Ludwig-Maximilians-Universität München
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ERC Advanced Grant

Multiple Zukünfte erzählen

München, 05.11.2013

LMU-Anglist Christoph Bode veröffentlicht die Ergebnisse seines ERC-Projekts „Narrating Futures“ in fünf Bänden.

bode_260Professor Christoph Bode, Inhaber des Lehrstuhls für Englische Literatur der Moderne, hat über drei Jahre hinweg mit seinem fünfköpfigen Team in dem Projekt „Narrating Futures“ erforscht, wie man Zukünfte erzählen kann und wie sich die prinzipielle Offenheit und Unentschiedenheit von Zukunft erzählerisch präservieren lässt. Die Ergebnisse des interdisziplinären Projekts liegen nun in fünf Bänden vor. Finanziert wurde das Projekt mit einem renommierten Advanced Investigator Grant des European Research Council. Christoph Bode war der erste Literaturwissenschaftler in Europa, der mit einem ERC Advanced Grant ausgezeichnet wurde.

Im ersten Band der Narrating Futures-Reihe definiert Bode "Future Narratives" medienübergreifend als Erzählstrukturen, die systematisch mit Verzweigungssituationen arbeiten und so über unterschiedliche Verläufe multi-lineare Offenheit inszenieren. Es handelt sich also um Erzählungen, die an mindestens einer Stelle – einem node – mehr als eine Fortsetzungsmöglichkeit bieten und so mit dem uni-linearen Erzählen brechen.

Zudem entwirft der Band eine Klassifikation und Poetik dieser Erzählform, bietet eine abstrakt mathematische Beschreibung ihrer wichtigsten Gegebenheiten – zum Beispiel eine erste Bestimmung der "nodal power" einer Verzweigungssituation als des Maßes ihrer Offenheit – und erläutert den medien-historischen Ort dieser neuen Art von Erzählung: „Die Voraussetzungen für diese Erzählform scheinen bereits um das Jahr 1700 gegeben zu sein. Dass der massive Durchbruch erst im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts erfolgt, dürfte medientechnische Gründe haben“, sagt Bode.

Die Bände 2 bis 5 analysieren, wie sich „Future Narratives“ in unterschiedlichen Medien verwirklichen lassen: in Text, Film, Video und Computerspielen. Der Abschlussband widmet sich den „Alternate Histories“, historischen Romanen, die nach einem „Was wäre gewesen, wenn“-Szenario alternative Geschichtsabläufe fiktional beschreiben.

Das Projekt „Narrating Futures“ ist als erstes geisteswissenschaftliches Projekt an der LMU mit einem ERC-Grant in Höhe von rund einer Millionen Euro gefördert worden. Der ERC fördert mit dem Advanced Investigator Grant hochinnovative Forschung, die erheblich über den bisherigen Forschungsstand hinausgeht und neue Forschungsgebiete identifiziert.

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