Ludwig-Maximilians-Universität München
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Sensationsfund

LMU-Forscher entdeckt Urzeitelefanten

München, 31.07.2012

Meist sind es die Kalkgruben im Landkreis Eichstätt, die Aufsehen erregende Fossilienfunde preisgeben. Die jüngste Sensation stammt aber aus einer Sandgrube - der extrem gut erhaltene Schädel eines Urzeitelefanten.

Foto: Staatsammlung für Paläontologie / Winfried Werner
Foto: Staatssammlung für Paläontologie / Winfried Werner

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Der Schädel des neu gefundenen Urzeitelefanten stammt aus den Molasseablagerungen des Miozän und ist damit etwa zehn bis fünfzehn Millionen Jahre alt. Gefunden wurde er erst am vorvergangenen Wochenende. „Ich inspiziere die Sandgruben im Raum Eichstätt immer wieder einmal“, berichtet der LMU-Paläontologe Privatdozent Dr. Christoph Mayr. „Bei dieser Gelegenheit ist mir ein Knochenfragment aufgefallen. Die Ausgrabung förderte dann einen Schädel zutage, den wir am letzten Wochenende geborgen und nach München gebracht haben.“

Skelette der Art Gomphotherium gibt es bereits, unter anderem auch in der Münchner Staatssammlung für Paläontologie. Dieser Fund ist aber in zweifacher Hinsicht bemerkenswert: Das Hinterhaupt fehlt zwar, der Rest des Schädels ist aber außerordentlich gut erhalten - so auch die vollständige Bezahnung mit den Stoßzähnen. „Es ist nicht ungewöhnlich, in den Molasseablagerungen Funde zu machen“, sagt Mayr. „Meist handelt es sich aber um Schnecken oder um einzelne Zähne von Elefanten.“

Keine Dickschädel
Schädel dagegen sind selten, weil sie oft schon vor der Einbettung oder aber bei der Ausgrabung zerfallen und dann nicht mehr als Fossil wahrgenommen werden. Auch der Schädel des neu gefundenen Elefanten, vermutlich eines Gomphotheriums, ist fragil - und zudem mit den erhaltenen etwa 85 Zentimetern überraschend klein. „Wir kennen Skelette dieser Gattung und wissen, dass die ausgewachsenen Tiere etwa so groß wie heutige Elefanten waren“, so Mayr. „Wir gehen also davon aus, dass es sich um ein Jungtier handelt, das wertvolle Hinweise auf die Entwicklung dieser Tiere liefern könnte.“

Zunächst aber muss der Schädel aus der schützenden Gipsverpackung befreit und gehärtet werden. Nur ein Stoßzahn ist bislang freigelegt; die gesamte Präparation wird Wochen in Anspruch nehmen. "Erst danach können wir die eigentliche Auswertung des Fundes und seines geologischen Kontexts vornehmen, was sicher Monate dauern wird“, so Mayr. “ Eines aber lässt sich jetzt schon mit Bestimmtheit sagen: Der Schädel des jungen Gomphotheriums ist von wissenschaftlicher Bedeutung. suwe

 

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