Ludwig-Maximilians-Universität München
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Längsschnittstudie

Familienleben im Fokus

München, 13.05.2014

Professor Josef Brüderl von der LMU wird Sprecher für das Beziehungs- und Familienpanel pairfam.

- Foto: Les Cunliffe / Fotolia.com
Foto: Les Cunliffe / Fotolia.com

Was hält Paare zusammen? Machen Kinder glücklich, und warum halten manche Beziehungen, während andere scheitern? LMU-Wissenschaftler um Professor Josef Brüderl am Institut für Soziologie und Professor Sabine Walper am Department für Pädagogik und Rehabilitation der LMU erforschen im Rahmen des Beziehungs- und Familienpanels pairfam das Leben in Beziehungen und Familien in Deutschland. Pairfam ist ein Kooperationsprojekt zwischen der LMU, der Universität Bremen, der TU Chemnitz, der Universität Jena und der Universität Köln. Seit Mai 2014 stellt die LMU mit Josef Brüderl den Sprecher von pairfam.

Das Projekt startete im Jahr 2008 mit einer bundesweiten Ausgangsstichprobe von 12.402 zufällig ausgewählten Personen. „Wir befragen sie seither alle zwölf Monate und das über insgesamt 14 Jahre hinweg“, sagt Josef Brüderl. Zusätzlich werden die Partner, Eltern und Kinder der Teilnehmer befragt. Die LMU erhält von der DFG in den nächsten zwei Jahren Mittel in Höhe von drei Millionen Euro, um das Langfristvorhaben fortzuführen.

„Mit einer solchen Längsschnittstudie lassen sich Entwicklungslinien aufzeigen“, sagt Brüderl. Auswertungen der bisherigen Befragungen haben beispielsweise gezeigt, wie sich eine Partnerschaft auf die Erwartungen an Beziehungen auswirkt. Offenbar ist das Paarleben spannender als gedacht: So befürchteten als Single 22 Prozent der befragten Frauen, sich in einer Partnerschaft zu langweilen. Zwei Jahre später und inzwischen liiert, hatten nur noch neun Prozent diese Befürchtung.

Dank der wiederholten Befragungen können die Forscher auch nachvollziehen, wie Kinder die Beziehung ihrer Eltern verändern und wie selten Gleichberechtigung in der Partnerschaft gelebt wird. In 70 Prozent der jungen Familien ist überwiegend die Mutter für die Kinderbetreuung zuständig, nur in jeder vierten Familie übernehmen die Eltern die Kinderbetreuung gleichberechtigt. Auch die Aufgabenverteilung im Haushalt folgt dem traditionellen Muster, sobald der Nachwuchs da ist. Kochen, Waschen, Putzen ist in 74 Prozent der Familien dann vor allem Aufgabe der Frauen.

Weitere Forschungsfragen gelten dem Verhältnis zwischen den Generationen, etwa der Unterstützung von Kindern durch die Großeltern oder den Veränderungen in der Beziehung zwischen Eltern und Kindern, wenn diese von Zuhause ausziehen. Langfristiges Ziel der Studie ist es, ein umfangreiches Bild über das Zusammenleben und über Lebensverläufe in Deutschland zu erhalten.

Ansprechpartnerin:
Dr. Laura Castiglioni
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Soziologie
Tel.: 089 2180 - 1294
E-Mail: laura.castiglioni@soziologie.uni-muenchen.de
http://www.ls3.soziologie.uni-muenchen.de/personen/pairfam/castiglioni_laura/index.html