Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Bildungsforschung

Inklusion in Schule und Unterricht

München, 22.06.2012

Der inklusive Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern stellt Schulen und Lehrer vor neue Herausforderungen. In einem neuen Band zur Inklusion stellen LMU-Pädagogen nun ein Modell zur Gestaltung der Lerninhalte  vor.

Mit dem Inkrafttreten der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung ist das inklusive Bildungssystem zum Leitbild der Bildungspolitik geworden. Nicht nur die Heil- und Sonderpädagogik, sondern auch die Schulpädagogik sowie Fachlehrer müssen sich auf das gemeinsame Lernen aller Kinder in einer Schule einstellen. Dieses Ziel erfordert sowohl im Unterricht als auch in der Schulorganisation neue Wege und wird die bisherige Organisation der individuellen Förderung verändern.

In diesem Zusammenhang entwickelten die LMU-Pädagogen Ulrich Heimlich und Joachim Kahlert das Modell der sogenannten inklusionsdidaktischen Netze, das inhaltliche Lernbereiche mit entwicklungsorientierten Förderschwerpunkten verknüpft. Vorgestellt wird das Modell in dem von Heimlich und Kahlert herausgegebenen Band „Inklusion in Schule und Unterricht“, in dem die derzeit gesicherten wissenschaftliche Erkenntnisse zu verschiedenen Aspekten der Inklusion dargestellt und mit Praxisbeispielen verbunden werden.

Ein Thema - viele Perspektiven

„Mit den inklusionsdidaktischen Netzen haben wir erstmals ein Konzept für die Planung und Gestaltung inklusiven Unterrichts entwickelt, in dem schulpädagogische und sonderpädagogische Aspekte so aufeinander bezogen sind, dass individuelle Förderung im Rahmen kooperativer Lernprozesse an gemeinsamen Inhalten möglich wird“, sagt Heimlich. Ziel ist es, ein Thema aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven zu betrachten und mit den Erfahrungs- und Entwicklungsbereichen der Kinder zu verknüpfen.

Auf diese Weise soll ein Pool möglicher Unterrichtsvorhaben generiert werden, die aus unterschiedlichsten Blickwinkeln behandelt werden. „Welche Vorhaben dann als sinnvoll und ergiebig aufgegriffen werden, hängt von den konkreten Lernvoraussetzungen und den Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder ab“, erklärt Kahlert - schließlich soll der Unterricht dem Zusammenspiel sehr unterschiedlicher Fähigkeiten und Bedürfnisse Rechnung tragen. Zukünftig ist geplant, das Modell auch in die Lehrerbildung einzubeziehen.      göd

 

Publikation:
Inklusion in Schule und Unterricht
Wege zur Bildung für alle
U. Heimlich, J. Kahlert (Hrsg.)
Verlag W. Kohlhammer, 2012, 208 Seiten
ISBN:  978-3-17-020011-1

 

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse