Ludwig-Maximilians-Universität München
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DFG-Netzwerk

Spielregeln am Papsthof des Mittelalters

München, 24.02.2014

Wie wurden Konflikte am Papsthof zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert geregelt? Das DFG-Netzwerk „Stilus curiae“ startet mit einem öffentlichen Abendvortrag.

papstDas DFG-Netzwerk „Stilus curiae“ untersucht, wie Konflikte am Papsthof des Mittelalters gelöst und Verhandlungen geführt wurden. Es wird bis Ende 2015 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. „Stilus curiae“, übersetzt: Kurialstil, steht für die akzeptierten und praktizierten Formen von Konflikt- und Verhandlungsführung am Papsthof des Mittelalters. „Der Begriff umfasst sowohl den juristisch korrekten Stil der Dokumente als auch den Gerichtsgebrauch und die Anwendung der formalen Vorschriften und Normen“, sagt Dr. Georg Strack vom Historischen Seminar der LMU, der das Netzwerk zusammen mit Dr. Jessika Nowak von der Universität Freiburg leitet. Am 28. Februar findet zum Start des Netzwerks ein öffentlicher Vortrag statt. Professor Agostino Paravicini-Bagliani spricht über die Spielregeln am Papsthof unter Bonifaz VIII.

Zum Netzwerk zählen die Universitäten Frankfurt, Freiburg, Münster, Wuppertal, die FU Berlin sowie die University of Kent und die Universitäten in Zürich, Mailand und Madrid. Die Wissenschaftler werden im Laufe von mehreren Netzwerktreffen Quellen aus verschiedenen Regionen Europas untersuchen, darunter Briefe, Urkunden und Chroniken. Die Ergebnisse werden in einem Handbuch publiziert werden.

Dabei stehen auch die informellen Spielregeln im Mittelpunkt. Wie kommunizierten die Beteiligten in Gerichts- und Kanzleiwesen und welche symbolischen Formen nutzten sie? „Man musste zum Beispiel die Signale deuten können, die der Papst aussendet, und seine Freundlichkeit richtig interpretieren“, sagt Strack. Außerdem ging es etwa darum, die „richtigen Leute“ zu kennen und Kontakte zu pflegen, nicht zuletzt durch Geschenke oder die Widmung literarischer Werke. So soll das Handbuch auch einen Überblick über die Kommunikation und das Verhalten im Rahmen des Stilus curiae geben. Bislang behandelte die Forschung das Thema vor allem unter Aspekten der Institutionen, Verwaltung und Rechtsgeschichte. „Das Netzwerk leistet damit einen wichtigen Beitrag, einen bisher wenig beachteten Bereich politischer Kulturgeschichte der Vormoderne, zu erforschen“, sagt Strack.

Termin:
Auftaktveranstaltung des DFG-Netzwerks „Stilus curiae“
Prof. Dr. Agostino Paravicini-Bagliani
Spielregeln am Papsthof unter Bonifaz VIII. Wortgewalt und Selbstdarstellung
Datum: 28. Februar 2014 um 18:15 Uhr
Ort: Schellingstr. 3, Zi. 305

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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