Ludwig-Maximilians-Universität München
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Buchveröffentlichung

Verreisen in Versen

München, 30.04.2013

Verreisen in VersenLMU-Wissenschaftler laden zu einer Weltreise in zwölf Gedichten ein.

„Sachte gehe ich fort, so wie ich sachte kam“, beginnt das Gedicht des chinesischen Dichters Xu Zhimo „Erneuter Abschied von Cambridge“. Die beiden Literaturwissenschaftlerinnen Ying Cai und Brigitte Rath haben es als Station einer literarischen Reise um die Welt ausgewählt. Zusammen mit weiteren Doktorandinnen und Doktoranden des internationalen Promotionsstudiengangs Literaturwissenschaft an der LMU präsentieren sie insgesamt zwölf Gedichte aus zwölf Sprachen in dem Sammelband „Vom Verreisen in Versen“.

Der Band entstand im Rahmen zahlreicher Treffen und gemeinsamer Lektüren von 21 Doktorandinnen und Doktoranden aus elf Ländern innerhalb der vergangenen vier Jahre. Das Ergebnis ist eine literarische Reise, die nach Cambridge und Paris entführt, nach Alexandria und Tel Aviv und an viele weitere Orte.

Die Gedichte handeln von Abschieden wie bei Xu Zhimo, der sein Gedicht auf seiner zweiten Heimreise von Europa nach China im Jahr 1928 verfasste, aber ebenso von Aufbrüchen und Begegnungen, auch von Flucht und Exil. Die meisten Gedichte sind entstanden, als ihre Autoren selbst unterwegs waren. „Die Reiserouten der Gedichte skizzieren einige Hauptbewegungslinien der vergangenen hundert Jahre“, schreiben die beiden Herausgeberinnen Brigitte Rath und Slávka Rude-Porubská in ihrem Nachwort. Einige Gedichte sind geprägt vom Krieg wie „Nostalgia“ von Giuseppe Ungaretti, der seine Erfahrungen als Soldat in den Schützengräben des ersten Weltkrieges aufschrieb. Der ungarische Dichter Miklós Radnóti beschreibt in „Gewaltmarsch“ den unerbittlichen Fußmarsch jüdischer Zwangsarbeiter, zu denen er selbst zählte, vom Arbeitslager Heidenau in den serbischen Bergen nach Bor.

Andere Gedichte, darunter jenes Xu Zhimos, zeugen von der kulturellen Anziehungskraft zwischen den Kontinenten und vom Leben in unterschiedlichen Welten. Dazu zählt auch „Marseille“ von Jules Supervielle, der 1884 in Uruguay geboren wurde und französische Wurzeln hat. Es ist zugleich Ausdruck des Fremdseins, der Heimatlosigkeit und Sehnsucht.

Jedem übersetzten Gedicht sind die Originalfassung und ein Kommentar an die Seite gestellt, in dem die Literaturwissenschaftler Interpretationshinweise geben und den Umstand des Entstehens erzählen. So nehmen sie ihre Leser mit zu einem literarischen Ausflug um die Welt, auf dem ihnen Fremdes vertraut wird und der sie die verschiedenen Aspekte des Unterwegsseins erahnen lässt. So wird die Lektüre selbst zu einer Reise, die sich mit einer Strophe aus dem Gedicht Guiseppe Ungaretti beschreiben lässt: „und wie fortgetragen / bleibt man“.

 

Publikation:
Vom Vereisen in Versen. Zwölf Gedichte aus zwölf Sprachen: Original – Übersetzung – Kommentar
Herausgegeben von Brigitte Rath und Slávka Rude-Porubská
Leipziger Literaturverlag 2013, 216 Seiten
ISBN: 978-3-86660-157-4

Ansprechpartner:
Dr. Markus Wiefarn
Graduate School Language & Literature Munich
Tel.: 089 / 2180 – 6880
E-Mail: wiefarn@lrz.uni-muenchen.de

Dr. Brigitte Rath
Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Innsbruck
Tel.: 0043 512 / 507 4110
E-Mail: Brigitte.rath@uibk.ac.at

Dr. des. Slávka Rude-Porubská
Studiengänge Buchwissenschaft an der LMU München
Tel.: 089 / 2180 6224
E-Mail: slavka.rude-porubska@lmu.de

 

 

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