Ludwig-Maximilians-Universität München
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Herzrhythmusstörungen: Sechs neue Risiko-Marker für taktlose Herzen

München, 08.05.2012

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung, es erhöht das Risiko für schwere Erkrankungen wie Schlaganfall erheblich. Gleich sechs neu entdeckte genetische Marker geben wichtige Hinweise zur Entstehung und könnten bei der Entwicklung spezifischer Therapien helfen.

Schätzungen zufolge sind etwa eine Million Menschen in Deutschland von Vorhofflimmern betroffen. Die Störung entsteht, wenn der Herzschlag aus dem Takt gerät und die Kontraktionen der Vorhöfe und der Herzkammern nicht mehr koordiniert sind. Vorhofflimmern kann zu schweren Folgeerkrankungen führen, da das Blut nicht mehr vollständig aus dem Herz gepumpt wird, sodass leichter Blutgerinnsel entstehen können.

Der LMU-Mediziner Stefan Kääb führte nun in enger Kooperation mit amerikanischen Wissenschaftlern und mehreren deutschen Forschungsverbünden eine genomweite Assoziationsstudie durch und untersuchte, ob bestimmte Genvarianten bei Patienten mit Vorhofflimmern häufiger vorkommen als bei Gesunden.

Vorhofflimmern hat vielfältige Ursachen

Tatsächlich identifizierten die Wissenschaftler sechs Stellen im Genom, an denen sich Gene befinden, die das Risiko für Vorhofflimmern bei Probanden europäischer Abstammung signifikant beeinflussen. Die identifizierten Genorte stehen in Zusammenhang mit der Entwicklung des Herz-Lungen-Systems, der Koordination der Herzaktivität und der zellulären Signalübermittlung.

„Unsere Untersuchungen zeigen, dass Vorhofflimmern vielfältige genetische Ursachen hat", sagt Kääb, dessen Team bereits in früheren Studien mehrere Genorte identifizierte, die mit Vorhofflimmern in Verbindung stehen. „Langfristig ermöglichen unsere Ergebnisse eine individuellere Eingrenzung der Krankheitsursachen“, prognostiziert Kääb, und eröffnen die Chance auf neue sogenannte Stratifizierungen, mit denen sich individuelle Risiken besser klassifizieren lassen, „hin zu personalisierten Therapie-Optionen", prognostiziert Kääb.

Gefördert wurde das Projekt unter anderem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen von NGFN, dem Spitzencluster personalisierte Medizin m4 und dem neu initiiertem  Deutschen Zentrum für Herzkreislaufforschung (DZHK), sowie durch die „Fondation Leducq“.
(Nature Genetics Advanced online vom 29.4.)     göd

 

Weitere Informationen:

Elektrisierende Erkenntnisse - Genetische Faktoren des Herzschlag-Impulses identifiziert“ - Presseinformation vom 15. November 2010

Wenn das Herz aus dem Takt gerät - Neuer Genort bietet Ansatzpunkt für innovative Therapien gegen Vorhofflimmern“ - Presseinformation vom 21. Februar 2010

Genomweite Assoziationsstudien: Neun neue Genvarianten stören den Herzrhythmus“ - Presseinformation vom 11. Januar 2010

Taktlose Herze - Neuer Genort begünstigt Vorhofflimmern “ - Presseinformation vom 13. Juli 2009

Folgenschweres Intervall - Genetische Risikofaktoren für plötzlichen Herztod gefunden“ - Presseinformation vom 23. März 2009

 

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