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Geowissenschaften: Brandgefährliches Vulkangestein

München, 07.05.2012

Vulkanisches Tuffgestein wird traditionell gerne als Baumaterial verwendet - so etwa in den Gegenden um Rom oder Neapel, aber auch am Kölner Dom. Trotz ihrer explosiven Entstehung sind bestimmte Tuffe allerdings alles andere als feuerfest, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Tuffe entstehen, wenn Vulkanausbrüche große Mengen Asche und Gesteinsfragmente in die Luft schleudern, die sich später verfestigen. Das weiche Gestein lässt sich gut verarbeiten und wird deshalb seit Jahrhunderten gerne verwendet. Sollte es allerdings brennen, können bestimmte Tuffe zum Risiko werden, wie LMU-Vulkanologen nun zeigen konnten: Feuergefährlich sind Tuffe, die sogenannte Zeolithe enthalten. Das sind Silikat-Minerale, die beim Erhitzen Wasser abgeben - und instabil werden.

Gebäude mit eingebautem Weichmacher

Eine derartige Instabilität  kann aber die gesamte Struktur des Tuffs signifikant beeinträchtigen: Bei einer Temperatur von 1000°C, wie sie etwa bei Großbränden entsteht, verliert zeolithhaltiger Tuff bis zu 80 Prozent seiner Druckfestigkeit. Das wiederum kann die Stabilität ganzer Gebäude bedrohen. Ein durchaus realistisches Szenario: Tuff wird in vielen tektonisch aktiven Gebieten verwendet, in denen verheerende Brände als Folge von Vulkanausbrüchen oder Erdbeben entstehen können. Die Forscher empfehlen nun, Tuffe vor einer Verwendung beim Bau auf ihren Zeolithgehalt hin zu überprüfen. Ein Ergebnis, das in der wissenschaftlichen Fachpresse wie im Journal „Nature“ große Beachtung fand.
(Geology, April 2012)

 

Weitere Informationen:

Donald Dingwell zum Generalsekretär des ERC ernannt - LMU-Wissenschaftler übernimmt hochrangiges Amt in der EU-Forschungsförderung“ - Presseinformation vom 29. August 2011

„European Research Council“: Drei LMU-Forscher erhalten von EU Millionenförderung“ - Presseinformation vom 18. Januar

Sciencecast vom 12. Januar 2010 zur Forschung von Professor Dingwell

 

 

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