Ludwig-Maximilians-Universität München
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Vulkanausbruch in Ecuador

Glutlawinen auf der Spur

München, 19.02.2014

Der aktuelle Ausbruch des ecuadorianischen Vulkans Tungurahua bietet LMU-Wissenschaftlern eine einmalige Gelegenheit, das Innerste vulkanischer Glutlawinen zu erforschen.

TunguruhuaDie Ausbrüche des Tungurahua führen seit 1999 immer wieder zu Zerstörungen und Evakuierungen der umliegenden Dörfer und in den Jahren 2006 und 2008 auch zu Todesopfern unter der Bevölkerung. Die jüngste heftige Eruption ereignete sich am 1. Februar 2014. Dabei spuckte der Vulkan eine 15 Kilometer hohe Aschewolke in die Atmosphäre. Außerdem erzeugte der Ausbruch pyroklastische Ströme: Lawinen aus großen Lavabrocken, heißer Asche und Gasen, die mit großer Geschwindigkeit talwärts fließen. Um diese jüngsten Ablagerungen zeitnah zu untersuchen, bevor sie durch Regen, Lahare oder weitere Ausbruchsablagerungen verändert werden, sind seit dem 7. Februar die Münchener Vulkanologen Ulrich Küppers und Guilhem Douillet vom Department für Geo- & Umweltwissenschaften (Lehrstuhl Prof. Donald Bruce Dingwell) im Rahmen einer internationalen Kooperation mit Kollegen des Instituto Geofisico in Quito vor Ort.

„Das Entstehen und Fließverhalten von pyroklastischen Strömen ist im Detail noch nicht verstanden, da wir aufgrund der großen Aschemengen nicht in sie hineinblicken können. Aus ihren Ablagerungen kann man jedoch Rückschlüsse auf die Prozesse im Inneren der Ströme ziehen, wie wir vor kurzem zeigen konnten“, sagt Küppers. Die glühenden Lawinen folgen generell der Topographie, haben aber oft so viel Energie, dass sie über Talrücken hinausschießen, wie Flüsse mäandrieren und sich in verschiedene Arme aufteilen beziehungsweise zusammenfließen können. Aus den Ablagerungen der Ströme können die Wissenschaftler das Fließverhalten nachvollziehen, indem sie deren Dicke messen und die Ausrichtung der Dünen untersuchen, die sich am Tungurahua gebildet haben. „Diese Dünen sind ein recht seltenes Phänomen und hier außerordentlich gut erhalten“, sagt Küppers.

Durch ihre Untersuchungen erhoffen sich die Wissenschaftler ein besseres Verständnis des Verhaltens von pyroklastischen Strömen. Dieses Wissen soll in Risikokarten implementiert werden, ein wichtiges Kommunikationsinstrument in Zusammenhang mit der Warnung der Bevölkerung, die auf den Flanken des Tungurahua großflächig Landwirtschaft betreibt.        göd

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