Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neuer SFB

Zelldifferenzierung im Immunsystem

München, 10.12.2012

Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ist Sprecherhochschule des neu eingerichteten Sonderforschungsbereichs (SFB) „Kontrolle und Plastizität von Zelldifferenzierungsprozessen im Immunsystem“, der im Januar 2013 starten wird.

T-Lymphozyten spielen eine zentrale Rolle bei der Immunabwehr - können aber auch zu immunvermittelten Erkrankungen beitragen. So gehen etwa Tumorleiden oder chronische Infektionen oft mit ineffizienten T-Zell-Antworten einher. Überschießende T-Zell-Aktivität dagegen kann Autoimmunerkrankungen und Allergien auslösen. Alle diese Leiden spielen weltweit eine große Rolle. Warum die immunologische Kontrolle hier versagt, ist aber noch weitgehend ungeklärt.

Der neue SFB will nun diese Forschungslücke schließen und etwa die Mechanismen genauer analysieren, die aus Vorläuferzellen funktionell unterschiedliche Subpopulationen von T-Zellen machen. „Eine wachsende Zahl von Studien legt nahe, dass es weitaus mehr spezialisierte T-Zell-Typen gibt als bislang angenommen“, sagt der LMU-Immunologe Professor Thomas Brocker, der Sprecher des neuen SFB. „Gemein ist ihnen ein hoher Grad an Plastizität, was den Zellen wohl erlaubt, funktionelle Programme an neue Infektionen und Stimuli anzupassen.“

Schaltelemente des Immunsystems
Forschungsziel des SFBs ist die Identifizierung von Schaltelementen des Immunsystems. Vor allem die Kontrolle und die Plastizität des zellulären Differenzierungsprozesses sollen entschlüsselt werden. So ist etwa fraglich, welche Signale die Stabilität und Flexibilität dieses Vorgangs bestimmen. Zudem muss analysiert werden, wie diese Signale auf molekularer Ebene „dekodiert“ werden. Hier werden unter anderem Experten der molekularen und zellulären Immunologie mit Stammzellforschern und Impfstoffentwicklern zusammenarbeiten.

Sie erhoffen sich grundlegende Erkenntnisse mit mittel- oder langfristig praktischer Anwendung: „Möglicherweise lässt sich die Immunzelldifferenzierung irgendwann auch im Rahmen von Therapien manipulieren“, so Brocker. Denkbar ist beispielsweise die Reaktivierung „erschöpfter“ T-Zellen bei chronischen Infektionen. Aber auch chronisch entzündliche Erkrankungen, Allergien, Autoimmunität und Krebs könnten durch die gezielte Manipulation der Zelldifferenzierung behandelt werden.“

Der neu eingerichtete SFB „Kontrolle und Plastizität von Zelldifferenzierungsprozessen im Immunsystem“ wird am 1. Januar 2013 starten und über vier Jahre mit rund 11 Mio Euro gefördert werden. Neben der LMU als Sprecherhochschule sind die Technische Universität München sowie das Helmholtz Zentrum München und das Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried beteiligt. suwe

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