Ludwig-Maximilians-Universität München
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Tagung für Historiker

Vom Leben und Handeln in der Frühen Neuzeit

München, 06.09.2013

Eine Tagung an der LMU zeigt, auf welche Weise die Menschen vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert handelten.

Tagung Frühe Neuzeit

Wovor hatten Kinder im 17. Jahrhundert Angst? Welcher Krach störte Nachbarn vor 400 Jahren in Zürich so sehr, dass sie miteinander in Streit gerieten? Und wie fällten Menschen damals ihre Entscheidungen? Auf der zentralen Tagung der Frühneuzeitgeschichte in Deutschland vom 12. bis 14. September 2013 an der LMU richten Historikerinnen und Historiker den Blick auf die Lebenspraktiken und Handlungsformen der Menschen vom späteren Mittelalter bis zum Übergang ins 19. Jahrhundert – methodisch eine neue Herangehensweise.

„Sehr lange Zeit konzentrierte sich die Frühneuzeitforschung auf Diskurse, doch deren Auswertung hat natürliche Grenzen. Die Wissenschaft interessiert sich zunehmend für die eher stillschweigenden Praktiken der Menschen“, sagt Arndt Brendecke, Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der LMU. Darüber, wie die Menschen dachten, entschieden und handelten, gibt es nicht immer gedruckte Überlieferungen. So tauchten beispielsweise die Seefahrer, die alle Meere hundertfach überquerten, in den wissenschaftlichen Diskursen kaum auf, so Brendecke. Durch die Auswertung etwa von Gerichtsverfahren eröffnen sich Historikerinnen und Historikern jedoch neue Möglichkeiten, die Handlungsformen der Seefahrer zu erschließen.

Die Tagung der Arbeitsgemeinschaft Frühe Neuzeit im Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands, zu der die Abteilung Frühe Neuzeit am Historischen Seminar der LMU unter der Leitung von Arndt Brendecke einlädt, ist die zentrale wissenschaftliche Tagung für die Frühneuzeitgeschichte in Deutschland. Sie findet in zweijährigem Rhythmus statt und soll Gelegenheit geben, neue Forschungsansätze zur Diskussion zu stellen. Neben Vorträgen über Sinnes- und Wahrnehmungspraktiken wird unter anderem über das Verhältnis von Mensch zu Tier in der Frühen Neuzeit sowie über ärztliche Diagnosepraktiken referiert.

Am 13.9.2013 um 18.30 findet ein öffentlicher Vortrag statt zum Thema „Die Institutionalisierung des Faches ‚Geschichte der Frühen Neuzeit‘ (Deutschland, Europa, USA)“.

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