Ludwig-Maximilians-Universität München
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Zellteilung

Sicher geteilt

München, 19.04.2013

LMU-Forscher haben einen Mechanismus entdeckt, der dafür sorgt, dass sich Zellen ohne Fehler teilen.

Ein Ring aus Proteinen, das Cohesin, spielt bei der Zellteilung eine wichtige Rolle. Forscher um Professor Gunnar Schotta vom Adolf-Butenandt-Institut der LMU haben nun einen Mechanismus gefunden, der für das Anlegen des Cohesin-Rings wichtig ist: das Protein Suv4-20h2. „Wenn dieses Protein ausgeschaltet ist, wird der Cohesin-Ring nicht mehr richtig positioniert und es kommt zu Defekten bei der Zellteilung“, sagt Gunnar Schotta.

Zellteilung 
Die Bilder zeigen die Chromosomen bei einer normalen (re.) und einer fehlerhaften Zellteilung (li.).

Bei der Zellteilung teilt sich eine Zelle in zwei Tochterzellen auf. Fehler während der Zellteilung können schwerwiegende Konsequenzen für die Tochterzellen haben, die entweder sterben oder sich zu Krebszellen entwickeln können.

Im Kern der Zelle befinden sich die Chromosomen, die die Erbinformation enthalten. Vor jeder Zellteilung gehen aus ihnen durch Verdopplung Schwesterchromatiden hervor, die genetisch identische Informationen enthalten. Damit sich die Zellen richtig teilen, legt sich um die Schwesterchromatiden ein Ring aus Proteinen (Cohesin). Wenn die Zellteilung beginnt, wird dieser Ring durchgeschnitten und die Chromosomen werden auf die Seite der jeweiligen Tochterzelle gezogen. Fehlt das Cohesin, dann steigt das Risiko, dass sich die Chromosomen nicht richtig verteilen.

Bereits in früheren Versuchen stieß die Arbeitsgruppe um Gunnar Schotta auf Hinweise, dass Suv4-20h2 eine wichtige Rolle bei der fehlerfreien Zellteilung spielt: In Tumorzellen kommt es nur stark reduziert vor. In weiteren Studien wäre nun zu klären, ob das Anlegen des Cohesin Rings in Krebszellen tatsächlich gestört ist und ob das zu ihrer Entstehung geführt hat. „Sollte dies der Fall sein, wäre das ein interessantes diagnostisches Kriterium, das für die Prognose von Tumorerkrankungen wichtig sein könnte“, sagt Gunnar Schotta.
(Genes & Development, 18. April 2013)                    nh

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