltungen finden im LMU-Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München, Hörsaal M 018 jeweils um 18:15 Uhr statt. Veranstaltet wird die Reihe vom Internationalen Doktorandenkolleg Mimesis.