Ludwig-Maximilians-Universität München
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Sozialwissenschaften

Ethik und Erkenntnis

München, 10.09.2014

Sozialforscherinnen und -forscher beobachten und befragen Menschen, werten diese Erkenntnisse aus – ein sozialer Prozess, der auch ethische Fragen aufwirft. Eine Tagung an der LMU geht dieser Herausforderung nach.

Tagung Forschungsethik

Wie lassen sich in der Gesundheitsforschung Studien beispielsweise mit Demenzkranken gestalten, ohne dabei den Grundsatz zu verletzen, dass Teilnehmer über Ziele der Untersuchung aufgeklärt sein und zustimmen müssen (informed consent)? Wie steht es um diese Prinzipien bei verdeckten Beobachtungen, etwa in bestimmten Subkulturen? Wie verhalten sich Forscherinnen und Forscher bei teilnehmenden Beobachtungen von benachteiligten Jugendlichen? Wie können sie dabei Nähe und Distanz austarieren, mit dem Spannungsverhältnis zwischen Sympathie und Erkenntnisinteresse umgehen? Diese Beispiele machen eines klar: Empirische Sozialforschung ist ein sozialer Prozess, und als solcher wirft er auch ethische Fragen auf. Fragen, die weit über die nach Vertraulichkeit und dem ausreichenden Schutz personenbezogener Daten bei der Auswertung von Befragungen hinausgehen.

Solchen Fragen geht die Tagung „Forschungsethik in der qualitativen und quantitativen Sozialforschung“ nach, die von Donnerstag, den 11. September, an in den LMU-Gebäuden an der Oettingenstraße 67 läuft. In Vorträgen, Roundtables und Workshops debattieren die Teilnehmer über Themen wie Forschungsbeziehungen und möglichen Rollenkonflikte, Macht und Machtverhältnisse im Forschungsprozess, Sinn und Zweck von Forschungsethik-Kommission, über Themen wie Online-Forschung und Anonymisierung in Zeiten des Internets sowie Intimität, Privatheit und Öffentlichkeit in der Social-Media-Forschung. Die Veranstalter um Professor Hella von Unger vom Institut für Soziologie erwarten rund 140 Teilnehmer zu der zweitägigen Veranstaltung.

Weitere Informationen zur Tagung.