Ludwig-Maximilians-Universität München
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Symposium

Wie München Richard Wagner rettete

München, 22.03.2013

Richard WagnerRichard Wagner lebte und arbeitete von 1864 bis 1865 in München. Wie entscheidend diese Zeit für sein Werk, aber auch die Musikgeschichte insgesamt war, zeigt ein Symposium, das der LMU-Musikwissenschaftler Hartmut Schick organisiert hat.

Der bayerische König Ludwig II. hatte Richard Wagner, den er schon lange bewunderte, kurz nach seinem Regierungsantritt nach München berufen. Für den Komponisten war das eine „märchenhafte Rettung“. „Wagner war hochverschuldet und musste aus Wien fliehen, weil er seine Schulden nicht bezahlen konnte. Er war am Tiefpunkt seines Lebens angekommen, als ihn König Ludwig nach München holte“, sagt Hartmut Schick, Professor für Musikwissenschaft an der LMU. Erst der Ruf nach München ermöglichte dem Komponisten, sein weiteres Werk zu vollenden – ausgestattet mit üppigen finanziellen Mitteln.

In München wurde sein Musikdrama „Tristan und Isolde“, das bislang als unaufführbar galt, im Königlichen Hof- und Nationaltheater unter der Leitung von Hans von Bülow uraufgeführt – ein wesentlicher Erfolg für Wagner. „Tristan und Isolde war die fortschrittlichste und gewagteste Oper im 19. Jahrhundert. Auf ihr baut vieles in der Musik auf, was erst später im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts passiert ist“, sagt Schick.

Zeit der Skandale

Erst in München wurde Richard Wagner zum deutschen Nationalkomponisten, nachdem mit großem Erfolg 1868 auch die „Meistersinger von Nürnberg“ uraufgeführt wurden. Wagner durfte dabei in der Loge König Ludwigs sitzen, was als skandalös empfunden wurde. „Die ‘Meistersinger von Nürnberg‘ galten als die deutsche Nationaloper, in der die deutsche Kultur und die deutschen Tugenden gepriesen werden“, sagt Hartmut Schick. In München konnte Wagner Einfluss auf die Inszenierungen nehmen. „Für ihn war die Arbeit an einer Oper erst vollendet, wenn er sie inszeniert hatte“, so Hartmut Schick. Die Münchner Inszenierungen waren stilbildend für alle weiteren Aufführungen.

Bereits im Dezember 1865 endete Wagners Aufenthalt in München nach diversen persönlichen und politischen Skandalen. Richard Wagner hat in München viele Spuren hinterlassen. Ursprünglich sollte in München vom Architekten Semper das Wagner-Festspielhaus gebaut werden, das dann mit finanzieller Unterstützung König Ludwigs in Bayreuth entstand. Doch setzte Ludwig gegen Wagners Willen noch die Uraufführung von „Rheingold“ und „Walküre“ in München durch. Später wurde das Prinzregententheater nach Bayreuther Vorbild konzipiert. Außerdem hat Richard Wagner das Konzept zur Gründung einer „Deutschen Musikschule“ entworfen, die das alte Konservatorium in München ersetzte.

Das Wirken Richard Wagners in München und sein Nachwirken in der Stadt beleuchten Wissenschaftler verschiedener Disziplinen auf einem Symposium, das vom Institut für Musikwissenschaft der LMU München und der Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsbibliothek München und der Bayerischen Theaterakademie veranstaltet wird. Die Schirmherrschaft hat Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch übernommen. (nh)

 

Termin:
Interdisziplinäres Symposium Richard Wagner in München
25. – 27.4.2013
Im Gartensaal des Prinzregententheaters München

Programm

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Für die Auftaktveranstaltung am 25.4.13 wird um Anmeldung gebeten unter veranstaltungen@bsb-muenchen.de oder Tel. 089-28638-2115.


 

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