Ludwig-Maximilians-Universität München
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Internationale Tagung

Stammesgeschichte der Wiederkäuer

München, 29.08.2013

Vom 3. bis 6. September treffen sich an der LMU weltweit führende Experten zur ersten internationalen Tagung zur Stammesgeschichte der Wiederkäuer. Trotz mehr als 250 Jahren Forschung sind die verwandtschaftlichen Beziehungen der Wiederkäuer in vielen Bereichen immer noch ungeklärt. Im Rahmen der Tagung werden unter anderem zahlreiche neue Fossilienfunde vorgestellt, die dokumentieren, dass die heute lebenden Wiederkäuer nur einen Bruchteil der Artenvielfalt vergangener Zeiten darstellen. 

Procervulus 
Schädel des 18 Millionen Jahre alten Ur-Hirschs Procervulus mit einfachem zweisprossigen Geweih und langen, säbelartigen Eckzähnen. Das Fossil stammt aus Bayern und gehört zu den weltweit ältesten und vollständigsten Funden dieser Gattung. Es ist dauerhaft im Museum Mensch und Natur in München zu besichtigen und Bestandteil der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie (SNSB-BSPG 1979 XV 555).

 

Wiederkäuer bilden mit über 300 Arten die auch heute noch vielfältigste und, gemessen an ihrer Individuenzahl erfolgreichste Großsäugergruppe der Gegenwart. Mit so unterschiedlichen Vertretern wie Rind, Antilope, Moschustier oder dem nur hasengroßen Kleinkantschil besiedeln sie nahezu alle Landlebensräume und haben eine immense ökologische Bedeutung.

Erstmals traten Wiederkäuer vor rund 55 Millionen Jahren auf, wie Schätzungen aufgrund molekularer Daten ergaben. Ihre stammesgeschichtlichen Beziehungen sind seit der Linnéschen Klassifikation von 1735 von wissenschaftlichem Interesse und es wurden seither viele, oft konträre Hypothesen zu ihren verwandtschaftlichen Beziehungen entwickelt. In den letzten 20 Jahren haben die Entdeckung neuer Arten, ein wesentlicher Zuwachs an Fossilienfunden, neue Möglichkeiten der Computertechnik sowie große Fortschritte in der molekularen Biologie für eine Fülle neuer Erkenntnisse, aber auch für Diskussionsstoff gesorgt.

Die internationale Konferenz soll sowohl aktuelle Forschungsergebnisse umfassend darstellen als auch eine zukünftig enge wissenschaftliche Zusammenarbeit der führenden Experten initiieren. Damit sollen die Grundlagen dafür geschaffen werden, in einigen Jahren zumindest die bis jetzt rätselhaften Verwandtschaftsverhältnisse der lebenden Wiederkäuer vollständig aufzuklären.

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