Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Internationales Symposium

Musik macht mobil

München, 31.01.2013

Das Konzept der Community Music könnte den Musikunterricht revolutionieren. Auf einer internationalen LMU-Tagung diskutieren Musikpädagogen ein neues Verständnis von musikalischem Lernen.

 

Es ist nicht das Ende von Fingerübungen und Tonleiter-Singen, doch könnte das Konzept der Community Music Kindern und Erwachsenen das Musizieren leichter machen und manchen gar erst den Weg zur Musik eröffnen. Denn Community Music ist ein musikpädagogisches Konzept, das Freiräume schafft. Es geht darum, alle, unabhängig von ihrer Begabung oder ihren Vorkenntnissen, zum Musikmachen zu bewegen.

Damit trifft es im Kern Forderungen, mit denen derzeit die Pädagogik konfrontiert ist wie Inklusion, wonach alle Kinder förderungswürdig sind, und Zugangsgerechtigkeit: Jeder soll unabhängig von seiner sozialen Herkunft und seinen finanziellen Möglichkeiten Bildung erwerben können. „Die deutsche Musikpädagogik tut sich bislang schwer, dafür adäquate Konzepte zu entwickeln, weil diese Aufgaben früher der Sozialen Arbeit und der Musiktheorie zugeordnet wurden“, sagt LMU-Professorin Alexandra Kertz-Welzel vom Institut für Musikpädagogik. Für sie ist das Bestechende an Community Music, dass das Konzept beides in den Blick nimmt: den Menschen und die Musik. Ihr Institut will das internationale Konzept auf Deutschland übertragen und richtet nun die deutschlandweit erste Veranstaltung dazu aus.

Denn noch ist das Konzept in Deutschland völlig unbekannt. Und das, obwohl es bereits praktiziert wird, etwa an Schulen, die in Zusammenarbeit mit professionellen Tänzerinnen und Tänzern Tanzprojekte anbieten, oder in Jugendzentren, die zu Kursen in Rap-Schreiben einladen. Alicia de Banffy-Hall, die am Institut für Musikpädagogik das Symposium organisiert hat, hat dafür mehrere Projekte aus ganz Deutschland gewinnen können. Sie werden nun auf der Veranstaltung ihre Arbeit vorstellen, darunter das Münchner „international munich art lab“, das mit Jugendlichen Musiktheater und andere künstlerische Produktionen verwirklicht.

Das Konzept der Community Music hat seinen Anfang in England in den 1960er-Jahren genommen. „Es ist vor dem Hintergrund entstanden, sozialen Wandel zu fördern und Menschen aller Gesellschaftsschichten den Zugang zur Musik zu eröffnen“, sagt Alicia de Banffy-Hall. Auch heute haben der soziale und demokratische Aspekt weiterhin eine hohe Bedeutung.

So hinterfragt das Konzept die Rolle der Musiklehrerinnen und -lehrer. Wie kann sich der Unterricht stärker an den Schülerinnen und Schülern orientieren? Und welche Kooperationen können Schulen eingehen, um den Musikunterricht interessanter und lebendiger zu gestalten?

„Durch das Symposium wollen wir den internationalen Dialog initiieren und deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende sowie Kultur- und Bildungsinstitutionen vernetzen“, sagt Alexandra Kertz-Welzel. Die Idee ist auch, Fächergrenzen zu überwinden und die bislang übliche Trennung von Musikpädagogik, Sozialer Arbeit und Kulturmanagement aufzuheben.

Für das Symposium konnte das Institut international führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewinnen. Zu den Vortragenden gehört unter anderem der renommierte Community-Music-Experte Professor Lee Higgins von der Boston University, der zurzeit eine vom Deutschen Akademischen Austauschdienst geförderte Gastprofessur an der LMU innehat. (nh)

Termin:
Symposium Community Music
21. bis 23. Februar 2013
Eine Anmeldung ist erforderlich. Die Teilnahme kostet 30 Euro pro Tag.
E-Mail: communitymusic@lrz.uni-muenchen.de.
Telefon: 089 / 2180-5261

Ansprechpartnerin:
Alicia de Banffy-Hall
Tel.: 0179/7064049
Web: www.musikpaedagogik.uni-muenchen.de/symposium

 

 

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse