Ludwig-Maximilians-Universität München
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Strings und Gravitation

Dieter Lüst erhält ERC Advanced Grant

München, 23.11.2012

Der Stringtheoretiker Professor Dieter Lüst wird vom Europäischen Forschungsrat (ERC) mit einem bis zu 2,5 Millionen Euro dotierten Advanced Investigator Grant ausgezeichnet. Mit ERC Advanced Grants werden europäische Forscher geehrt, die bereits herausragende Leistungen erbracht haben und für neue hoch innovative Forschungsvorhaben die nötigen Freiheiten erhalten sollen.

Die Stringtheorie gehört zu den wichtigsten Forschungsgebieten der modernen theoretischen Physik.  Demnach bestehen die Grundbausteine der Materie aus schwingenden, eindimensionalen Energiefäden, sogenannten Strings. Dieser Ansatz soll die beiden fundamentalen physikalischen Theorien der Moderne - die Allgemeine Relativitätstheorie und die Quantenmechanik - kombinieren, sodass alle bisher beobachteten Fundamentalkräfte der Physik einheitlich erklärt werden können.

Insbesondere die Schwerkraft ließe sich im Rahmen der Stringtheorie beschreiben: "Die sogenannte Superstringtheorie, die von einer sehr großen Symmetrie zwischen allen Elementarteilchen ausgeht, ist im Moment der beste Kandidat für eine Theorie der Quantengravitation, die alle bekannten Interaktionen der Teilchenphysik vereint", sagt Lüst. In seinem vom ERC geförderten Projekt “Fundamental Aspects of Strings and Gravity” will der Physiker nun neue Verbindungen zwischen den mathematisch hergeleiteten Strings - als Theorie quantenphysikalischer Interaktionen - und der Schwerkraft aufzeigen. Dabei will Lüst sowohl die mathematischen Grundlagen von Strings und Schwerkraft als auch Erkenntnisse aus Teilchenphysik und der Kosmologie mit einbeziehen.

Forschung über die Allgemeine Relativitätstheorie hinaus

Im Ergebnis will Lüst das mathematische Verständnis der Superstringtheorie vertiefen, das zu einem großen Teil auf geometrischen und topologischen mathematischen Konzepten beruht. Eines der hauptsächlichen Ziele ist es, über die Allgemeine Relativitätstheorie hinauszugehen und das Verhalten von Strings bei sehr hohen Energien zu erforschen sowie neue String-Geometrien und ihre Symmetrien zu untersuchen.  Die neu gewonnenen Erkenntnisse könnten dann auf verschiedene Fragestellungen in der Kosmologie - etwa bezüglich der Ausdehnung des Universums und der Dunklen Energie -  und der Teilchenphysik angewandt werden. "Letztendlich hat das Projekt zum Ziel, neue Antworten auf zentrale Fragen der Physik aufzuzeigen - insbesondere, was Herkunft und Struktur unseres Universums betrifft", sagt Lüst.

Professor Dieter Lüst studierte Physik an der TU München und promovierte 1985 an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Nach Stationen am California Institute of Technology in Pasadena (USA), am MPI für Physik in München und am CERN in Genf übernahm Lüst 1993 einen Lehrstuhl für Quantenfeldtheorie an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2004 wechselte Lüst an die LMU und übernahm dort den Lehrstuhl für Mathematische Physik. Seit 2003 ist Lüst auch Direktor am MPI für Physik. Zudem gehört er dem Exzellenzcluster „Origin and Structure of the Universe“ an. Lüst wurde für seine Forschung unter anderem im Jahr 2000 mit dem Gottfried Willhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und 2006 mit dem Humboldt-Gay-Lussac Preis ausgezeichnet.

Der ERC Advanced Investigator Grant

Der ERC fördert mit dem Advanced Investigator Grant hochinnovative Forschung, die erheblich über den bisherigen Forschungsstand hinausgeht und neue Forschungsgebiete erschließt. Alleinige Auswahlkriterien in der Begutachtung sind einerseits die erwiesene herausragende wissenschaftliche Exzellenz der Antragsteller sowie die Originalität und Stimmigkeit der Projektvorschläge.

 

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