Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Vulkane

Die vielfältige Bedrohung durch Vulkanasche

München, 21.08.2013

Im Rahmen eines neuen EU-Projekts untersuchen Forscher unter Koordination der LMU Entstehung, Verhalten, Verbreitung und Auswirkung von Vulkanasche.

Foto: U. Küppers
Foto: U. Küppers

Grauschwarze Aschewolken steigen mehrere Kilometer hoch in den Himmel und verdunkeln die Sonne. Die absinkende Asche erschwert das Atmen und bedeckt Häuser, Straßen und Vegetation: Der Ausbruch des Vulkans Sakurajima in Südjapan Mitte August hat die ebenso beängstigende wie gefährliche Wirkung von Vulkanasche gezeigt. Wie machtlos moderne Gesellschaften derartigen Naturgewalten gegenüber sind, zeigte bereits der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjall im April 2010. Seine Aschewolke verursachte europaweit Einschränkungen im Luftverkehr. Der wirtschaftliche Schaden lag in Millionenhöhe.

„Das muss kein Einzelfall bleiben. Es gibt circa 500 aktive Vulkane weltweit, davon einige in Europa. Wir sollten für ähnliche Ereignisse vorbereitet sein“, sagt Ulrich Küppers vom Department für Geo- und Umweltwissenschaften an der LMU. Weil sich Vulkanausbrüche weder verhindern noch beeinflussen lassen, sei es entscheidend, mehr über die vielfältigen Auswirkungen von Vulkanasche zu erfahren. Vulkanasche ist ein Oberbegriff für Fragmente kleiner als zwei Millimeter, die bei explosiven Vulkanausbrüchen gebildet und von den Vulkanen ausgeworfen werden. Dabei kann es sich um Glas-, Kristall oder Gesteinsbruchstücke handeln oder eine heterogene Mischung davon.

Im Rahmen eines neuen EU-Projekts (Marie Curie Initial Training Network), das von der LMU unter Leitung von Ulrich Küppers am Lehrstuhl für Mineralogie und Petrologie (Professor Donald Bruce Dingwell) koordiniert wird, wollen Forscher nun unterschiedliche Aspekte von Vulkanasche erforschen. „VERTIGO“ heißt das Forschungsvorhaben, das im Januar 2014 für vier Jahre mit einem einzigartigen und innovativen Ansatz startet und 13 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler (Early Stage Researchers) für jeweils drei Jahre ausbilden wird. Ihnen zur Seite steht ein interdisziplinäres Team aus acht europäischen Ländern mit Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen sowie aus dem privaten Sektor. „Wir wollen die in Vulkanen ablaufenden Prozesse besser verstehen, werden aber ebenso die Verbreitung von Vulkanasche und ihre Messbarkeit in der Atmosphäre untersuchen als auch ihren Effekt auf die Fruchtbarkeit von Böden, die Gesundheit des Menschen und auf die zivile Luftfahrt“, sagt Ulrich Küppers.
nh

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse