Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Neues Bildgebungsverfahren

Bessere Früherkennung von Lungenkrankheiten

München, 27.05.2014

Mit der Phasenkontrast-Radiographie lassen sich detaillierte Aufnahmen von Organen wie der Lunge produzieren - bei einer vergleichsweise geringen Strahlenbelastung. Nun wurde das Verfahren erstmals am lebenden Organismus getestet.

Andreas Heinemann - wikipedia.com
3D-Rekonstruktion menschlicher Lunge aus CT-Bildern (Foto: Andreas Heinemann - Wikipedia.com)

Herkömmliche Röntgenverfahren erzeugen Bilder in Abhängigkeit von der Strahlenabsorption des dargestellten Gewebes. Die Phasenkontrast-Bildgebung hingegen benutzt den Wellencharakter des Röntgenlichts und registriert so kleinste Veränderungen der Phase, die durch Wechselwirkungen mit dem Gewebe entstehen können. Wissenschaftler des Klinikums der Universität München haben in Kooperation mit Kollegen des Helmholtz Zentrums München (HMGU) und der Technischen Universität München (TUM) das Verfahren nun erstmals am lebenden Organismus für die Diagnostik von Lungenkrankheiten getestet. Damit lassen sich detaillierte Aufnahmen der Lunge produzieren und so unterschiedliche Krankheitsbilder darstellen. Wie das Team in der Fachzeitschrift ‚Investigative Radiology‘ berichtet, verspricht die Methode, Krankheiten wie das Lungenemphysem bereits frühzeitig erkennen zu können.

Detaillierte Bilder
Mittels dieser neuen Technik konnte ein interdisziplinäres Team um Dr. Ali Önder Yildirim und Professor Dr. Oliver Eickelberg vom Comprehensive Pneumology Center (CPC) - eine gemeinsame Einrichtung der LMU, des Klinikums der Universität München, des Helmholtz Zentrums München sowie der Asklepios Fachkliniken Gauting - detaillierte Aufnahmen von Weichteilgewebe erreichen.

Die Arbeit entstand in Kooperation mit dem Exzellenzcluster Munich-Centre for Advanced Photonics (MAP). Der eingesetzte Röntgen-Kleintierscanner wurde an der TUM von Professor Franz Pfeiffer entwickelt, um die Technologie der Phasenkontrast-Radiographie am lebenden Organismus zu testen. In ihren Untersuchungen werteten die Wissenschaftler Aufnahmen der Lunge aus und verglichen die Bilder. „Strukturelle Veränderungen des Lungengewebes werden mit der Phasenkontrast-Radiographie bereits in einem frühen Stadium sichtbar“, erklärt Yildirim.

Früherkennung von Lungenerkrankungen
„Eine frühzeitige Erkennung von verändertem Lungengewebe erlaubt uns eine verbesserte Diagnostik von Lungenerkrankungen“, so Erstautor Dr. Felix Meinel vom Institut für Klinische Radiologie am Klinikum der Universität München. Weitere Studien sollen nun prüfen, wie die Methode im klinischen Bereich, z.B. für die Diagnose von Lungenemphysem oder Lungenfibrose, eingesetzt werden kann. (Investigative Radiology 2014) HMGU/göd