Ludwig-Maximilians-Universität München
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Studie zur IT-Branche

Anleitung zum Welterfolg

München, 24.06.2013

Warum kommt Google nicht aus Deutschland? LMU-Forscher haben untersucht, unter welchen Bedingungen sich Softwarefirmen auf dem Weltmarkt durchsetzen.

Deutsche Software-Anbieter verspielen derzeit ihre Chancen, international erfolgreich zu sein. Wie sie weltweit zu Marktführern werden könnten, haben Arnold Picot und Thomas Hess, Professoren für Betriebswirtschaft an der LMU, in Kooperation mit dem Center for Digital Technology & Management (CDTM) untersucht. Das Forscherteam hat mehr als 1000 deutsche Unternehmen untersucht, Experten befragt und weltweit 40 Fallstudien, unter anderem mit Firmen im Silicon Valley, gemacht.

„Es gibt nicht die eine große Stellschraube“, fasst Arnold Picot die Studienergebnisse zusammen. Vielmehr haben die Forscher eine ganze Reihe von Faktoren gefunden, die zum Welterfolg beitragen. Gefordert sind vor allem die Unternehmen selbst. Um auf dem Weltmarkt Erfolg zu haben, müssen beispielsweise die globalen Märkte bereits bei der Planung und Gründung des Unternehmens berücksichtigt und die Produkte möglichst schnell international eingeführt werden. Auch die Mitarbeiterführung beeinflusst die Erfolgschancen. Positiv wirken sich flache Hierarchien und eine internationale Belegschaft aus. Dadurch gelingt es Arbeitgebern auch, erfahrene Fachkräfte zu rekrutieren.

Entscheidend ist zudem die Beteiligung von Risikokapitalgebern, die neben ihrem Geld Erfahrung und Coaching einbringen. Auch wertvolle Kundenkontakte können junge Unternehmen dadurch erhalten.

Wie die Studie zeigt, befinden sich deutsche Softwarefirmen momentan in einer komfortablen Position. Der deutsche Markt ist für sie ausreichend groß, um zu überleben. „Große, globale Visionen sind oft nicht erkennbar“, heißt es in der Studie. Die Forscher mahnen an, das Bewusstsein für die Zukunftsbedeutung einer leistungsfähigen Softwareindustrie zu stärken. „Die Digitalisierung ergreift alle Bereiche von Technik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Weltmarktposition deutscher Unternehmen hängt sehr stark davon ab, wie konsequent sie die Chancen der extrem dynamischen, digitalen Märkte nutzen“, sagt Thomas Hess.

Das Projekt „Deutsche Software-Champions“ wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse