Ludwig-Maximilians-Universität München
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Körber-Preis 2013

Experimentalphysiker Immanuel Bloch ausgezeichnet

München, 14.06.2013

Immanuel Bloch, Professor für Experimentalphysik an der Ludwig-Maximilians-Universität und Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik, erhält den mit 750. 000 Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2013.

Mit dem Wissenschaftspreis würdigt die Körber Stiftung die herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten von Professor Immanuel Bloch, die ein neues Forschungsgebiet an der Schnittstelle der Quantenoptik, Quanteninformationsverarbeitung und Festkörperphysik eröffnet haben.

Ein Forschungsschwerpunkt des Physikers ist die Untersuchung ultrakalter »Quantengase« bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt. Dazu erzeugt Bloch mithilfe von Laserstrahlen künstliche Kristalle, in denen ultrakalteAtome in einem Gitter aus Licht gefangen werden. Derartige Systeme dienen unter anderem als stark vergrößerte Laborsimulationen von Festkörpern, in denen bestimmte Parameter – etwa die Wechselwirkung zwischen den Atomen – genau eingestellt werden können. Mit diesem »Quantensimulator« lassen sich theoretische Modelle über den Aufbau von Festkörpern überprüfen. „Außerdem können wir mit diesem System das Verhalten von Materie unter extremsten Bedingungen erforschen“, erklärt Bloch.
Vor kurzem gelang es Blochs Arbeitsgruppe sogar, im Labor ein atomares Gas zu schaffen, das negative Kelvin-Werte annehmen kann. Ein weiterer Erfolg der Gruppe ist die Aufnahme von Schnappschüssen quantenmechanischer Vielteilchensysteme. Dabei erreichten die Wissenschaftler eine Auflösung bis hinunter zur atomaren Ebene. „Die Atome werden so nicht nur direkt sichtbar, sondern können auch einzeln kontrolliert und manipuliert werden“ sagt Bloch.
Diese Erkenntnisse könnten künftig helfen, Materialien mit maßgeschneiderten Eigenschaften zu entwickeln – etwa neue Supraleiter, die Strom verlustfrei leiten können.
Eine Zukunftsvision von Bloch ist die Nutzung seines Quantensimulators als Quantencomputer – was im Vergleich zu herkömmlichen Computern bei speziellen Problemen einen wahren Quantensprung in Bezug auf die erzielbaren Rechengeschwindigkeiten bedeuten würde.

Professor Immanuel Bloch promovierte beim späteren Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität. Seit 2008 ist Bloch Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik, an dem er die Abteilung „Quanten-Vielteilchensysteme“ leitet, und seit 2009 Lehrstuhlinhaber für Quantenoptik an der LMU. Für seine Arbeiten erhielt Bloch zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem ist er Träger des Leibniz-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft (2005) und zuletzt des Hector-Wissenschaftspreises 2012.

Kontakt:
Prof. Dr. Immanuel Bloch
Fakultät für Physik
Tel.: +49 (89) 2180 6130
E-Mail: Immanuel.Bloch@physik.uni-muenchen.de

Vollständige Pressemitteilung der Körber-Stiftung

 

 

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